Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
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An den unterschiedlichsten Orten der Steiermark – in Seelsorgeräumen, diözesanen Initiativen, Bereichen und Einrichtungen – entwickelten Haupt- und Ehrenamtliche in den letzten Jahren neue Ideen und setzten diese mit Engagement und Begeisterung um. Unterstützung lieferten dabei u.a. die diözesanen Innovationsförderungen „Starthilfe“ und „Innoturbo“ (Innovation | Katholische Kirche Steiermark) sowie ein Sonderbudget zur Umsetzung von neuen pastoralen Akzenten in der Seelsorgeraumentwicklung
Fokus im Oktober: Initiativen rund um Tod und Trauer
Tod und Trauer sind für Erwachsene belastend, besonders aber auch für Kinder. Oft sind Unsicherheit und Hilflosigkeit bei Erwachsenen da, wie sie mit Kindern über den Tod und das Sterben sprechen können. Kinder sind manchmal selten beim Wachtgebet oder bei Begräbnissen dabei. Aus einem Schutzbedürfnis heraus wollen Erwachsene unangenehme Themen von ihren Kindern fernhalten. In manchen Fällen wird der Tod eines Menschen vor Kindern gar nicht angesprochen. Um Erwachsene zu ermutigen, mit Kindern über den Tod zu reden, gemeinsam traurig sein zu dürfen und Abschiede zu ermöglichen, entwickelte der Seelsorgeraum Schilcherland die Trosttasche für Kinder im Kindergarten- bzw. Volksschulalter. Darin finden sich u.a. Bilderbücher zum Thema Sterben und Tod, zwei Pixibücher als Geschenk für die Kinder und Vorlagen zum Gestalten eines persönlichen Erinnerungsheftes.
Der Verlust eines Kinders während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt ist für die Eltern und Angehörigen eine sehr schmerzliche Erfahrung. Oft bleibt die Trauer im privaten Umfeld und wird von Außenstehenden kaum wahrgenommen. Die Idee für eine Sternenkindergedenkstätte entstand aus vielen Gesprächen mit betroffenen Familien und der Wahrnehmung, dass es nur wenige Möglichkeiten gibt, der Trauer einen konkreten Platz zu geben. Mit der Gedenkstätte wollte der Seelsorgeraum Kaiserwald ein sichtbares Zeichen setzen und gleichzeitig einen geschützten Platz schaffen, an dem Sternenkinder ihren Platz in der Erinnerung behalten. Eltern und Angehörige können hier innehalten, eine Kerze anzünden oder einfach für einige Zeit verweilen. Mitinitiatorin Ines Kvar erzählt: „Seit der Errichtung wird der Platz regelmäßig besucht. Das lässt sich an den vielen kleinen Zeichen erkennen, die dort immer wieder zu finden sind: brennende Kerzen, Blumen, Grabgestecke, kleine Figuren oder Herzen. Jedes dieser Dinge ist auf seine Weise ein Ausdruck von Verbundenheit und persönlicher Erinnerung. Für uns im Seelsorgeraum ist es schön zu sehen, dass aus einer Idee ein dauerhaftes Angebot geworden ist. Die vielen kleinen Zeichen, die dort hinterlassen werden, sprechen dabei oft mehr als Worte. Sie zeigen, dass Erinnerung weiterlebt und dass auch sehr kurze Lebensgeschichten ihren Platz in unserer Gemeinschaft haben.“ Die Sternenkindergedenkstätte ist am Friedhof der Pfarre Lannach zu besuchen.
Weitere Sternenkindergedenkstätten in anderen steirischen Seelsorgeräumen sind derzeit ebenfalls im Entstehen.
„Die Idee, zusätzlich zum bereits im Seelsorgeraum bekannten Format des Trauercafés kreative Angebote zu entwickeln, entstand in Gesprächen und aus meiner eigenen Liebe zur Kreativität.“ sagt Veronika Reuscher, Handlungsbevollmächtigte für Pastoral im Seelsorgeraum Graz-Südost. Im Drei-Monats-Rad wechseln sich klassisches Trauercafé, ein Trauerspaziergang mit einer Andacht und Kreativ-Workshops ab. Bei Schreibwerkstätten, Mal-Workshops, Bewegungsangebote und Trommeln gaben unterschiedliche Menschen ihrer Trauer einen Raum. Am 28.10. wird gemeinsam Grabschmuck gebastelt mehr Infos.
Eine Broschüre mit vielfältigen Hilfsangeboten im Trauerfall wurde im Seelsorgeraum Sulm-Saggautal erstellt. Diese liegt an wichtigen Orten in den Pfarren und Gemeinden auf und ist ebenso in allen Pfarrkanzleien erhältlich. Sie hilft beim Gehen der nächsten Schritte im Todesfall und weist auf das unterschiedliche Unterstützungsangebot im Seelsorgeraum (Trauerspaziergänge, Gesprächsmöglichkeiten) hin.
Manchmal wird ein Lebensweg zum Trauerweg. Manchmal fühlt man sich allein. Und manchmal entsteht mit der Zeit darin die Hoffnung: endlich wieder leben. Als Pionierin für neue Formen von Kirche ist Monika Brottrager-Jury am Zentralfriedhof in Leoben unterwegs. Gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Team schafft sie Räume für Gespräch und Begegnung: mitten im öffentlichen Raum, mitten Friedhof. Ohne Anmeldung. Ohne Vorbedingung. Begegnung im Vorübergehen. „Heute habe ich endlich wieder gefühlt, dass ich doch nicht so allein bin.“ sagt eine Besucherin im dortigen Erzählcafé.
Friedhöfe erzählen von der Endlichkeit des Lebens: von Beziehungsenden und von Lebensbrüchen. Sie erzählen aber genauso von der Sehnsucht nach Verbundenheit, nach Zugehörigkeit und nach Hoffnung – über den Tod hinaus. Genau diese Erfahrungen greift endlich.leben auf. Der Ort des Friedhofes wird hier neu und anders gedacht: als Ort der Begegnung, als Hoffnungsort. „Nach dem Friedhofskonzert habe ich mich so unendlich verbunden gefühlt. Mit den Menschen, um die ich trauere und mit denen, die ich hier getroffen habe.“, meint eine Friedhofsbesucherin.
Erzählcafés, Lebenskunst-Spaziergänge, Massage im Vorübergehen, Töpfern, Friedhofskonzerte uvm. – alle Formate werden von und mit betroffenen Menschen entwickelt. „Als Pionierin für neue Formen von Kirche schlage ich meine Zelte hier am Zentralfriedhof in Leoben auf: um hinzuhören und zu lernen. Von den Menschen und von diesem Ort. Von den Lebenswegen und von den Wegen, die das Leben manchmal durchkreuzen.“, sagt Monika Brottrager-Jury von endlich-leben.
Einen Einblick in die nächsten Termine finden Sie hier.
Jedes Monat unter ein bestimmtes Thema gestellt - gibt einen Einblick in die bunte Ideenlandschaft der Katholischen Kirche Steiermark und liefert vielleicht so manche Inspiration für das eigene Tun. Mehr
InnoImpuls – Bedürfnisse von Zielgruppen besser wahrnehmen und daraus passende neue Wege der Unterstützung entwickeln.
Inno Werkstatt / InnoLab – neue konkrete Wege entwickeln, um Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Trauerphasen oder Lebenswelten zu erreichen und zu begleiten.