Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Der Wiener Dompfarrer Toni Faber steht ab 2027 als digitaler Trauerredner zur Verfügung. Der KI-generierte "Fabertar" soll dabei im Erscheinungsbild des Dompfarrers und mit dessen Stimme Trauerreden halten. Hinter der Technologie steht das Grazer Unternehmen "Lebensstimmen". Über die neue Plattform können Menschen persönliche Abschiedsbotschaften bereits zu Lebzeiten vorbereiten und bei ihrer Trauerfeier digital wiedergeben bzw. digitale Trauerrednerinnen und -redner in Form von Avataren sprechen lassen.
Toni Faber, der Ende August 2027 nach fast drei Jahrzehnten als Wiener Dompfarrer in Pension geht, will dabei als digitaler Trauerredner zur Verfügung stehen, wo es etwa keinen Seelsorger oder Redner gibt. Die Technologie des Avatars könne zudem helfen, persönliche Wünsche festzuhalten und Angehörige in einer belastenden Situation zu entlasten. Seinen priesterlichen Kollegen wolle er damit aber "in keinster Weise Konkurrenz machen", betonte Faber. Der "Fabertar" soll zudem Reden in mehreren Sprachen halten können. Zum Start sind Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch vorgesehen.
Laut Faber gibt es jedoch auch inhaltliche Grenzen einer Trauerrede des "Fabertars". So seien Wünsche, die Menschen oder Religion abwerteten, ausgeschlossen. Die einzelnen Reden müssten entsprechend geprüft werden: "Jede einzelne Predigt wird persönlich geprüft", so Faber. Der Avatar werde zudem als KI-generiert gekennzeichnet.
Andreas Pichlhöfer, Pionier für Kirche im digitalen Raum in der Diözese Graz-Seckau, beschäftigt sich seit längerer Zeit mit KI in der Pastoral. "Ich finde die Idee sehr interessant, so Pichlhöfer, "vor allem dort, wo keine Seelsorgerin oder kein Seelsorger verfügbar ist". Er sehe es als "ergänzendes Angebot" und keinesfalls als Ersatz für ein reales Gespräch.
KI präge schon jetzt - und in Zukunft noch stärker - unseren Alltag. Deshalb sei es wichtig, Versuchsräume zu schaffen und Erfahrungen mit neuen Technologien zu sammeln, es brauche aber klare Grenzen. Leitend sei dabei ein Gedanke von Papst Leo XIV.: Wie können wir das Menschliche in Zeiten des digitalen Wandels bewahren?
"Wenn ich es richtig verstanden habe, soll das Angebot Menschen auch dazu anregen, sich schon zu Lebzeiten mit dem eigenen Abschied auseinanderzusetzen. Das finde ich wertvoll." Es müsse aber klar sein, was der Papst auch in seiner aktuellen Enzyklika "Magnifica humanitas" betone (178): "Das persönliche Leben eines Menschen darf nicht auf Daten und verwertbare Informationen reduziert werden".
Quelle: Kathpress, Red. | Bearbeitung: Katrin Leinfellner