Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Viele Termine in steirischen Pfarren gab es bereits mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und ORF-Journalist Erich Fuchs über das gemeinsame Buch „Die Macht des Vergebens“. Und doch war jeder anders, geprägt nicht nur vom Buch, sondern von aktuellen Fragen. So auch am 19. Oktober im neuen Begegnungszentrum Voitsberg, einem schmucken Ort mit einer tollen Bibliothek.
Diesmal ging es etwa um die Telefonate von Papst Leo XIV mit dem russischen Machthaber Vladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Selensky, die der Papst teilweise vom Krankenbett aus führte. In den Handlungen von Mächtigen sieht der steirische Bischof eine große Gefahr: Wenn die Taten von Despoten im Großen durchgehen, dann könnte das ein Vorbild sein in der eigenen kleinen Welt. „Der Papst hingegen versucht, sich zwischen die Fronten zustellen und den Krieg zu beenden oder zumindest einen lokalen Waffenstillstand zu erreichen“, so Bischof Wilhelm. Die Menschlichkeit dürfe nicht auf der Strecke bleiben.
Das sei schon allein deswegen nötig, um mit sich selbst ins Reine zu kommen und mit sich und den Nächsten versöhnt zu sein. „Ich rate Ehepaaren immer, nicht unversöhnt schlafen zu gehen, dann niemand weiß, ob am morgen beide wieder aufwachen“, so der steirische Diözesanbischof. Alles, was offen sei, belastet – bis in den Tod hinein. Bischof Wilhelm verbindet das mit einem kleinen Plädoyer für die Beichte und die Krankensalbung, die beide Erlösung bringen können.
Der steirische Bischof und ORF-Redakteur Fuchs sehen die Vergebung als Schlüssel für ein gelungenes Leben, als Rettungsanker für die Menschlichkeit. Man müsse nicht alles vergessen, was passiert sei. Aber man solle so damit umgehen, dass man wieder Beziehung leben könne. Auch mit sich selbst und den eigenen Unzulänglichkeiten, denn Fakt sei, „dass Gott uns liebt mit unseren Fähigkeiten und mit unseren Fehlern“.
Beim Thema Fehler schwenkt Journalist Fuchs zu Social Media, das nur dazu diene, „anderen etwas vorzugaukeln. Für Hochzeiten braucht man keine Kirche mehr, sie müssen nur mehr Instagram-tauglich sein.“ Die einen teilen Inhalte, die anderen seien gemein. Zu letzterem erzählte Bischof Wilhelm über aktuelle Erlebnisse aus der heimischen Sterbekultur: Immer mehr Menschen meinen, dass verstorbene Verwandte „abgeholt und entsorgt werden sollen; Hauptsache, es ist billig. Was zerbricht hier an Beziehung, an Empathie?“, fragt er sich – und viele im Publikum. „Ich bitte Gott immer wieder, dass er diesen Menschen hilft, wieder zurück in die Spur zu finden“, so Bischof Wilhelm.
Das Buch über "Die Macht des Vergebens" ist 2025 in der edition a erschienen. Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Co-Autor Erich Fuchs berichten darin von Erlebnissen des Bischofs in der Diözese Graz-Seckau und auf seinen Reisen und wie wichtig Vergebung in vielen Begebenheiten war, damit eine gute Zukunft möglich bleibt. Dazu kommen Tipps im Umgang mit schwierigen Situationen.