Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Normalerweise wird zur Verehrung eines Heiligen sein Todestag ausgewählt. Bei Sankt Martin liegt die Sache anders: Er starb am 8. November 397, müde und 81-jährig, während eines Pfarrbesuchs im kleinen Örtchen Candes am Loire-Ufer. Sein Fest- und Namenstag ist jedoch der 11. November.
Zwei der mächtigsten Bischöfe seiner Zeit, Severin von Köln und Ambrosius von Mailand, sollen an Martins Tod gleichsam direkten Anteil genommen haben: Der eine hörte buchstäblich die Engel im Himmel singen; der andere schlief mitten in der Messe ein und ärgerte sich, von den Gläubigen geweckt, dass er so nicht weiter an Martins Beisetzung habe teilnehmen können. Beide merkten sich aber Tag und Stunde und erfuhren später von der Echtheit ihrer Visionen: Der heilige Martin war tot.
Der Heilige ist den Katholiken - vor allem dank seines sozialen Engagements - ein besonders leuchtendes Vorbild ist. nicht nur, weil wir ihn mit einem Laternenumzug feiern. Auch dieses Jahr können die Laternenfeste in den Kindergärten und Pfarren wenn überhaupt nur mit Auflagen gefeiert werden. Bitte fragen Sie im Zweifelsfall vor Ort nach.
Wer war der Heilige Martin wirklich?
Wer war Martin? Und worauf begründen sich die vielen Traditionen, die rund um das Martinsfest begangen werden? Fragen und Antworten zum Heiligen Martin.
Am 11. November 397 wurde Martin von Tours begraben. Geboren wurde Martin im heutigen Ungarn; er lebte in Gallien, einem römisch besetzten Teil Frankreichs - den meisten wahrscheinlich aus den Asterix-Comics bekannt – und war auf Wunsch seines Vaters Soldat geworden. Als Soldat soll er auch die Tat vollführt haben, die ihn weltberühmt machte: Für einen vor den Stadttoren von Amiens sitzenden frierenden Bettler teilte Martin seinen Mantel und schenkte ihm eine Hälfte. In der Nacht darauf soll ihm Jesus, mit dem halben Mantel bekleidet, erschienen sein. Martin konnte schließlich den Beruf des Soldaten nicht mit seinem Christsein vereinbaren. Er gründete zwei Klöster, 372 wurde er schließlich zum Bischof von Tours geweiht und machte sich in diesem Amt bis zum Tod sehr verdient.
Früher ritten die Kaiser auf Schimmeln, als Zeichen ihrer Würde. Aus diesem Grund wurde und wird auch der Heilige Martin oft auf einem weißen Pferd dargestellt, als Zeichen seiner Würde. Außerdem wurden früher die „guten“ Menschen immer auf weißen und die „bösen“ Menschen auf schwarzen Pferden abgebildet. Und da Martin ja ein guter Mann war, wurde er auf ein weißes Pferd gesetzt.
Der Legende nach versuchte sich Martin der Ernennung zum Bischof zu entziehen, indem er sich im Gänsestall versteckte. Die Gänse schnatterten laut und verrieten sein Versteck – wofür sie bis heute bezahlen, wenn sie als „Martinigans“ serviert werden. Historisch belegbarer ist die Tatsache, dass rund um den Martinstag die Bauern den Landbesitzern ihre Pacht in Form von Naturalien bezahlten - oft in Form von Gänsen. In späteren Jahren gab es dann bereits Bauern, die eigene Höfe hatten. Traditionellerweise schlachteten sie immer zum Ende der Erntezeit, wenn alle Arbeit getan war, die fetten Gänse. Dies passierte immer am Martinstag. Zu diesem Festessen wurden die Familie, Nachbarn und Freunde eingeladen.
Das Laternenfest leitet sich wahrscheinlich vom Gabenheischen von Jugendlichen ab – ein Brauch, der als Halloween mittlerweile auch bei uns Einzug gehalten hat. Seit dem 16. Jahrhundert waren Jugendliche in den Abendstunden unterwegs gewesen und baten um kleine Gaben. Um ein wenig Licht zu haben, waren sie mit Fackeln und Laternen unterwegs. Später war es üblich, dass Kerzen in geschnitzte Kürbisse gestellt oder mitgetragen wurden. Da es im Laufe der Jahre teilweise zu Ausschreitungen kam, wurde versucht regulierend einzugreifen, und letztendlich begannen Pfarren einen Umzug zu organisieren, der das Teilen nach dem Vorbild des Heiligen Martin in den Mittelpunkt stellte. Besonders in Kindergärten und -krippen wird bei uns das Fest feierlich mit einem Laternenumzug begangen.
Der Mantel (lat. cappa) des Heiligen Martin gehörte zum Kronschatz der fränkischen Könige und wurde mit ihrem Hof von Aufenthaltsort zu Aufenthaltsort mitgenommen. Aufbewahrt wurde er häufig in kleineren, als Kirchenraum dienenden Räumlichkeiten, die, abgewandelt vom lateinischen "Cappa" als „Kapellen“ bezeichnet wurden. Die an der Durchführung der Hofgottesdienste beteiligten Personen, deren Aufgabe zum Teil auch im sängerischen Bereich lag, wurden "Capellani" genannt - ein Begriff, der sich dann später auch auf Instrumentalmusiker übertrug. Deshalb spricht man auch von einer "Musikkapelle".
Quelle: Kathpress, Red
Zu dem Lied "Ich geh‘ mit meiner Laterne" gibt es unzählige Strophen und Varianten unterschiedlichster Herkunft - der Ursprung des Liedes isrt jedoch noch ungeklärt. Einzelne Text- und Melodiezeilen lassen sich in einer Wiener Singspielnummer des 19. Jahrhunderts nachweisen (mehr Infos dazu). Es gibt noch viele andere Martinslieder, die man gut über Suchmaschinen in Internet finden kann. Ein Lied zum Download und viele weitere Tipps zum Martinsfest finden Sie zum Beispiel auf der Website des Referates für Elementarpädagogik.