Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
Schulen, Kindergärten, Bildungshäuser und vieles mehr: Kirche ist ein wesentlicher Bildungsanbieter. mehr Infos

Grüß Gott, liebe Schwestern und Brüder im Glauben!
Anlässlich des Tages der Partnerschaft 2026 freue ich mich sehr, mit Ihnen in Verbindung treten zu dürfen. Meine Heimatdiözese Masan in Südkorea und die Diözese Graz-Seckau haben im Jahr 1971 eine Partnerschaft geschlossen. Seit nunmehr 55 Jahren wird diese wertvolle Beziehung gepflegt und weiterentwickelt.
Von 1976 bis 2018 lebten insgesamt 20 Seminaristen der Diözese Masan im Grazer Priesterseminar und studierten an der Karl-Franzens-Universität. Seit dem Jahr 2000 wurden zudem acht Priester entsandt, um die Seelsorge in der Diözese Graz-Seckau zu unterstützen. Ich durfte im Rahmen dieser Partnerschaft im Februar 2022 nach Graz kommen und hier ein Jahr lang Deutsch lernen. Danach war ich bis August 2025 im Seelsorgeraum Schilcherland tätig und arbeite derzeit im Seelsorgeraum Gleisdorf.
Schon bevor ich nach Graz kam, hörte ich von vielen Mitbrüdern, die hier studiert hatten, dass die Diözese Graz-Seckau unter Priestermangel leidet und sich viele junge Menschen von der Kirche entfernen. Durch verschiedene Medien erfuhr ich außerdem, dass viele Kirchen Europas mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind.
Als ich jedoch nach Graz kam, hielt ich diese Eindrücke zunächst für zutreffend. Viele ausländische Priester waren hier tätig, und nur wenige junge Menschen besuchten regelmäßig die Kirche. Doch nachdem ich meinen Dienst als Kaplan begonnen hatte, änderte sich meine Sichtweise allmählich. Zwar kommen heute nicht mehr so viele Menschen regelmäßig in die Kirche, doch die katholische Kirche ist für viele Menschen in Europa weit mehr als nur Religion. Sie ist eine tiefe und starke Wurzel, die ihr Leben prägt, sowie eine tragende Ordnung ihres gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Von der Geburt über Ehe und Familie bis hin zum Tod ist die katholische Kirche eng mit dem Lebensweg der Menschen in der Steiermark verbunden – das durfte ich hier deutlich spüren.
Die katholische Kirche in Korea begann im Jahr 1784. Der Philosoph und spätere Märtyrer Peter Yi Seung-hun kam während eines Aufenthalts in China erstmals mit dem katholischen Glauben in Berührung. Er ließ sich in Peking taufen und brachte nach seiner Rückkehr den Glauben nach Korea, indem er seinen Freunden und Verwandten von seinen Erfahrungen erzählte. So wurde der Same des Evangeliums in Korea ausgesät. Später kamen Missionare der Pariser Missionsgesellschaft nach Korea, und unser Land übernahm einen Teil der katholischen Kultur Europas.
Ich bin sehr stolz auf den katholischen Glauben Koreas, der durch den Eifer der Laien und das Zeugnis der Märtyrer gewachsen ist. Gleichzeitig erfüllt es mich mit großer Bewunderung, hier die über 800-jährige Geschichte der Diözese Graz-Seckau zu erleben, die tief im Leben der Menschen verwurzelt ist. Die Geschichte dieser Diözese, die über viele Jahrhunderte hinweg gemeinsam mit der Geschichte und Kultur der Steiermark gewachsen ist, sowie die je eigenen liturgischen Traditionen der einzelnen Regionen und Glaubensausdrücke wie „Vergelt’s Gott“ und „Grüß Gott“ kennenzulernen, ist für mich ein großer Segen.
Dank der vom Heiligen Geist geführten Partnerschaft zwischen der Diözese Masan und der Diözese Graz-Seckau darf ich hier die tiefe Geschichte und Spiritualität der Kirche Europas erfahren – etwas, das ich in Korea allein nicht hätte erleben können. Der Heilige Geist führt uns auch heute noch, damit unsere beiden Diözesen voneinander lernen, ihre jeweiligen Stärken teilen und zugleich die Schwächen des anderen ergänzen können. Durch diesen Beitrag möchte ich Gott danken, der mich in die Steiermark geführt hat, ebenso wie allen Menschen, die mich hier so herzlich aufgenommen haben. Vergelt’s Gott!
Stephan Kim Tae-ho
Kaplan von Gleisdorf
Mai 2026