Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
Schulen, Kindergärten, Bildungshäuser und vieles mehr: Kirche ist ein wesentlicher Bildungsanbieter. mehr Infos
Für viele von uns ist der langsam herannahende Herbst eine Zeit des Neustarts. Für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und anderes Schulpersonal geht morgen wieder die Schule los, für viele das erste Mal. Andere starten nach dem Urlaub wieder in den Berufsalltag, vielleicht in eine neue Aufgabe oder in gewohnte berufliche Herausforderungen, einige wiederum stehen vielleicht privat vor Beginn eines neuen Lebensabschnitts.
Ein Neustart kann schon ein nervöses Kribbeln auslösen. So ein Kribbeln kann aber auch positiv sein. Nicht umsonst spricht der Autor Hermann Hesse vom Zauber, dem so ein Anfang auch innewohnen kann. Wie offen bin ich für Neues? Was macht mir Hoffnung, was bereitet mir Sorgen, wenn ich an einen Neubeginn denke?
Ja so ein Neustart kann herausfordern, er kann aber auch eine positive challenge sein, im Großen und im Alltäglichen: Es kann zum Beispiel auch spannend sein, jeden Tag eine Kleinigkeit ganz anders zu machen als sonst, um sich mal selbst zu überraschen. Viel Spaß beim Neu-Durchstarten, im Großen und im Kleinen!
In vielen kirchlichen Gemeinden wird in diesen Wochen das Erntedankfest gefeiert. Dabei wird Gott für die Gaben der Ernte gedankt, die oft symbolisch in Form einer reich geschmückten Erntekrone dargestellt werden. In der römisch-katholischen Kirche ist dieses Fest erstmals im 3. Jahrhundert belegt, Dankfeste gibt es aber in vielen Kulturen und unterschiedlichen Ausprägungen. Man denke etwa an das amerikanische Thanksgiving im November, das an das erste Erntedankfest der Pilgergeneration erinnert und als staatlicher Feiertag begangen wird.
So ein Fest kann Anlass sein, zu überlegen, welche Früchte es in meinem persönlichen Leben gibt, für die ich dankbar sein kann: Ein Job, der mich erfüllt. Ein Mensch, der mich annimmt, wie ich bin. Eine Familie bzw. ein Freundeskreis, die mir Stütze und Halt geben. Hobbies, die für den nötigen Ausgleich sorgen. Wofür bin ich dankbar?
Ich hoffe, dass wir alle die Möglichkeit haben, für etwas dankbar zu sein und dass wir so vielleicht unser ganz persönliches Erntedankfest feiern können.
Viele verbinden den Herbst mit positiven Assoziationen – der Herbst als Erntezeit, als Zeit des Neubeginns, eine Zeit der Farbenvielfalt oder des Entspannens beim Wandern oder oder bei einem Buschenschankbesuch. Freilich gelten diese Zuschreibungen nicht für alle, vielen bereitet es Sorge, wenn es in ihrem Leben „herbstelt“, wenn Lebenskräfte schwinden, wenn es nach einem lebensfrohen Sommer wieder ein bisschen ruhiger oder gar einsamer wird.
Toll ist es, wenn gerade in dieser Zeit Initiativen zu einem solidarischeren Miteinander einladen: Da gibt es etwa den „Langen Tag der Demenz“, der rund um den Weltalzheimertag am 21.September für dieses so wichtige Thema sensibilisieren möchte. Da gibt es am 2.10. einen „Dialogtag gegen Einsamkeit“ in den Arbeiterkammersälen in Graz, der zu Begegnung, Vernetzung und Austausch einlädt und da gibt es das Plauderbankerl der Caritas im Grazer Augarten, auf welchem Freiwillige für Begegnungen zur Verfügung stehen. Solche Initiativen können aber auch persönlich entstehen: Fragt mal eine Person, die ihr schon länger nicht mehr gesehen habt, ob sie nicht Lust auf einen Buschenschankbesuch oder eine Wanderung hat. So kann der Herbst neben der Zeit des Neubeginns, der Farbenvielfalt oder der Entspannung auch zu einer Zeit der Solidarität werden.
Gerne verbringe ich den Herbst draußen in der Natur – es ist schön entweder gehend, laufend oder radelnd die Vielfalt der Farben zu erleben, die diese Jahreszeit mit sich bringt. Doch findet man sie nicht nur in der Natur, sondern auch auf unserem Gewand, vielleicht mit einem Einrichtungsgegenstand in unserer Wohnung oder in ganz anderen Kontexten.
Farben sind mit unterschiedlichen Eigenschaften verbunden. Sie zeugen von Dynamik, Verspieltheit und Lebensfreude, umgekehrt werden auch negative Emotionen mit Farben ausgedrückt. Dabei unterliegen sie in unterschiedlichen Kulturkreisen auch einem unterschiedlichen Deutungshorizont: So steht die Farbe Rot in unseren Breiten oft für Gefahr, während sie im asiatischen Raum Ausdruck von Glück ist. Ist in unseren Breiten schwarz die gängigste Trauerfarbe, wird Trauer in anderen Teilen der Welt durch die Farbe weiß ausgedrückt. Welche Farben spielen in meinem Leben eine wichtige Rolle? Hab ich eine Lieblingsfarbe? Was erlebe ich in meinem Leben gerade als bunt?
Fragen, die man sich vielleicht mitnehmen könnte, wenn man gehend, laufend oder radelnd in der bunten Herbstlandschaft unterwegs ist.