Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Das auf der "Buch Wien" Ende 2025 aufgezeichnete und von der evangelischen Theologin und früheren Mitarbeiterin der ORF-Religionsabteilung Renata Schmidtkunz moderierte Gespräch hat "live" viel Interesse geweckt, was u.a. im Nachwort des Büchleins interpretiert wird. Auch wenn der Diskussionsstil in der Veröffentlichung beibehalten - und daher wohl auch auf alle Anmerkungen verzichtet - wurde, sind die Unterschiede der Zugehensweise der Diskutanten auf die Frage nach "Gott" deutlich nachlesbar. Gerade deswegen - so auch der Autor des Nachworts - scheinen Orte des Austauschs vonnöten. Dass bei einem Gespräch manche Unschärfen unbearbeitet bleiben, manchmal auch der Eindruck entsteht, dass aneinander vorbeigeredet wird, tut dem Anliegen und der Sache keinen Abbruch, sondern macht die Lektüre lebendig und lädt ein, sich selbst mit dieser Frage auseinanderzusetzen.
Mag. Dr. Wilhelm Krautwaschl
Das Buch gibt eine Diskussion wieder zwischen dem Theologen Johannes Hartl und dem Philosophen Paul Konrad Lissmann. Die Leitung der Diskussion hatte Renata Schmidkunz. Dabei vertritt der Philosoph die atheistische Position von F. Nietzsche und S. Freud auf der Basis einen materialistischen Weltbildes. Für ihn gibt es außerhalb der materiellen Wirklichkeit keine geistige Welt oder Transzendenz. Der Theologe Johannes Hartl hält sagegen, dass wir zu keinem materialistischen Weltbild gezwungen werden, gerade auf der Basis der modernen Teilchen- und Quantenphysik. Er hält den Glauben an eine göttliche Wirklichkeit weiterhin für möglich und hilfreich, auch wenn wir die Existenz und Wirksamkeit dieser Wirklichkeit nicht beweisen können. Er betont die starken rationalen Argumente für einen Gottesglauben. Vor allem an den “Früchten” müssen beide Überzeugungen beurteilt werden. Der Gottesglaube gibt eine starke Motivation zum sozialen Handeln, zur Erhaltung des Friedens, zur Bewahrung der Schöpfung und zur Sinngebung des Lebens. Die Diskussion wurde sehr fair geführt, soziale und politische Kooperationen zwischen beiden Positionen bleiben möglich. Ein sehr wertvolles Buch für kritische Zeitgenossen.
Zielgruppe: Theologen, Philosophen, Religionslehrer, Seelsorger, Journalisten, Erzieher, interessierte Laienchristen.
Prof. Anton Grabner-Haider, Univ. Graz