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Unzählige Menschen marschierten am 12. September 2026 hinauf zum Heilig-Kreuz-Karmel bei Bärnbach, um dort den 50. Weihetag der Ordensniederlassung zu feiern. Das Wetter war herrlich und das war gut so, denn das kleine Kirchlein war zum Bersten gefüllt und der Großteil der Mitfeiernden fand im Grünen vor der Kirche Platz. Die Feier zelebrierte Weihbischof Johannes Freitag - assistiert von Prälat Leopold Städtler, der schon vor 50 Jahr bei der Weihe dabei war.
"Klöster und Ordensniederlassungen zeigen uns, dass Menschsein mehr ist als Leistung, Termine, Erfolg und Rastlosigkeit. Zum Menschsein gehört auch die Seele und die Suche nach Gott", so Weihbischof Johannes in seiner Predigt, "wenn die Frauen im Karmel in strenger Klausur und Stille leben, dann ist das kein Verzicht, sondern ein Gewinn der Nähe Gottes". Gott wohne im innersten des Herzens und warte dort auf uns. Für diese Erfahrung müsse man offen sein und ihr in der Stille Raum geben.
Weibischof Johannes erinnerte an den sogenannten "kleinen Weg" der heiligen Thérèse von Lisieux (1873-1897). Die französische Karmelitin, die bereits mit 15 Jahren in den Karmel von Lisieux eintrat und mit 24 Jahren starb, habe Heiligkeit nicht in außergewöhnlichen Leistungen gesucht, sondern darin, die kleinen Dinge des Alltags aus Liebe zu tun. "Sie hat keine großen Werke vollbracht, keine Länder bereist und keine berühmten Predigten gehalten. Thérèse erkannte, dass Heiligkeit nicht darin besteht, Außergewöhnliches zu leisten, sondern das Gewöhnliche aus Liebe zu tun", so Weihbischof Johannes. Für ihn ist der Karmel eine wichtige Quelle, bei der Menschen der Liebe Gottes anvertraut werden durch das ständige Gebet der Ordensfrauen, ein Ort mit Nähe zu Christus, ja der Freundschaft zu Christus.
Die Hoffnung, dass der Karmel in Bärnbach noch viele weitere Jahre da sei, betonte nicht nur Weihbischof Johannes, sondern das war auch Thema der Fürbitten: "Lasse das Gotteslob und die Gebet am heiligen Berg nie mehr verstummen" und "schaue auf die unzähligen Gebetsbitten, die an die Schwestern ehrangetragen werden" - darum bat man.
Zum Abschluss dankte Schwester Maria Josepha allen Helferinnen und Helfern: "Der größte Dank aber gilt unserem Herren, denn ER ist der Geber alles Guten. Er wollte, dass es den Karmel gibt". Mit den gesungenen Worten aus dem Danklied an den Herrn "Er ist es, der uns trägt in Händen und erwählet, der seine Huld nicht wägt, noch seine Gnade zählet, der um uns her die Flügel schlägt und uns darunter birgt und hegt" verabschiedete Schwester Josepha die Feiernden zu den köstlich gedeckten Agapentischen.
Quelle: Thomas Stanzer, Kathpress
Der Heilig-Kreuz-Karmel in Bärnbach wurde 1975 vom Karmel in Mariazell gegründet. Vorausgegangen war die Initiative des damaligen Bärnbacher Pfarrers Friedrich Zeck, der sich seit 1972 um die Ansiedlung einer Karmelgemeinschaft bemühte und dabei von Diözesanbischof Johann Weber unterstützt wurde. Nach rund 18 Monaten Bauzeit wurde der neue Karmel am 12. September 1976 eingeweiht. Heute leben sechs Schwestern in der kontemplativen Gemeinschaft. Im Laufe der Jahre wurde der Karmel auch zu einem Ort, an den Menschen mit ihren Anliegen kommen und Möglichkeiten zu Stille und Einkehr suchen.