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UN-Flüchtlingshochkommissar Barham Salih hat am 10. Juni im jährlichen UNHCR-Bericht „Global Trends“ berichtet, dass die Zahl der Vertriebenen weltweit erstmals seit zehn Jahren insgesamt ganz leicht zurückgegangen ist. Aber allein im Jahr 2025 flohen 5,4 Millionen Menschen vor Gewalt und Verfolgung in andere Länder. Gleichzeitig nahm die Zahl der Rückkehrer:innen zu: 14,7 Millionen Vertriebene kehrten - oft mit wenig Zukunftsperspektiven - in ihre Herkunftsregionen oder -länder zurück, darunter 4,4 Millionen Flüchtlinge und 10,3 Millionen Binnenvertriebene.
„Wir brauchen einen grundlegenden Wandel, um Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, Hoffnung und Chancen zu bieten“ moniert Hochkommissar Salih und fordert die Staaten konkret auf, innerhalb des nächsten Jahrzehnts die Zahl jener Flüchtlinge, die seit vielen Jahren vertrieben sind und auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, um mehr als die Hälfte sinken zu lassen.
Hier knüpft Salih – absichtlich oder auch unabsichtlich – an einen Gedanken von Papst Leo XIV. in seiner ersten Enzyklika Magnifica Humanitas an, wo festgehalten ist: „Ein entscheidender Prüfstein für soziale Gerechtigkeit ist heute die Situation der Migranten, der Flüchtlinge und all jener, die aufgrund von Armut, Gewalt, Klimawandel und Umweltkatastrophen zur Flucht gezwungen sind. Die Weise, wie eine Gesellschaft mit ihnen umgeht, zeigt, ob ihr Gerechtigkeitsbegriff von Angst oder von Geschwisterlichkeit geleitet ist.“
Grundlegend muss alles versucht werden, die vielfältigen Fluchtursachen wirksamer zu bekämpfen: Wer will, dass Wanderungs- und Fluchtbewegungen weiniger oft vorkommen, muss mit seinen Möglichkeiten mithelfen, Fluchtursachen zu reduzieren und verstärkt Hilfestellungen direkt vor Ort leisten. Auch Österreich und die EU können und müssen dazu den jeweils möglichen solidarischen Beitrag leisten.
Zum Weltflüchtlingstag ist auch die „Genfer Flüchtlingskonvention“, die vor 75 Jahren von den Vereinten Nationen verabschiedet worden ist, in Erinnerung zu rufen: Es gilt weiter wachsam zu sein, dass das Recht auf Asyl und der Schutz von Flüchtlingen nicht ausgehöhlt werden – hinter Zahlen und Statistiken stehen immer Einzelschicksale.
Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag - es ist der Tag, der daran erinnert, dass Millionen von Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen veröffentlicht dazu den jährlichen Bericht „Global Trends“, der die weltweit dramatische Situation in nüchterne Zahlen fasst. Gleichzeitig würdigt der UNHCR die Stärke, den Mut und die Widerstandsfähigkeit, die Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Staatenlose täglich aufbringen.
Mag. Erich Hohl
Beauftragter für Integration
Bischöfliches Ordinariat der Diözese Graz-Seckau
Bischofplatz 4, A-8010 Graz
+43 676 87422260
erich.hohl@graz-seckau.at