Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Photovoltaik-Initiative der Diözese Graz-Seckau und Projekt der Landjugend Flatschach in Kooperation mit der youngcaritas zu nachhaltigem Kleiderkonsum wurden ausgezeichnet.
Die Diözese Graz-Seckau wurde gestern für ihre Photovoltaik-Initiative „Denkmalschutz trifft Solarenergie – eine nachhaltige Zukunft für die Katholische Kirche Steiermark“ mit dem steirischen Landespreis Energy Globe STYRIA AWARD 2026 in der Kategorie „Initiativen und Kommunen“ ausgezeichnet. Unter insgesamt 63 Einreichungen zählt ihr Projekt zu den 15 ausgewählten Vorzeigeinitiativen und damit zu den drei Finalisten der Kategorie. Die feierliche Preisverleihung fand in der Aula der Alten Universität Graz statt.
Im Mittelpunkt der Nominierung steht die umfassende Photovoltaik-Initiative der Diözese, die den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energieträger mit den besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes verbindet. Da rund die Hälfte der kirchlichen Gebäude denkmalgeschützt sind, wurden in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt innovative und zugleich ästhetisch sensible Lösungen entwickelt, um moderne Solartechnologie in historische Bausubstanz zu integrieren. Zwar werden überwiegend Standardkomponenten eingesetzt, jedoch unter alles andere als gewöhnlichen Rahmenbedingungen. Insbesondere die Zusammenlegung von Zählpunkten und die Modernisierung bestehender Elektroinstallationen machen maßgeschneiderte technische Lösungen sowie einen erhöhten Planungsaufwand erforderlich.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor der Initiative ist die starke Unterstützung durch die ehrenamtlichen Wirtschaftsräte in den Pfarren. Sie fungieren als lokale Initiatoren und treiben die Umsetzung vor Ort maßgeblich voran.
Allein im Jahr 2025 wurden 18 Standorte mit Photovoltaikanlagen und Speichersystemen ausgestattet. Pro Jahr werden eigenverbrauchsoptimierte Anlagen mit rund 500 kWp Photovoltaikleistung sowie 400 kWh Speicherkapazität realisiert. Laufend werden weitere Pfarren auf Sonnenstrom umgestellt. Dabei sind Landes- und Bundesförderungen von großer Bedeutung und tragen wesentlich zur Umsetzbarkeit der Projekte bei.
Aktuell wird zusätzlich zur Eigenproduktion noch Strom im Umfang von rund 8 GWh pro Jahr zugekauft, um den Energiebedarf der Pfarren und kirchlichen Einrichtungen zuverlässig zu decken. Ziel ist es, diesen Zukauf Schritt für Schritt zu minimieren und durch Eigenerzeugung zu decken.
Das Referat für Energie der Diözese übernimmt Planung, Umsetzung und Monitoring der Anlagen zentral und treibt so die nachhaltige Energieversorgung systematisch voran – mit dem Ziel, bis zu 30 Pfarren und kirchliche Einrichtungen pro Jahr umzustellen. Parallel dazu werden die Anlagen in regionale Energiegemeinschaften eingebunden, sodass überschüssige Energie gemeinschaftlich genutzt werden kann. Damit wird Klimaschutz als gemeinschaftliche Aufgabe innerhalb der Kirche verankert. Dieser Weg wird weiter konsequent beschritten und kann auch durch eine gezielte Zweckwidmung des Kirchenbeitrags aktiv unterstützt werden, wodurch Gläubige unmittelbar zur Umsetzung nachhaltiger Energieprojekte in ihren Pfarren beitragen können.
Im Rahmen der diözesanen Klima- und Energiestrategie steht das Ziel im Mittelpunkt, fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen und die Energieversorgung konsequent auf lokal erzeugte erneuerbare Energie umzustellen. Neben dem bereits in vielen Pfarren genutzten UZ46-zertifizierten „grünem Strom“ soll dies die energetische Unabhängigkeit weiter stärken. Gleichzeitig trägt die Initiative zur regionalen Wertschöpfung bei und fördert die wirtschaftliche Nachhaltigkeit kirchlicher Einrichtungen.
Das klare Ziel: Bis zum Jahr 2030 sollen alle Pfarren mit aktivem Pfarrleben vollständig auf umweltfreundlichen Sonnenstrom umgestellt sein.
Mit der Auszeichnung würdigt die Jury insbesondere die gelungene Verbindung von Photovoltaik, Denkmalschutz und gesellschaftlicher Verantwortung – ein zukunftsweisendes Modell für nachhaltige Entwicklung.
Unter dem Motto „Gib Stoff! – Für mehr als nur Mode“ startete die Landjugend Flatschach im Sommer 2025 eine breit angelegte Initiative, um auf die negativen Auswirkungen der Fast-Fashion-Industrie aufmerksam zu machen und Alternativen aufzuzeigen. Gemeinsam mit youngCaritas verband die Aktion Bewusstseinsbildung mit konkretem Handeln und zeigte, wie nachhaltiger Umgang mit Kleidung in der Region gelebt werden kann.
Angesichts wachsender Umweltbelastungen und sozialer Herausforderungen durch die globale Modeindustrie setzte die Landjugend damit ein starkes Zeichen für verantwortungsvollen Konsum und für das Engagement junger Menschen vor Ort.
Die Initiative ruhte auf drei Säulen: einer großangelegten Sammelaktion, Bildungsangeboten sowie einem öffentlichen Abschluss-Event in Form eines Second-Hand Pop-up-Stores.
Im Rahmen der Sammelaktion wurden rund 3.000 Landjugend Mitglieder der Region Nord (Murau Murtal und Liezen) angesprochen. Gut erhaltene Kleidung konnte in mehreren steirischen Orten bei Carla-Shops abgegeben werden. Insgesamt kamen rund zwei Tonnen Second-Hand-Ware zusammen, die von Landjugend-Mitgliedern sortiert und für den Pop Up Store aufbereitet wurde.
Parallel dazu setzte das Projekt auf intensive Bildungsarbeit. In Workshops, Schulveranstaltungen und Exkursionen wurden Themen wie Nachhaltigkeit, Wiederverwertung und soziale Verantwortung vermittelt. Besonders praxisnah: Ein Upcycling-Projekt, bei dem aus alten Jeans Serviertaschen für Landjugend-Veranstaltungen entstanden.
Den Abschluss bildete ein Second-Hand Pop-up-Store im Rahmen des steirischen RE-USE Herbstes. Ein leerstehendes Geschäftslokal wurde dafür in einen Verkaufsraum umgestaltet, in dem die gesammelte Kleidung angeboten wurde. Der Erlös von rund 4.700 Euro kam dem Mondi Lerncafé in Knittelfeld sowie Caritas-Angeboten zur Unterstützung von Kindern und Familien in der Region zugute.
Mit „Gib Stoff!“ gelang es der Landjugend Flatschach, ökologische und soziale Ziele zu verbinden und gleichzeitig ein starkes Signal für mehr Nachhaltigkeit in der Mode zu setzen.
Aus insgesamt 63 Einreichungen wurden 15 Projekte ausgezeichnet. Die prämierten Initiativen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig nachhaltige Entwicklungen in der Steiermark bereits gelebt werden - von Bildungs- und Forschungsprojekten über kommunale Energielösungen bis hin zu innovativen Ansätzen in Wirtschaft, Mobilität und Gesellschaft. Die hohe Qualität und Vielfalt der eingereichten Projekte verdeutlichen einmal mehr das große Engagement steirischer Akteurinnen und Akteure für eine nachhaltige Zukunft - von Gemeinden, Unternehmen und Forschungseinrichtungen über Bildungseinrichtungen und Vereine bis hin zu engagierten Jugendlichen und Initiativen.
Vergeben wurden die Preise in den Kategorien Initiativen und Kommunen, Wirtschaft und Innovation, Jugend und Bildung, Forschung sowie Mobilität.
Die Ehrungen nahmen Landesrätin Simone Schmiedtbauer, Landesrätin Claudia Holzer, Werner Ressi, Vorstand der Energie Steiermark, sowie Peter Gspaltl, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Steiermark, vor. Moderator Oliver Zeisberger führte charmant und spannungsgeladen durch die Veranstaltung. Musikalische Unterstützung erhielt er dabei von Johannes Lafer.
Organisiert wurde der Landespreis erneut von der Energie Agentur Steiermark.