Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Die Katholische Frauenbewegung (kfb) ist nach Einschätzung von DIözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Weihbischof Johannes Freitag ein unverzichtbarer Bestandteil des kirchlichen Lebens. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der kfb Steiermark hoben die beiden Bischöfe in einem gemeinsamen Interview mit dem steirischen "Sonntagsblatt" (Ausgabe 11. Juni) die Bedeutung des Engagements von Frauen für die Kirche hervor und warben für eine stärkere Wahrnehmung ihrer vielfältigen Beiträge.
Frauen seien heute wie in Zukunft auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens präsent, betonte Bischof Wilhelm: "Ich sehe sie an vielen Orten: Vom einfachen Beten angefangen bis hin zur Gestaltung von Gottesdiensten; vom Leben als Christin in den Familien bis hin zur Organisation kirchlichen Lebens."
Weihbischof Johannes verwies darauf, dass viele zentrale Dienste oft im Verborgenen geleistet würden: "Unverzichtbar sind all jene leisen Dienste, die Beziehungen tragen: Zuhören, Versöhnen, Begleiten, Organisieren." Diese Aufgaben blieben häufig unsichtbar, seien aber "für alle tragend". Solche Formen gelebter Sorgekultur sollten "nicht nur dankbar anerkannt, sondern auch bewusster sichtbar gemacht und wertgeschätzt werden". Für deren tägliche Wahrnehmung sei er der Katholischen Frauenbewegung "sehr dankbar".
Mit Blick auf die Zukunft der Kirche sprach sich Freitag für eine stärkere Einbindung unterschiedlicher Begabungen und Berufungen aus. "In unserer Diözese und in der Weltkirche liegt die Zukunft wesentlich in einer Kirche, die Begabungen erkennt, stärkt und mit einbindet", so der steirische Weihbischof. Engagierte Frauen seien "ein Grundbestandteil unseres pfarrlichen und diözesanen Lebens". Ihre Mitwirkung und Mitverantwortung sei wesentlich dafür, "dass Kirche aus der Mitte des gelebten Glaubens heraus wachsen kann".
Auch für junge Frauen sieht Freitag weiterhin wichtige Perspektiven innerhalb der Kirche. Diese könne Räume eröffnen, "in denen Sinnsuche, geistliche Tiefe, aber auch konkrete Verantwortung und Lebensgestaltung zusammenfinden". Die Kirche biete Gemeinschaft, Orientierung und ermutige zur Entfaltung der eigenen Berufung. Wo Glaube als lebendige Beziehung zu Gott erfahrbar werde, "entsteht Zukunft".
Auch Bischof Wilhelm bezeichnete den Glauben als tragende Ressource und "beste Kraftquelle, die wir haben". Das gelte gleichermaßen für Frauen und für Männer. Für beide gebe es zahlreiche Möglichkeiten, sich ehrenamtlich oder beruflich einzubringen. Oft werde die Mitarbeit in der Kirche zugleich zur Berufung, "wenn man etwas macht, für das man brennt und das Freude macht und Freude bringt".
Ein gemeinsames Anliegen sehen beide Bischöfe im Schutz der Schöpfung. Bischof Johannes verwies auf konkrete Maßnahmen der Kirche wie Bildungsarbeit, nachhaltige Bewirtschaftung kirchlicher Güter und die von Papst Franziskus angeregte "Ökologie des Herzens". Entscheidend sei, dass sich dies im Alltag niederschlage - "in unserem Lebensstil, Konsum und gemeinschaftlichen Engagement". Als Beispiel nannte er auch Projekte, die durch die Aktion Familienfasttag unterstützt werden.
Bischof Wilhelm erinnerte an den biblischen Auftrag, "Wächterinnen und Wächter der Schöpfung" zu sein. Männer und Frauen stünden hier gleichermaßen in der Verantwortung. "In unserem täglichen Handeln muss sich zeigen, dass uns die Schöpfung, unsere Erde, wichtig ist", so der Grazer Diözesanbischof.
Quellen: Kathpress, kfb Steiermark, Red