Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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I
Schritt für Schritt. Über Waldwege, sanfte Almböden oder felsige Steige. Höhenmeter für Höhenmeter weitet sich der Blick – alles im Tal wird kleiner und kleiner. Alltagsfragen rücken in den Hintergrund. Es zählt nur mehr der Weg, der nächste Schritt.
Ich bin nicht extra sportlich – aber das Berggehen hat es mir angetan.
Die körperliche Herausforderung, der Fokus auf den Atem, seine Grenzen ausloten, auch so manche Angst zu überwinden – und dann der Lohn: Eine phänomenale Aussicht – im besten Fall ein Blick mitten in ein Meer aus Berggipfeln.
Berge sind nicht die Antwort auf alles – heißt es – aber – diese Erfahrung habe ich selbst schon gemacht: wenn du oben stehst, vergisst du für den Moment alle Fragen.
Also ich bin dann mal am Berg!
Katharina Grager
Katholische Kirche
II
Berge wohin das Auge schaut – in Österreich haben wir das Glück, dass man kaum wo eine lange Anreise zum Berggehen hat. Ich – als begeisterte Berggeherin – hab mir aber mit der Südoststeiermark als Wohnort ungefähr den entlegensten Winkel ausgesucht – jedenfalls was „richtige“ – also felsige Berge angeht. Aber das hält mich nicht davon ab, so oft es geht Berge zu erklimmen.
Was jetzt unglaublich sportlich klingt, ist mehr Begeisterung als Kondition – aber mit Begeisterung lässt sich ja oft viel wett machen. Außerdem – und das ist beim Berggehen finde ich mit das Wichtigste: jede und jeder muss sein eigenes Tempo gehen und seinen eigenen Rhythmus finden.
Ich gehe langsam, bleibe oft stehen, um mir die Aussicht oder eine schöne Blume anzuschauen – und sie natürlich auch für Instagram zu fotografieren.
Also: Ich bin dann mal am Berg!
Katharina Grager
Katholische Kirche
III.
Schon Mose – das ist der aus der Bibel, der das Meer teilte – war ein Bergsteiger. Im Buch Exodus – das ist das 2. Buch der Bibel – wird erzählt, dass Mose auf einen Berg steigt und dort von Gott die 10 Gebote erhält. In der Bibel ist der Berg oft ein Ort der Gottesbegegnung. Ein Ort, wo sich Himmel und Erde berühren.
Wenn ich selbst auf Bergen stehe, kann ich das verstehen. Man fühlt sich nicht nur klein, angesichts der imposanten Felsriesen – man weiß auch, dass man klein und nichtig ist. Denn Berge sind nicht nur faszinierend im schönen Sinn – sie können auch angsteinflößend sein. Wer einmal ein Gewitter auf einem Berg erlebt hat, kann das nachempfinden.
„Ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder herunten bist“ sagt der Südtiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander. „Denn vorher gehörst du ihm“.
Also: Ich bin dann mal am Berg!
Katharina Grager
Katholische Kirche
IV.
Zwei Wege führen auf den Gipfel: ein kurzer direkt an der Felskante – technisch sehr anspruchsvoll. Und ein längerer, quer durch ein großes Geröllfeld. Ich entscheide mich, den längeren erstmal zu erkunden, denn wir haben unseren Hund dabei. Es ist wie ich befürchtet habe: Das Geröll rutscht unter meinen Bergschuhen weg. Zu gefährlich – erst recht für Hundepfoten. Wir treffen die einzig sichere Entscheidung: Umkehren.
Umkehren ist nicht einfach. Besonders wenn man ein Ziel schon fest im Blick hat. Dann nimmt man viel in Kauf: Geröllfelder, Kletterpassagen. Allein wäre ich wohl weitergegangen und hätte spätestens beim Abstieg gemerkt, dass ich mich überschätzt habe. Mit einem Hund als Wanderpartner trage ich Verantwortung für ein Lebewesen, das ganz auf meine Entscheidungen angewiesen ist.
Der Berg hat sich wieder einmal als guter Lernpartner erwiesen.
Also: Ich bin dann mal am Berg – und was ich gelernt habe: es muss nicht immer der Gipfel sein!
Katharina Grager
Katholische Kirche