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Wenn man so ab Mitte Mai einen bestimmten Song im Radio hört, dann weiß man, dass der Sommer nicht mehr weit ist. Welchen ich meine? Hören wir mal kurz hinein:
Einspielung - Mungo Jerry „In the summertime“ (von Beginn an)
„In the summertime, when the weather is high…“ - „Im Sommer, wenn das Wetter hoch ist“, hoher Luftdruck, Hitze, ein Gefühl der Euphorie, so als könne „man sich bis zum Himmel strecken und ihn berühren…“
In der Sommerzeit, wenn das Wetter hoch ist, nimm einen Drink, fahr‘ los…
Wenn das Wetter schön ist, geh‘ ans Meer, um zu fischen oder schwimmen…
Sei glücklich… Leben ist zum Leben, yeah… das ist unsere Philosophie.
Ich möchte in dieser Staffel von „Antenne – Gott und die Welt“ – von heute bis Mittwochabend einige meiner Lieblings-Sommerhits vorstellen. „In the summertime“ von Mungo Jerry machte den Anfang.
In der Sommerzeit, wenn das Wetter schön ist, kannst du dich strecken und den Himmel berühren… Ach, wie schön!
Jeder braucht einen Ort, an dem er Kraft tanken kann und wo er so richtig glücklich ist. Ich z.B. brauche dazu einen See oder mein Slowenien mit seinem Meer.
Dazu brauche ich nicht viel, außer…
Einspielung - Reinhard Fendrich „Zwa Schlapf’n und a Sonnenbrülln“ (von Beginn an bis „I hob die Zeit vergessn“)
Ja, man braucht wirklich nicht viel! Einfach nur Zeit!
Zeit, die Sonne zu genießen.
Zeit, etwas Tolles zu lesen.
Zeit, dem Gesang der Vögel zu lauschen.
Zeit, sich im Rauschen des Meeres zu verlieren.
Zeit, die Haut in der Sommerhitze ein wenig brutzeln zu lassen.
Zeit, im Wasser zu schwimmen.
Zeit, die kleinen Dinge wahrzunehmen.
Zeit, im Hier und Jetzt zu leben.
Zeit, Mensch zu sein.
Zeit zu leben.
Jeder hat so sein Slowenien. Sein Meer. Ich habe meinen Ort vor Jahrzehnten entdeckt und werde ihn auch in diesem Sommer wieder besuchen – natürlich wieder mit „zwa Schlapf’n und a Sonnenbrülln“…
Der Sommerhit aus Italien ist für mich zweifellos von I Nuovi Angeli „Troppo Bella“!
Einspielung von I Nuovi Angeli „Troppo Bella“ (von Beginn an bis „Prendi, prendi me“)
„Troppo bella“ - viel zu schön / voll hübsch…!
„Troppo bella per restare sola“ - zu schön, um allein zu sein.
„Troppo bella, dimmi perché“ - zu schön, sag mir warum?
„Così bella reggi la candela“ - so schön halten sie die Kerze…
Sommerzeit. Endlich Zeit für Schönes. Das, was auf der Erde und über der Erde ist. Das, was in den Wassern dieser Welt sich befindet. Die Berge und Hügel, die Bäume und Pflanzen, die Tiere – Woody, Bruno oder wie sie alle heißen mögen. Die Frauen und Männer, die Kinder und die alten Menschen…
Es gibt so viel Schönes auf dieser Welt, das uns geschenkt wurde und wird.
Allein, wenn man an die lauen Sommerabende denkt, im Schein einer Kerze. An ein gutes Essen, an den Duft des Kaffees, das erfrischende Wasser der Dusche. Die entgegenkommende Geste des Autofahrers, die Freundlichkeit der Verkäuferin, das Lied der Amsel, die ziehenden Wolken.
Man muss es nur sehen und bemerken, was mein Leben schön macht.
„Troppo Bella!“
Als meinen vierten Lieblings-Sommerhit habe ich heute einen wahren Kult-Song ausgewählt. Er stammt von STS und lautet: Irgendwann bleib i dann durt.
Leider meinen viele, der Sommer, der Urlaub, die Ferien gehen viel zu schnell vorüber.
Manchmal denke ich mir, im Sommer werde ich das oder jenes schaffen, was im übrigen Jahr auf der Strecke geblieben ist. Oft wundere ich mich dann, dass ich das erst nicht geschafft habe.
Das Buch wieder nicht gelesen. Das Ausspannen wieder zu kurz gekommen…
Ist freie Zeit nicht etwas anderes als Restlverwertung für unerledigte Vorhaben?
Kein Wunder, das in so manchem die Sehnsucht aufkommt: „Irgendwann bleib i dann durt, lass alles lieg’n und steh’n, geh‘ von daham für immer furt“…
Aber noch ist es nicht so weit. Noch liegt der ganze August vor uns. Noch dürfen wir uns freuen, auf das, was uns hierzulande erwartet. Noch dürfen wir uns auf Neues freuen, das uns vielleicht in diesen Sommer noch überrascht.
Noch dürfen wir uns über Wegbegleiter freuen, die womöglich heißen: Geduld, Liebe, Gelassenheit und so manche Lichtblicke, die unseren Lebensweg säumen,
meint Ihr Theologe Walter Drexler.