Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
Schulen, Kindergärten, Bildungshäuser und vieles mehr: Kirche ist ein wesentlicher Bildungsanbieter. mehr Infos
Ruhe
Wie gelingt es Ihnen eigentlich zur Ruhe zu kommen? Oder – gelingt es Ihnen überhaupt noch?
Ich habe das Gefühl, dass wir in einer Zeit leben in der es kaum noch Ruhe gibt. Sei es die Baustelle vor meinem Bürofenster, der Wecker am Handy der mich an meinen Reifenwechsel-Termin erinnert oder auch einfach das Stimmengewirr an öffentlichen Plätzen. So richtig ruhig ist es selten – und ich persönlich merke, dass mir das manchmal ganz schön an die Substanz geht.
Ich habe deshalb begonnen mir Ruheplätze zu suchen.
Fündig bin ich im Wald geworden – klar, dort zwitschern die Vögel, es rauscht der Wind durch die Blätter der Bäume und der kleine Bach plätschert auch nicht lautlos und dennoch sind das Geräusche die Ruhe in mir auslösen. Und danach sehne ich mich ehrlich gesagt immer öfter – nicht nach Stille, sondern einfach nach Ruhe.
Medienkonsum wie früher
Manchmal würde ich gerne die Zeit zurückdrehen und Nachrichten wieder so wie früher konsumieren.
Meine Oma ist hier für mich das beste Beispiel – sie hat die neuesten News immer erst dann erfahren, wenn die Infos bei den 20 Uhr Nachrichten im Fernsehen zu sehen waren, etwas darüber am nächsten Morgen in der Zeitung stand oder zwischen zwei Schlagernummern im Radio davon berichtet wurde.
Und ich? Ich bekomme täglich Push-Nachrichten aufs Handy, hämmere mir News aus der ganzen Welt bei jedem Blick auf Social Media in mein Hirn und bin innerlich auf Dauerspannung, weil ja gefühlt immer etwas passiert. Das stimmt ja auch, nur muss ich mir realistisch betrachtet eingestehen, dass nicht alles davon auch wirklich wichtig für mich ist.
Informiert zu sein ist unabdingbar, aber ist es für mich wirklich relevant was in einem kleinen Dorf im Süden von Tasmanien passiert ist und muss ich die dazugehörigen Kommentare auf Social Media auch wirklich alle lesen? Wahrscheinlich nicht. Medienkonsum wie früher tut’s genauso – deshalb mach ichs jetzt so wie meine Oma. Push-Nachrichten abschalten, Medien und Nachrichten gezielt konsumieren und – zumindest von Außen betrachtet – ruhiger und zufriedener sein.
Hanna Prumofsky, Katholische Kirche
3.)
Geliebtes Nichts-Tun
Ich behaupte immer, dass ich Profi im Nichts-Tun bin. Während andere davon schwärmen sich in ihrer Freizeit ihrem Lieblingssport zu widmen, das Haus oder die Wohnung auf Vordermann zu bringen oder das ein oder andere Einkaufszentrum zu besuchen, mache ich in meiner Freizeit am allerliebsten nichts.
Doch leider stimmt das nicht ganz – immer wieder kommt mir dabei mein Handy und damit einhergehend Social Media in die Quere. So kann es schon Mal passieren, dass ich mir während des eigentlichen Nichts-Tuns gefühlt 100 Instagram Stories reinziehe und dann unzufrieden bin, weil sich irgendwo gerade irgendjemand auf den Malediven sonnt, New York erkundet oder ein atemberaubendes Bergpanorama von einem Whirlpool aus genießt. Doch – wie traurig ist es eigentlich, dass mich Bilder von Leben meist fremder Menschen so unzufrieden stimmen und mir mein geliebtes Nichts-Tun verderben? Damit ist nun Schluss. Klar, das Nichts-Tun würde auf den Malediven bestimmt auch sehr gut funktionieren und trotzdem bin ich jetzt eben hier und nicht dort.
Und deshalb genieße ich es ab sofort wieder neidlos – hier und jetzt. Sitzen, schauen und einfach Nichts-Tun.
Hanna Prumofsky, Katholische Kirche
4.)
Buch versus Handy
Immer öfter merke ich wie schlecht ich meinen eigenen Handykonsum unter Kontrolle habe. Wenn ich zum Beispiel ein Buch lese in dem ein Begriff vorkommt mit dem ich nichts anfangen kann, nehme ich mir die uns allen bekannte Suchmaschine zur Hilfe und somit mein Handy in die Hand.
Das wäre ja an sich kein Problem – nur leider lege ich das Handy ungefähr erst 24 Minuten, 17 Instagram Reels, 6 WhatsApp Nachrichten und 3 Facebookpostings später wieder aus der Hand. Manchmal habe ich den eigentlich gesuchten Begriff noch nicht Mal nachgesehen, weil mein Gehirn offenbar sofort in einen anderen Modus schaltet, sobald ich eine der bekannten Apps öffne und den eigentlichen Grund der Handynutzung sofort vergisst.
Nun versuche ich immer öfter genau diese eigentlich sinnlose Handy-Nutzung aus meinem Alltag zu verbannen – natürlich, manchmal ist es auch okay einfach stupides Doom-Scrolling zu betreiben, trotzdem tut es mir und meinem Hirn sicher besser einfach Mal nur zu lesen. Ohne Handy und ohne Instagram – nur ich mit meinem Buch.
Hanna Prumofsky, Katholische Kirche