Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Folge 1 – Wunder
„A life filled with wonder is a wonderful life.“ Stand auf meinem Geschenk zum Muttertag.
Ich weiß, manche finden solche Sprüche furchtbar kitschig. Diese typischen Kalendersprüche eben. Aber ich mag sie. Weil ich dann immer darüber nachdenke, wo dieser Satz gerade in meinem Leben Bedeutung hat.
Wer heute noch kein Wunder erlebt hat, hebe die Hand. Wunder begegnen uns täglich. Für manche von uns kann schon ein gesunder Atemzug ein Wunder sein. Oder ein Schritt.
Ich habe zwei Babys geboren – und das gehört für mich zu den größten Wundern, die dieses Leben hergibt. Aber auch Musik ist ein Wunder. Was manche Menschen aus ihren Instrumenten rausholen können. Welche Melodien Leute komponieren. Was Blues mit uns macht. Wie auf uns wirken kann. Wie Gospel uns fast abheben lässt.
Und Kunst erst. Farben. Tänze. Muster. Tausend verschiedene Betrachtungsweisen auf diese Welt.
Wissen hat seine Grenzen. Wunder und Glaube gehen darüber hinaus.
Natürlich können wir alles als Zufall sehen. Aber Dinge als wundervoll zu betrachten bringt mehr Farben ins Leben. Mehr Möglichkeiten. Mehr Schönheit. Es macht unser Leben reicher, manchmal durch eine Wunderbrille zu schauen.
Ganz ohne Substanzen, KI oder Sonstigem.
Nur mit dem eigenen Herzfilter.
Folge 2 – Handabdrücke
„Because I knew you, I have been changed for good.“
Diese Zeile aus dem Musical Wicked geht mir seit Tagen nicht aus dem Kopf.
Das ganze Lied ist voller schöner und bedeutungsvoller Sätze.
„Du wirst immer bei mir sein – wie ein Handabdruck auf meinem Herzen.“
Man sagt, Menschen treten aus einem bestimmten Grund in unser Leben. Manche lassen uns wachsen, wenn wir es zulassen. Und wir geben einander etwas zurück.
So vieles von mir besteht aus dem, was ich von anderen Menschen gelernt habe. Und egal, wie Geschichten enden – manche Menschen schreiben uns neu. Einfach dadurch, dass sie da waren.
Einige Menschen haben auch in meinem Leben Handabdrücke auf meinem Herzen hinterlassen. Und ich bin unglaublich dankbar dafür.
So möchte ich auch sein. Ein Mensch, der gute Handabdrücke auf anderen Herzen hinterlässt. Das können wir. Wir können so sein.
Folge 3 – Mut
Manche Menschen beeindrucken mich.
Nicht weil sie perfekt sind —
sondern weil sie sich etwas zutrauen.
Kinder zum Beispiel.
Sie probieren, fallen hin, stehen wieder auf und glauben noch daran, dass sie wachsen können.Mutig sein heißt oft einfach: etwas tun. Dabei gibt es so viele Erfahrungen, die wir machen könnten, wenn wir einfach an uns glauben würden.
Stattdessen verbringen wir oft Zeit damit, uns Dinge nicht zuzutrauen.
Im zweiten Timotheusbrief steht, dass uns nicht der Geist der Verzagtheit gegeben wurde, sondern der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Mächtige Worte.Meine Mama ist 65 und hat mir ein paar Tage vor unseren Muttertagsausflug gesagt, dass sie schon ein wenig Höhenangst hat. Trotzdem ist sie mit meiner family in den Kletterpark gegangen. Natürlich vielleicht erstmal mit einem mulmigem Gefühl im Bauch. Aber sie hat es gemacht. Und wie stolz meine Kinder dann auf sie waren und sie selbst natürlich auch.
Manche Grenzen entstehen nur in unserem Kopf. Und wenn wir sie aufbrechen, wachsen wir über uns hinaus. Und genau dann merken wir oft erst, wozu wir eigentlich imstande sind.
Das ist für mich echtes Glück.
Folge 4 – Freundlichkeit
Nach all diesen Wundern und gesprengten Grenzen bleibt für mich noch etwas ganz Wichtiges: das, was wir weitergeben.
Frieden weitergeben. Freundlichkeit weitergeben. Ein Kind zum Lächeln bringen. Geschichten weitererzählen, die vielleicht noch in tausend Jahren erzählt werden.
Meine Tochter hat mich neulich gefragt:
„Warum sind manche Menschen einfach grundlos gemein? Warum können Menschen nicht einfach freundlich zueinander sein?“
Und ich fand diese Frage unglaublich berechtigt.
Natürlich gibt es Gründe, warum Menschen hart oder unfreundlich werden. Stress. Verletzungen. Schlechte Tage. Aber trotzdem nehmen wir uns oft viel zu schnell heraus, andere anzufahren oder nicht darüber nachzudenken, was unser Ton mit einem Menschen macht.
An der Kassa. In der Schule. Im Alltag. Gegenüber Kindern. Gegenüber Menschen, die gerade einfach nur versuchen, durch ihren Tag zu kommen.
Ich finde nicht, dass wir die schlechte Laune anderer einfach aushalten müssen.
Freundlichkeit trägt weiter. Weiter als Ärger. Weiter als Wut.
Und genau dort beginnt für mich ein gutes Miteinander.