Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Sonntag, 10.5.2026
Grüß Gott, Hi, Hallo, D’Ehre oder Servus – Es gibt viele Formeln, um einander zu begrüßen. Begleitet wird dies oft auch von Gesten, sei es ein Händedruck, ein Handschlag, eine Umarmung, ein freundschaftliches Küsschen links und rechts oder vl. mit einem schlichten Nicken.
Egal, in welcher Form: Einander zu grüßen signalisiert etwas. Es ist ein Zeichen von Aufmerksamkeit für den Augenblick oder für ein Gegenüber und nicht selten auch der Beginn einer oberflächlichen, aber auch einer tiefgründigen Begegnung. Welche Begegnungen haben meinen heutigen Tag geprägt? Welche haben mich berührt?
Grüßen, eine erste unkomplizierte Form der Kontaktaufnahme, egal, ob mit einem Grüß dich, einem Hallo oder einem schlichten Zunicken.
Montag, 11.5.2026
Viele grüßen beim Einkaufen an der Kassa, man grüßt einander vielleicht beim Spazieren gehen oder am Gartenzaun. Sehr oft grüßt man auf dem Berg, dafür weniger beim Flanieren durch die Fußgängerzone.
Habt ihr euch schon gefragt, wieso es Kontexte gibt, bei denen man einander eher grüßt als bei anderen? Oftmals liegt es daran, dass Grüßende vielleicht etwas miteinander teilen – seien es Informationen, Zeit oder wie vielleicht beim Weg in Richtung eines Berggipfels auch ein gemeinsames Interesse. Grüßen ist in unterschiedlichen Kontexten vielleicht auch gleichbedeutend mit einem „Sich auf jemanden zubewegen“ Wem gegenüber habe ich mich zuletzt geöffnet, sei es für einen Gruß oder für ein Gespräch? In welchen Kontexten grüße ich, wann nicht?
Vielleicht wäre es spannend das eigene Grußverhalten anzuschauen, sei es beim Einkaufen gehen, beim Spaziergang durch die Nachbarschaft oder am Berg.
Dienstag, 12.5.
In der Bibel spielt das Grüßen eine wichtige Rolle: So begegnete der auferstandene Jesus seinen Freundinnen und Freunden im Lukas-Evangelium zunächst mit einem Gruß: „Friede sei mit euch.“
Auch in unserer Alltagssprache ist dieser theologische Hintergrund des Grüßens eingekehrt: Die so oft verwendete Grußformel „Grüß Gott“ hat ihre Wurzeln in einem mittelhochdeutschen Vorläuferwort, das mit „segnen“ übersetzbar ist. Aus dem lateinischen „benedicere“ abgeleitet, heißt segnen nichts anderes als jemandem etwas Gutes zu sagen: Gibt es eine Person, der ich gerade jetzt gute Wünsche mitgeben möchte?
PS: Grüß Gott ist nicht nur eine Grußformel, sondern erscheint in der Steiermark und in Oberösterreich demnächst wieder in Magazinform. Darin enthalten sind unterschiedliche, zeitgemäße und überraschende Zugänge zu Themen rund um Glaube, Gesellschaft und Kirche. Vielleicht blätterst du mal rein, wenn du ein Exemplar auch in deinem Briefkasten entdecken solltest. Und wenn nicht, kannst du auf gruessgott.at auch ein Abo abschließen. Viel Spaß damit!
Mittwoch 13.5.
Wir alle kennen wohl das Gefühl des Abschieds in unserem Leben. Dabei begegnen uns unterschiedliche Facetten, sei es der Abschied von etwas Liebgewonnenem, von einer Idee oder auch von Menschen. Oftmals ist ein Abschied nicht schnell abgetan, sondern wie etwa bei einem Trauerfall ein langwieriger Prozess. Loszulassen ist dabei nicht einfach, aber notwendig, um Neues entstehen zu lassen. Wann hab ich zuletzt von etwas oder von jemandem Abschied nehmen müssen? Was braucht es für mich, um bei aller Trauer Neues zuzulassen?
Vielleicht braucht es bei aller Eigeninitiative in einem solchen Prozess auch manchmal die „Hilfe von oben“ – ein Gedanke, der sich auch in einer noch immer beliebten Abschiedsformel zeigt: Wenn wir mit einem „Pfiati“ jemanden verabschieden, heißt das, dass Gott sie oder ihn behüten soll. In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein „Pfiati“ – bis zum nächsten Mal.