Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Ich möchte mit Ihnen heute und an den folgenden Abenden meine Lieblingsgebete teilen.
Da sich in diesen Tagen und Wochen (fast) alles um die Fußball-WM in Amerika dreht, will ich heute mit einem Fußballer-Gebet beginnen.
Dazu habe ich meine Nichte Veronika mitgebracht, die selbst eine ausgezeichnete Fußballerin ist, und die heute und an den weiteren Abenden die Gebete sprechen wird. Also, liebe Veronika, wie lautet nun Dein Fußballer-Gebet?
"Herr, lass uns fair spielen.
Lass unser Spiel in deinen Augen gut sein.
Lass unser ganzes Leben ein faires Spiel sein,
eine Augenweide für dich und die Mitmenschen.
Wenn du gnädig bist,
dann lass uns gewinnen,
hier im Spiel und später,
wenn das Leben und das Spiel zu Ende sind."
Ein Gebet, das in die Tiefe geht. Eines, das nicht nur für die 5 Wochen der Weltmeisterschaft gilt, sondern unser ganzes Leben meint.
Danke, liebe Veronika!
Dir, mir und allen Zuhörerinnen und Zuhörern ein spannendes, gutes, faires und nach Möglichkeit erfolgreiches Spiel Österreich gegen Argentinien morgen Abend...
Es ist nun schon ein paar Jahre her, als ich als Religionslehrer an meiner geliebten Berufsschule in Pension ging. Viele schöne Erinnerungen an diese Zeit – es waren doch immerhin 18 Jahre – sind so lebendig, als wären sie gestern gewesen.
Auch die Gebete mit den Schülerinnen und Schülern nahmen immer einen wichtigen Platz ein. Z.B. das „Vater Unser“ oder ein Gebet, das ich auch öfters in der Klasse verwendet habe:
„Wo ich gehe, wo ich stehe, bist Du, guter Gott bei mir.
Wunderbar ist Deine Nähe, guter Gott, ich danke Dir.“
Ganz besonders aber erinnere ich mich an meine Lehrausgänge in die Kirche mit anschl. Mittagessen, wo die Jugendlichen sehr berührend folgendes Gebet gesprochen haben:
„Gott, Du bist die Hoffnung, wenn ich ratlos bin,
Du bist mein Licht an grauen Tagen,
Du bist mein Halt, wenn ich gefallen bin,
Du bist die Quelle für meine Lebensenergie,
Du bist mein Begleiter in schweren Situationen,
Du bist meine Kraft, wenn ich mich schwach fühle.
Denn ich spüre, Du bist da, wenn ich Dich brauche.“
Ein Gebet für alle Jugendlichen, Maturanten, und Schüler…. Seid gesegnet!
Es ist in der Tat eines meiner Lieblingsgebete. Und ich erlebe es immer wieder – wie kirchenfern man auch ist, wie schwer man sich mit dem Glauben auch tut – dieses Gebet können die meisten – und das sogar auswendig: das Vater Unser!
„Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie….“
Wie’s weiter geht, das wissen wir – hoffentlich!?
Diese Worte haben schon so viele Menschen durch die Jahrtausende hindurch gesprochen.
Bis heute beten Christen das „Vater Unser“ in den verschiedensten Sprachen auf der ganzen Welt. Oft wird es gebetet, wenn die eigenen Worte fehlen. Sie hallen durch Klostermauern und Schützengräben. Sie ertönen beim Tod eines geliebten Menschen, bei Taufen, bei Hochzeiten.
Jesus selbst hat diese Worte weitergegeben und 2000 Jahre später, beten wir sie noch immer. Für mich persönlich ist es ein besonderes Gebet. In nur wenigen Worten, kunstvoll gedichtet, finde ich das große Geheimnis des christlichen Glaubens.
Beim Beten des Vater Unsers verbinde ich mich nicht nur mit Christen weltweit, sondern auch mit Gott, dem Vater. Ich gebe mich Ihm hin und gleichzeitig, gebe ich bei Ihm alles ab.
Gerade jetzt, in einer so unruhigen Zeit, ist das für mich eine große Kraftquelle. Und hoffentlich auch für Sie – vielleicht sogar heute noch….
Viele von Ihnen kennen bestimmt noch die Abendgebete aus ihrer Kindheit – auswendig, selbstverständlich, automatisch. Sie vermittelten ein Gefühl von Sicherheit. So mancher sagt sich vielleicht: Irgendwie fehlt mir das heute.
Ich habe mir zur Angewohnheit gemacht, vor jedem Schlafengehen ein Kreuzzeichen zu machen. Jetzt ist es bereits so, dass ich ohne das gar nicht mehr einschlafen kann. Manchmal finde ich auch Worte dazu, wie etwa jene, die Edith Stein kurz vor ihrem Tod im Konzentrationslager niedergeschrieben hat. Diese beeindruckten mich dermaßen, dass ich sie auswendig gelernt habe – so habe ich sie als Abendgebet immer bei mir:
„Ohne Vorbehalt und ohne Sorgen
lege ich diesen Tag in Deine Hand.
Sei mein Heute, sei mein gläubig Morgen,
sei mein Gestern, das ich überwand.
Frag mich nicht nach meinen Sehnsuchtswegen,
bin in Deinem Mosaik ein Stein,
wirst mich an die rechte Stelle legen,
Deinen Händen bette ich mich ein.“
Das ist mein absolutes Lieblingsgebet am Abend!
Ihr Theologe Walter Drexler.