Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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[1] Papst Leo XIV., Ansprache zum Abschluss der Arbeiten des außerordentlichen Konsistoriums am 27.6.2026 (https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/giugno/documents/20260627-concistoro-straordinario.html, abgerufen am 8.7.2026).
[2] ebd.
Worte von Erzbischof Alojzij Cvikl bei der Messfeier
Es ist mir eine Freude, Sie zu unserem traditionellen Treffen an der Grenze willkommen zu heißen, einem Treffen, der sich zu einem Ort der Begegnung und des Knüpfens neuer Freundschaften und zum Ansporn für unseren gemeinsamen Weg entwickelt. Bei der Begegnung mit Menschen können wir beobachten, dass sich viele in einem Geisteszustand befinden, der als Frustration bezeichnet wird. Dieser Zustand entsteht aus der Kluft zwischen den eigenen Wünschen und der Möglichkeit, diese zu verwirklichen. Ein solcher Mensch ist enttäuscht, weil er sich ohne Erfolg um etwas bemüht hat.
Heutzutage ist auch von Berufen die Rede, in denen man schon in vornherein damit rechnen muss, dass der ersehnte Erfolg nicht eintreten wird. Der moderne Mensch ist gerade im Hinblick auf Erfolg besonders verletzlich, da jeder sich Anerkennung und Erfolg wünscht. Viele schaffen es in Bereichen wie Wirtschaft, Sport und Handel erfolgreich zu sein.
Es ist weitaus komplizierter, wenn es um Tätigkeiten geht, die mit anderen Menschen zu tun haben, wie etwa Erziehung, karitative Arbeit und auch die Verkündigung des Evangeliums. Hier kommt uns das heutige Gleichnis vom Sämann entgegen. Die Verkündigung ist wie Säen, nicht wie Ernten. Denn der Same fällt auf ganz unterschiedliche Böden, und wer weiß, wie viele Samen nie keimen werden oder wie viele junge Triebe später verdorren oder durch Unwetter zerstört werden.
Das heutige Gleichnis wirft auch ein Licht auf Jesu eigene Verkündigung. Durch seine Worte und Taten verkündete er das Reich Gottes, doch auch er stieß auf Widerstand und Ablehnung. Hätte Gott darauf gewartet, dass jeder von uns zu einem vollkommenen Boden wird, frei von festgetretenen Stellen, Steinen und Dornen, wäre er niemals zu uns gekommen.
Gott wartete nicht, bis die Bedingungen ideal wären. Er sandte seinen Sohn, weil die Welt die Erlösung brauchte. Und Jesus sät sein Wort in jeden von uns, ohne darauf zu warten, dass wir zu einem vollkommenen Boden für seine Saat werden. Deswegen staunt er über Gottes Großzügigkeit und seine unendliche Liebe.
Wir dürfen auch den zweiten Teil des heutigen Evangeliums nicht übersehen: jenen, der von der Saat spricht, die auf guten Boden fiel und Frucht brachte, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Die Saat hat sich gelohnt.
Und genau darum geht es im Evangelium: im Verkündiger die Hoffnung auf den unschätzbaren Wert seines Wirkens zu wecken.
Gottes Wort wird seine Wirkung erreichen. Das Gute wird triumphieren. Wir müssen uns bewusst machen, dass wir in einer Zeit der Aussaat leben, nicht der Ernte, einer Zeit der Prüfung, der Geduld und des Vertrauens.
Gottes Wort will uns lehren mit den Augen des Glaubens zu sehen. Gottes Wort ist wirksam und schöpferisch. Es ist das einzige Wort, das imstande ist ein Herz aus Stein in ein lebendiges Herz zu verwandeln, ein Herz, welches zu Liebe und Selbsthingabe fähig ist. Das Fundament unseres Glaubens ist Er, der uns schickt, guten Samen zu säen, und der wünscht, dass wir Ihm ganz und voll vertrauen. Deswegen endet das Gleichnis mit einer stets aktuellen Einladung, tief in unserem Herzen auf dieses Wort zu hören, durch das Gott wirkt und uns die Erlösung schenkt.
Bei diesem Treffen möchte ich Ihnen mitteilen, dass unsere Erzdiözese eine dreijährige Feier anlässlich des 800-jährigen Bestehens unserer Diözese begonnen hat, die am 24. September 2028 ihren Höhepunkt haben wird. Wir haben folgendes Motto gewählt: „Aus den Wurzeln des Glaubens und der Kultur für künftige Generationen“. Mit der Diözese Graz-Seckau verbinden uns der gemeinsame Glaube und ein Teil des gemeinsamen Wegs, welchen wir zusammen gegangen sind. Daher ist auch die Feier eine Gelegenheit, die Bande der Freundschaft zu stärken, die sich besonders in Krisenzeiten gezeigt haben, als Ihre Diözese uns genau dann zu Hilfe kam, als wir sie am dringendsten brauchten. Die Feier ist auch ein Erlebnis der liebevollen Hand Gottes, die uns durch den Heiligen Geist geführt, uns den Weg gewiesen und uns selbst in Prüfungen Kraft geschenkt hat. Möge der gute Gott beiden Diözesen die Gnade gewähren, den Glauben und das Vertrauen auf die göttliche Vorsehung zu bewahren um den Glauben so zu leben, dass er voller Hoffnung ist und uns zu aktiver Liebe führt.