Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Eine Premiere im neuen „Haus der Begegnung“ der Pfarre Kalsdorf bei Graz war die Lesung aus dem Buch „Die Macht des Vergebens“ von Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. Assistiert von Co-Autor Erich Fuchs entwickelte sich ein spannendes Gespräch rund um die Vergebung, in der Bischof Wilhelm immer wieder aktuelle Beispiele aus seinem Alltag einfließen ließ. Eine Kernbotschaft: „Wir brauchen Menschen, die vergeben können, angefangen in den Familien bis hin zu Staaten, damit wieder mehr Frieden einkehrt“, so der Kalsdorfer Bürgermeister Manfred Komericky.
Auch Bischof Wilhelm und ORF-Mann Fuchs hielten fest, dass Frieden im kleinsten Kreis zu suchen sei, in der Familie und unter Freuden. Klagen über Putin, Trump und andere bringe nichts. Wichtig sei, im eigenen Umfeld zu beginnen. Nicht zuletzt bei sich selbst. „Niemand von uns ist das Nonplusultra“, so Bischof Wilhelm, dessen Aussage, selbst wieder mal zur Beichte gehen zu müssen, für Schmunzeln sorgte. „Um Vergebung zu bitten, ist keine Schwäche. Etwas zuzugeben, das danebengegangen ist, braucht Anstrengung“, sagte der Bischof.
Wichtig sei die Erkenntnis, dass wir alle nur Menschen seien und dass Vergeben und um Vergebung zu bitten uns von einer Last befreie, die uns bis ans Sterbebett verfolgen könne. Ebenso tröstlich sei der Gedanke, dass Gott den Mist, den Menschen bauen, als Dünger verwenden könne, denn „Gott liebt alle Sünder, aber er verachtet die Sünde“, nahm Bischof Wilhelm Anleihe bei der Moraltheologie.
Die wohl brennendste Frage war einmal mehr: Kann man alles Vergeben? „Der Mensch ist nicht vollkommen und es gibt auch böse Menschen. Es gibt keine fixen Regeln und es ist menschlich, wenn man nicht vergeben kann“, meinte der Bischof. Wichtig sei, dass die Zukunft offenbleibe und nicht verbaut und belastet sei. Hilfreich sei, sich einzugestehen, dass alles einen Sinn hat, auch ohne zu wissen, welchen, und daraus die Gelassenheit und die Erkenntnis zu entwickeln, dass es gut weitergehen wird; vielleicht auch mit der Hilfe der Kirche.