Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Sie mag etwas in Vergessenheit geraten sein, die Charta des Zusammenlebens aus dem Jahr 2011. Dennoch ist dieses Dokument ein guter Maßstab für das Leben in der Steiermark, wurde damals von allen Parteien beschlossen und von mehr als 40 Institutionen mitgetragen. Nun soll laut Medien die Charta im stillen Kämmerlein durch ein verschärftes Integrationspapier ersetzt werden. Bei der Sommersitzung 2026 des steirischen Diözesanrates am 19. und 20. Juni in Seggau war man sich einig: Eine Evaluierung mag Sinn machen, aber die katholische Kirche möchte jedenfalls beteiligt sein an einer möglichen Aktualisierung. Die evangelische Kirche schließt sich an. „Auf die Expertise und die Erfahrungen der Kirchen zu verzichten, wäre kurzsichtig“, so der evangelische Superintendentialkurator Michael Axmann. Das Positionspapier der Kirche ging noch am Sitzungswochenende an alle steirischen Abgeordneten im Landtag und an die Landesregierung.
Die Sommersitzung war geprägt von mehreren spannenden Themen. Etwa davon, wie die Weltkirche auf die Diözese Graz-Seckau einwirke; immerhin 40 Prozent der Priester in der Diözese seien keine Österreicher. Je neun Prozent stammen aus Polen und Afrika, je sieben Prozent aus Rumänien und Indien, zwei Prozent aus Asien. Die fremdsprachigen Priester werden über mehrere Jahre von einem Team begleitet, damit die Integration in die Diözese gelinge, so Pater Karl Peinhopf MCCI vom Betreuungsteam.
Die Diözese ist auch im Ausland helfend aktiv – via Welthaus, Afro-Asiatischem-Institut, Caritas, Dreikönigsaktion, Missio und Aktionen der Katholischen Frauen- und Männerbewegungen, berichtete Welthaus-Geschäftsführer Markus Meister. Dazu kommen zwei Diözesanpartnerschaften mit Masan (Südkorea, seit 1971) und Bom Jesus da Lapa (Brasilien, seit 2018) und viele Solidaritätsinitiativen, die in der „Entwicklungspolitischen Plattform der Steiermark“ gebündelt werden. Das Ziel ist, die oft schon über Jahrzehnte bestehenden „Privatprojekte“ in jüngere Hände zu übergeben, so Plattform-Sprecher Peter Possert-Jaroschka.
Zudem beschäftigte die Organisation der Diözese ab September 2026 den Diözesanrat. Ende August wird Generalvikar Erich Linhardt emeritieren. Sein Nachfolger als Generalvikar wird ab 1. September Auxiliarbischof Johannes Freitag, der wiederum von Lukas Grangl als Diözesandirektor für Ressourcen, Steuerung und Organisation unterstützt werden wird. Beide werden das Generalvikariat mit gemeinsamer Verantwortung leiten. Erich Linhardt wird weiter im Dienst der Diözese tätig sein – als Bischofsvikar für Caritas.
Der Diözesanrat der Diözese Graz-Seckau ist jenes Gremium, das die mehr als 700.000 Katholikinnen und Katholiken in der Steiermark repräsentativ vertritt. Er berät und diskutiert er über wichtige Themen und Angelegenheiten der Diözese und bereitet in seinen Beschlüssen für den Diözesanbischof Empfehlungen zur Umsetzung vor.
Bei der Sommersitzung 2026 ging es um die Charta das Zusammenlebens in der Steiermark, ein damals viel beachtetes Grundsatzpapier. Es ist gleich unten zu finden - ebenso wie die Forderung des Diözesanrates zu einer möglichen Überarbeitung.