Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Zu einer spannenden Diskussion lud die Katholische Jugend Steiermark ins Cafe Global in der Grazer Leechgasse. Thema war der Glaube in den Generation Z, also jenen, die zwischen 1995 und 2012 geboren sind. Ein Glaube, der sich, so die Diskutierenden, zwischen Social Media und echter Begegnung bewege, während das klassische Kirchenleben kaum eine Rolle spiele. „Die Jugend interessiert sich für den Glauben, aber ohne Kirchlichkeit. Die zeigt sich in punktuellen Ereignissen wie der Firmung“, so der steirische Weihbischof Johannes Freitag. Die liturgische Versorgung, auf welche die meisten Pfarren setzen, greife also zu kurz.
Religionswissenschafterin Nicole Bauer unterstreicht das. Die Generation Z bestehe aus „digital natives“, firm in der digitalen Welt und von Krisen gebeutelt wie keine andere Generation. „Das macht etwas mit der Identität“, so die Wissenschafterin. Eine Folge sei ein Boom von Religion im digitalen Raum, wo eine neue Wirklichkeit erschaffen wurde. Umso wichtiger sei, zu unterscheiden, was wahr und falsch ist, was Sinn mache und was nicht. „Die Frage ist immer: Was bezwecken die Influencer? Gibt es politische oder wirtschaftliche Interessen?“, so Bauer. Weihbischof Johannes empfiehlt eine kurze Gewissenserforschung: Ist das Gehörte für mich richtig? Fühlt es sich gut an? Ist es getragen von Liebe oder voll mit Manipulation, die auf Social Media omnipräsent sei.
Die TikTokerin Schwester Ida Forell ist in der digitalen Welt aufgewachsen. Sie produziert seit Juni 2025 täglich ein Video für ihren TikTok-Account und zählt inzwischen mehr als 50.000 Follower. Sie meint, dass guter Content aus eigenen Erlebnissen und Gedanken besteht und nie aus Vorschriften. „Es gibt so viele Dampfplauderer, etwa Leute, die meinen, sie haben nie Zweifel an Gott. Dabei gehören Zweifel dazu“, so die Franziskanerin, die trotz ihres erfolgreichen Online-Auftritts überzeugt ist, dass das echte Leben mehr zählt. „Es muss einen Übergang geben von digital hin zur Begegnung. Ich bekomme so viele seelsorgliche Anfragen, da muss man Kontakt aufnehmen“, spricht sie aus Erfahrung.
Für Jugendseelsorger Lukas Weißensteiner decken „Christfluencer“, wie christliche Influencer genannt werden, eine Lücke ab, die die Kirche nicht ausreichend zu füllen vermag: „Sie behandeln Fragen, die sich Jugendliche stellen.“ Auch er warnt vor falschen Propheten im Netz, etwa wenn gepostet werde, „Gott mag Dich nicht, wenn Du einen kurzen Rock trägst“.
Um den Anschluss nicht zu verlieren, denkt Weihbischof Johannes an eine Transformation der Kirche nach: „Haben wir regelmäßig Sonntagsangebote für die Generation Z? Wir brauchen neue Orte, wo junge Menschen andocken können und nicht nur Liturgieversorgung.“ Was Jahrzehnte ausgereicht hat, ist längst nicht mehr genug. Heute gehe es um Events einerseits und spirituelle Tiefe andererseits. Bevor man in die Tiefe gehen kann, braucht man einen begeisternden Startpunkt, „eine Möglichkeit zu erkennen, dass man nicht allein ist“, so Jugendseelsorger Weißensteiner.
Zur Diskussion im Grazer Cafe Global lud die Abteilung Kinder & Jugend der Katholische Kirche Steiermark sowie die Katholische Jugend (KJ) Steiermark. Als Diskutierende waren Weihbischof Johannes Freitag, Kerstin Klaminger (stv. Vorsitzende der KJ Steiermark), Schwester Ida Forell, Nicole Bauer (Religionswissenschafterin an der Universität Graz) sowie Lukas Weißensteiner (steirischer Jugendseelsorger) vor Ort.