Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Die Zahl der Messbesucherinnen und Messbesucher sinkt, ebenso die Zahl der Taufen. Die Austritte nehmen ab, überwiegen aber die Zahl der neu zur Kirche Hinzukommenden. Wie damit umgehen, war die Hauptfrage bei der spannenden Frühjahressitzung des Diözesanrats am 20. und 21. März in Seggau. Der Tenor: Die Kirche bleibt für viele wichtig, allerdings punktuell bei wichtigen Feiern wie Taufen, Firmungen, Trauungen. Dabei bietet die Kirche wesentlich mehr. Viele Menschen könne man bei der Langen Nacht der Kirchen erreichen, was einfacher sei, wenn sich ein Seelsorgeraum auf einen Standort pro Jahr festlege, so die Erfahrung im Seelsorgeraum Südsteirisches Weinland. Ebenso auf Unterhaltung setzt man im Seelsorgeraum Oberes Mürztal und der Aktion „Kino in der Kirche“ in der abgelegenen Pfarrkirche Hönigsberg.
Speziell die Jugend spreche man mit „Escape the Church“ im Seelsorgeraum Sonnenland Süd-Ost an, einem Ratespiel, bei dem es nicht darum geht, aus der Kirche auszubrechen, sondern das Tabernakel zu öffnen. Im Seelsorgeraum Murau veranstaltet man unter dem Motto „Feel the Spirit“ zusammen mit dem Kulturverein Meditationen mit Musik, die toll ankommen. Im Seelsorgeraum Rein gibt es ein Adventsingen in der Stiftsbasilika, bei dem jeder Pfarrchor in einer Seitenkapelle vertreten ist und singt. Eine gute Sache sei auch ein Seelsorgeraumblatt statt mehrerer Pfarrblätter. Am Anfang habe es Vorbehalte gegeben, aber nun bringen sich alle Pfarren ein und die Gesamtschau sei sehr beliebt, heißt es im Seelsorgeraum Südoststeirisches Hügelland. Auch die Ordensspitäler sind innovativ. So biete man in Ambulanzen, die oft von älteren Menschen besucht werden, Techniknachhilfe an in der Wartezeit. Eine andere Form von Seelsorge, so Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl.
Beeindruckend war die Vorstellung des diözesanen Ressorts für Wirtschaft und Ressourcen. Rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt die Katholische Kirche und ist damit einer der größten Arbeitgeber in der Steiermark. Mit 6700 Hektar Wald ist die Kirche der 17-größte Waldbesitzer im Bundesland, dazu kommen 2100 Hektar unbebaute Fläche sowie 2200 durchwegs denkmalgeschützte Gebäude; davon rund 700 Kirchen. Imposante zahlen, die aber mehr Verpflichtung als Reichtum sind. „Für die Erhaltung der Gebäude geben wir pro Jahr 15 Mio. Euro aus und wickeln damit 40 größere Bauprojekte ab“, so der diözesane Ökonom Martin Halmer. Die Erträge aus den Immobilien seien überschaubar, die Haupteinnahmen des diözesanen Budgets von 110 Mio. Euro kommen mit etwa 80 Mio. Euro weiter aus dem Kirchenbeitrag. Gute zwei Drittel des Budgets entfallen auf die Personalkosten.
Voll in Fahrt gekommen ist der Ausbau der Photovoltaik. „Vor zwei Jahren hat die Diözese noch acht Gigawattstunden Strom eingekauft, jetzt sind es nur noch sieben“, erklärt Energiemanager Wolfgang Pucher. Die Initiative, unabhängig von Öl und Gas zu werden und nachhaltige Energieformen zu nutzen, sei ebenso erfolgreich. Die Diözese Graz-Seckau kaufe derzeit 3,5 Gigawattstunden Gas ein, die kleinere Erzdiözese Salzburg elf Gigawattstunden. „Wir sind schon gut aufgestellt“, so Wolfgang Pucher.
Gut aufgestellt sind auch die meisten Seelsorgeräume mit den Pastoralplänen, in denen die Schwerpunkte des kirchlichen Angebotes vor Ort festgelegt ist. Sie werden vom Diözesanbischof für jeweils sechs Jahre bewilligt. Zuletzt ging es um die Sakramente Taufe und Eucharistie mit zwei Herausforderungen: Die Taufe durch Laien und die unterschätzte Bedeutung von Wort-Gottes-Feiern. „Angesichts vieler wichtiger Themen in unseren Sitzungen war es diesmal eine Wohltat und Freude, kreative und schon bewährte Ideen in den Seelsorgeräumen miteinander zu teilen. Das macht Mut und gibt Kraft für die Zukunft“, so Gerlinde Paar, Geschäftsführende Vorsitzende des steirischen Diözesanrates.
Der Diözesanrat ist ein wichtiges Beratungsgremium des Diözesanbischofs, der bei den Sitzungen stets anwesend ist. Er besteht aus knapp 100 Steirerinnen und Steirern (aus Gremien entsendet oder gewählt), denen die Kirche ein Anliegen ist, und trifft sich dreimal pro Jahr.
Weitere Infos zum Diözesanrat finden sich hier.