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Papst Leo XIV. bricht eine Lanze für Qualitätsjournalismus und Bildung zum Schutz gegen die vermeintlich allwissende Künstliche Intelligenz (KI). "Systeme, die statistische Wahrscheinlichkeiten als Wissen ausgeben, bieten uns in Wirklichkeit bestenfalls Annäherungen an die Wahrheit, die mitunter regelrechte 'Halluzinationen' sind", schreibt Leo in seiner am Samstag veröffentlichten Botschaft zum Tag der sozialen Kommunikationsmittel. Medien- und Kommunikationsunternehmen dürften nicht zulassen, dass Algorithmen, die um jeden Preis um ein paar Sekunden mehr Aufmerksamkeit kämpften, journalistische Werte wie die Suche nach Wahrheit verdrängten, so der Papst.
Als Probleme nennt er eine fehlende Überprüfung von Quellen und Informationen auch durch die Krise des Journalismus vor Ort. All dies schaffe einen Nährboden für Desinformation und "ein wachsendes Gefühl von Misstrauen, Orientierungslosigkeit und Unsicherheit".
Weiter fordert Leo XIV., von KI erzeugte oder manipulierte Inhalte müssten klar gekennzeichnet und deutlich von menschengemachten Inhalten unterschieden werden. Die Arbeit von Journalisten, Autoren und anderen Kreativen sei urheberrechtlich zu schützen.
In dem Text mit dem Titel "Custodire voci e volti umani" (Gesichter und Stimmen des Menschen schützen) verweist Leo auf Chatbots und ständig wachsende Möglichkeiten der KI, Stimmen, Gesichter, Gestik und Mimik nachzuahmen und sogar menschliche Emotionen vorzutäuschen. Heute brauche es eine "digitale Alphabetisierung", um zu verstehen, wie zum Beispiel Algorithmen unsere Wahrnehmung der Realität prägen, resümiert Leo XIV.
Ein Großteil der menschlichen Kreativwirtschaft laufe außerdem Gefahr, abgebaut und durch das Label "von KI gesteuert" ersetzt zu werden, wodurch Menschen zu bloßen passiven Konsumenten unreflektierter Gedanken, anonymer, unautorisierter und ungeliebter Produkte würden.
Den kreativen Prozess aufzugeben und die eigenen geistigen Fähigkeiten und die Vorstellungskraft Maschinen zu überlassen, bedeute, die Talente zu begraben, die den Menschen gegeben seien, um in Beziehung zu Gott und den Mitmenschen zu wachsen. "Es bedeutet, unser Gesicht zu verbergen und unsere Stimme zum Schweigen zu bringen", kritisiert Leo XIV.
Quelle: Kathpress, Bearbeitung: Katrin Leinfellner
Der Tag der sozialen Kommunikationsmittel wurde 1967 von Papst Paul VI. als Welttag der Massenmedien eingeführt. Er findet sechs Wochen nach Ostersonntag bzw. drei Tage nach Christi Himmelfahrt statt. Im Blick auf diesen Tag veröffentlicht der jeweilige Papst zum Fest des heiligen Franz von Sales – des Patrons der Journalisten (24. Jänner) – eine Botschaft, die die Christliche Soziallehre bezüglich der Ethik der Massenmedien erläutert.