Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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An dem in dieser Form erstmaligen Arbeitstreffen im Vatikan nahmen aus Österreich neben dem Innsbrucker Bischof Hermann Glettler auch Johanna Schwanberg, Direktorin des "Dom Museums Wien", der Linzer Kunstreferent und Diözesankonservator Hubert Nitsch sowie "Kultum"-Leiter Johannes Rauchenberger und Hochschulseelsorger Alois Köbl aus Graz teil, dazu aus Deutschland Benita Meißner ("DG Kunstraum"), Stephan Kessler (St. Peter Köln) und Maria Dis ("Insight", Katholisches Bildungswerk Stuttgart). Unter den sieben Vatikan-Fachleuten waren neben Kardinal Ravasi auch Kurienbischof und Medienexperte Paul Tighe, die Leiterin der Zeitgenössischen Kunstausstellung in den Vatikanischen Museen, Micol Forti, u.a. Verantwortliche für das vatikanische Kulturerbe.
Bischof Glettler, der sich seit seinem Amtsantritt in Innsbruck bereits mehrfach als Brückenbauer zwischen Kirche und Kunst engagierte, betonte, die Kirche müsse sich von den Kulturschaffenden der Gegenwart "infrage stellen und beschenken lassen", wenn sie eine lernende Kirche in der Tradition des Zweiten Vatikanischen Konzils bleiben wolle. Die Beschäftigung mit zeitgenössischer Kunst sei von vielen Überraschungen gekennzeichnet, "weil sich Gottes Geist nicht an Institutionsgrenzen hält".
Ziel des vom Innsbrucker Bischof iniitierten Dialoges war auch ein institutionalisierter Kunst-Dialog im Vatikan: Dafür schlug er einen alle zwei Jahre stattfindenden Austausch zwischen einschlägigen kirchlichen Kulturinstitutionen vor, die einen ernsthaften Dialog mit heutigen Kulturschaffenden suchen. Ebenso regte Glettler ein gemeinsames, auf vier Jahre anberaumtes Kunst-Projekt an, das das 60-Jahr-Jubiläum des Konzils in verschiedenen Ländern zum Anlass für Dialogprojekte mit Gegenwartskunst nimmt.
Die Gäste aus Österreich und Deutschland präsentierten den Vatikan-Vertretern die zahlreichen kirchlichen Initiativen im deutschsprachigen Raum, die bereits seit geraumer Zeit dem Dialog mit zeitgenössischer Kultur verpflichtet sind. Die Palette reicht von temporären Interventionen zeitgenössischer Kunst im Kirchenraum (Kunststation St. Peter in Köln, St. Andrä in Graz, Kunstraum Kirche Innsbruck) bis hin zur Bildungsarbeit im kirchlichen Kontext ("Insight" Stuttgart, Katholische Hochschulgemeinde Graz, St. Virgil in Salzburg), "wo mit Kunst nicht nur Gänge beiläufig dekoriert werden", wie es in einem Bericht der Diözese Innsbruck heißt. Vorgestellt wurden auch das kirchliche Kulturzentrum "Kultum" in Graz und das Dommuseum in Wien, wo heutige existenzielle Themen mit Beispielen alter und neuer Kunst aufgegriffen werden, sowie Beispiele "konsequenter Einladung zeitgenössischer Künstler/innen zur Gestaltung von Altarräumen und sakralen Gegenständen", wie es Gepflogenheit in den Diözesen Linz, Graz-Seckau, Wien und Innsbruck sei.
Direktor Johannes Rauchenberger stellte sein "künstlerisch polyglottes" Grazer Kulturzentrum ebenso vor wie sein virtuelles Buchmuseum "Gott hat kein Museum" über Religion in der Kunst des beginnenden 21. Jahrhunderts. Das Buch dazu ist restlos vergriffen, das letzte Exemplar überreichte er Kardinal Ravasi - verbunden mit der Hoffnung, dass die von Papst Paul VI. angeregte Begegnung von Kunst und Kirche wieder verstärkt aufgegriffen wird. Die Vatikanischen Museen hätten zwar eine Abteilung für zeitgenössische Kunst, diese bestehe aber vor allem aus Werken der 1960er und 1970er-Jahre. Rauchenberger gab am Ende des Treffens seinen Eindruck wieder, "dass beim Päpstlichen Kulturrat auch klar geworden ist, welchen Schatz wir im deutschsprachigen Raum mit zeitgenössischen Museen, Ausstellungshäusern und Kunstinitiativen mit kirchlichem Kontext haben".
Quelle: Kathpress