Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Mit einem stimmungsvollen Festakt feierte man am 23. April 2026 den 150. Geburtstag des Vorauer Marienkrankenhauses. Aus dem Tonihäusl des Jahre 1876 mit einer Handvoll Krankenzimmern wurde in den Händen der Vorauer Marienschwestern eines der bedeutendsten Krankenhäuser der Steiermark. Rund 250 Gäste, darunter der steirische Weihbischof Johannes Freitag und Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl, ließen sich die von ORF-Moderatorin Kathi Wenusch moderierte Zeitreise von den Anfängen bis heute im Mehrzwecksaal der MS Vorau nicht entgehen.
“Große Werke beginnen oft ganz klein”, so Weihbischof Johannes. Aus der kleinen Gründung sei ein großes Werk geworden, ein Spital, das zusammen mit dem Stift Vorau dem Leben diene wie die zwei Lungenflügel eines Menschen. “Danke für das gute Miteinander und jedes kleine Lebenswerk vor Ort, das zu einem großen Lebenswerk beiträgt.”
Gesundheitslandesrat Kornhäusl erzählte von seinen eigenen Erfahrungen als Arzt mit betagten Jubilarinnen und Jubilaren: “Immer wieder habe ich 90-, 95-jährige gefragt, warum sie immer noch so gut aussehen. Die Antwort: Sie haben immer gearbeitet und das Leben so angenommen, wie es ist.” Das Leben annehmen und etwas daraus machen als Geheimrezept sowie helfen und unterstützen, wo dies nötig ist - “keine Digitalisierung und Neuerung wird das wegnehmen, was hier in Vorau gelebt wird”.
Für die Zukunft sieht man sich gut gerüstet. “Wir werden das gemeinsam gut schaffen”, meint Geschäftsführer Bertram Gangl in Richtung Politik blickend. Mirjam Schmedler, Generaloberin der Vorauer Marienschwestern, ergänzt: “Wir werden wachsam bleiben für die Nöte unserer Zeit.” Ein Beispiel dafür sei “Mobirem” - eine Remobilisierung für zu Hause für Menschen, denen die Bewegungsfähigkeit abhanden gekommen ist. Ein weiteres Highlight: Im Vorauer Marienkrankenhaus gibt es kein Personalproblem. Die Menschen gehen zur Ausbildung weg, kommen dann aber gerne wieder zurück nach Vorau, heißt es.
Für zwei Vorauer Marienschwestern sind Seligsprechungsprozesse im Gange: Für die Ordensgründerin Barbara Sicharter und die Novizin Maria Krückl. Erstere hat die "Kongregation der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Vorau" ins Leben gerufen, letztere wurde von einem russischen Soldaten missbraucht und ermordet. Die Verfahren wurden 2022 eröffnet und dauern üblicherweise zehn und mehr Jahre. Vor allem gilt es, ein Wunder, den Märtyrertod sowie Tugendhaftigkeit und den „Ruf der Heiligkeit“ nachzuweisen.
Bei der Seligsprechung stellt die katholische Kirche durch das Urteil des Papstes fest, dass eine verstorbene Person vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Selig Gesprochene dürfen als Vorbild und als Fürsprecher bei Gott angesprochen werden.