Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Beim diesjährigen Diözesanen Bibeltag am 7. Februar unter dem Motto „Übers Wasser gehen – Verbunden mit und im Vertrauen auf Christus“ stand das Johannesevangelium mit seiner spezifisch bildreichen Sprache im Mittelpunkt. Prof.in Veronika Burz-Tropper, neutestamentliche Bibelwissenschaftlerin (Universität Leuven/Belgien), führte im Hauptvortrag aus, dass der Evangelist in erster Linie keine Biographie Jesu erstellen wollte. Vielmehr habe er ein in österlichen Farben gemaltes Glaubensporträt gezeichnet.
Etwa 100 Bibelinteressierte sind der Einladung des Fachbereichs Pastoral & Theologie und des Bildungsforums bei den Minoriten ins Schloss Seggau gefolgt, um mit der johanneischen Gemeinde hinter die Kulissen vordergründiger Wortbedeutungen zu blicken. So erläuterte die Neutestamentlerin, dass an mehreren Stellen beispielsweise vom Durst die Rede sei, aber nicht das physische Verlangen nach Wasser gemeint sei. Jesus bezeichne damit vielmehr die Sehnsucht nach einem Leben in Fülle: Wer auf ihn vertraue, der habe ein neues, den Tod überdauerndes Leben gefunden, der sei ein neuer Mensch.
Dass diese johanneische Botschaft auch bis heute nicht aufzulösende Widersprüchlichkeiten in sich birgt, zeigten die Rückfragen der Teilnehmenden, wie etwa nach dem Verhältnis des Evangelisten und seiner Gemeinde zum Judentum. Laut Burz-Tropper erhebe das vierte Evangelium den Anspruch, im Rahmen des jüdischen Monotheismus zu bleiben und sei von den Auseinandersetzungen darüber deutlich geprägt. Die rege Diskussion der Teilnehmenden zeigte das Interesse an der Thematik – auch wenn die Übereinstimmung hinsichtlich der Deutung mancher Fragen offen blieb, wie z.B. in der Hingabe Jesu als rettendes Geschehen.
Die vielfältigen Zugänge zur biblischen Botschaft konnten am Nachmittag in vier Workshops vertieft werden. So eröffnete die Beschäftigung mit unterschiedlichen Bibeltexten durch kreative Methoden eine herausfordernde Mischung aus theologischer Spurensuche, spiritueller Erfahrung und persönlicher Ermutigung.
Am Ende des Bibeltages wurde im geistlichen Abschluss von den Teilnehmenden betont, dass der erfrischende Blick auf Christus und die lebensverändernde Kraft im Vertrauen auf ihn als wertvolle Impulse in den Alltag mitgenommen werden.
Inge Lang, Fachbereich Pastoral & Theologie
Bildungsforum bei den Minoriten