Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Obwohl Bischof Maximilian Aichern den Gutteil seines Lebens in Oberösterreich verbracht hat, war er in „seinem“ Stift St. Lambrecht tief verwurzelt. Das sah man bei Requiem und Beerdigung am 9. Februar 2026 in der vollen Stiftskirche. Viele wollten Abschied nehmen von Bischof Maximilian, der 1954 ins Stift eintrat und von 1977 bis 1982 dort Abt war; bis er zum Bischof der Diözese Linz ernannt wurde. „Wir nehmen großer Dankbarkeit Abschied vom ältesten Mitbruder, der vor beinahe 72 Jahren als Novize eingekleidet wurde“, so der aktuelle St. Lambrechter Abt Alfred Eichmann und der Konvent des Benediktinerstiftes. Bischof Maximilian wurde auf eigenen Wunsch in der Äbtegruft beigesetzt, dort, wo sein Vorgänger als Abt, Wilhelm Blaindorfer, 1977 bestattet worden war.
Die erste Einsegnung übernahm der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl: „Kurz nach Deiner Ernennung haben wir beide uns hier in diesem Haus kennengelernt, lieber Bischof Maximilian. Mir begegnete damals – ich war Seminarist im ersten Semester – ein offenherziger Mensch, der davon geprägt war, das Evangelium im Heute zu leben und alles daran zu setzen, dass der Mensch ein Mensch bleibt. Danke für Dein Leben und Dein Lebenszeugnis“, so Bischof Wilhelm.
Das Requiem in der Stiftskirche leitete der Abtpräses der österreichischen Benediktinerkongregation, Johannes Perkmann, selbst Abt in Michaelbeuern. In seiner Predigt sprach er einmal mehr vom großen Menschenfreund Maximilian Aichern, für den Freundschaft so wichtig war – mit den Menschen und mit Jesus Christus. “Maximilian Aichern war der jüngste Abt von St. Lambrecht”, so Abtpräses Perkmann, “er war Zeit seines Lebens bescheiden und einfach, immer besorgt um seine Mitbrüder und die Menschen in seiner Umgebung. Immer war er Hirte, guter Vater und väterlicher Freund”. Er musste viel Bitterkeit ertragen, übertauchte dies jedoch mit seiner Freude am Guten und durch den Kontakt per Telefon und mit vielen Briefen, die er bis zuletzt geschrieben habe. “Danke, Bischof Maximilian, für Deine Freundschaft”, so der Abtpräses.
Für das Land Steiermark fand Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom berührende Worte für den Verstorbenen: “Er war ein glühender Europäer, der meinte, wir müssen die Menschen hereinlassen, statt sie ausgrenzen. Bis zuletzt hat er gemeint, nicht volle Moscheen machen ihm Sorgen, sondern leere Kirchen. Er war ein guter Zuhörer, immer wertschätzend, immer unterstützend, immer ein Freund und immer interessiert an St. Lambrecht. Dort war er zu Hause.”
Die Beisetzung in der Äbtegruft der wundervoll renovierten Stiftskirche übernahm Abt Alfred Eichmann: “Vor einem Jahr hat Bischof Maximilian das 70. Professjubiläum gefeiert. Seine Urkunde hat er unterschrieben mit Altbischof von Linz und Altabt von St. Lambrecht. St. Lambrecht war seine erste Liebe, die er nie vergessen hat. Er wusste, wo er hingehört. Dieses Vertrauen lösen wir nun ein, indem wir ihn zu seinem Vorgänger legen.” Der Abt dankte allen, die Bischof Maximilian begleitet haben, allen, die mitgeholfen haben bei dieser Feier und allen Mitfeiernden. Nach einem "Salve Regina" verschwand der Sarg im Boden des linken Seitenschiffs der Stiftskirche.
Neben vielen Menschen aus nah und fern, Äbtissinen, Äbten, Ordensoberen und Kanonikern nahmen beim Begräbnis Erzbischof Franz Lackner (Salzburg), die Diözesanbischöfe Wilhelm Krautwaschl (Steiermark), Manfred Scheuer (Oberösterreich), Josef Marketz (Kärnten), Ägidius Zsifkovics (Burgenland), Ivo Muser (Südtirol), Bischof em. Stansilav Lipovsek (Celje) und der steirische Weihbischof Johannes Freitag teil. Die Politik war durch Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und die Landeshauptmänner a.D. Hermann Schützenhöfer und Josef Pühringer vertreten.