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8.000 Gläubige feierten mit Hermann Glettler in der Innsbrucker Olympiahalle. - Foto: Diözese Innsbruck

"Unser" Hermann ist jetzt Bischof

Weihe durch Erzbischof Lackner zum 5. Bischof der Diözese Innsbruck.

FOTOSERIE: Bischofsweihe von Hermann Glettler >

Hermann Glettler ist am Samstag zum neuen Bischof der Diözese Innsbruck geweiht worden. Hauptkonsekrator bei der Feier in der Innsbrucker Olympiahalle war der Salzburger Erzbischof und Metropolit der westösterreichischen Kirchenprovinz Franz Lackner. Ihm zur Seite standen Glettlers Amtsvorgänger und jetziger Linzer Bischof Manfred Scheuer und der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl. Diese drei legten Glettler im stillen Gebet um den Heiligen Geist die Hände auf und vollzogen damit seine Weihe und die Weitergabe des Bischofsamtes. Weitere Konzelebranten waren Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof Simon Ntamwana (Gitega/Burundi) und Bischof Yves Le Saux (Le Mans/Frankreich).

Bericht in Steiermark heute >

Papst: "Auf dich fällt mein Blick"

Am Beginn der Weiheliturgie bat der bisherige Innsbrucker Diözesanadministrator Jakob Bürgler den Salzburger Erzbischof darum, Hermann Glettler zum Bischof zu weihen. Im Anschluss wurde das päpstliche Ernennungsdekret des Erwählten durch die Ordinariatskanzlerin Gudrun Walter verlesen. Darin schreibt Papst Franziskus über Hermann Glettler: "Ich weiß um deinen Einsatz für die Armen und Notleidenden, für die Seelsorge sowie für die Neuevangelisierung. Ich weiß um deine geistliche Lebensführung wie auch um deine umfassende theologische wie auch allgemein menschliche Bildung. Auf dich fällt mein Blick und dich erachte ich als den Geeigneten für das Amt des Vorstehers dieser Diözese. Auf Vorschlag der Kongregation für die Bischöfe ernenne ich dich deshalb kraft meiner Apostolischen Vollmacht zum Bischof der Diözese Innsbruck. Zugleich übertrage ich dir alle Rechte und Pflichten, die mit diesem Amt verbunden sind."

Als Zeichen der ökumenische Verbundenheit nahm u.a. der evangelische-lutherische Superintendent Olivier Dantine an der Weiheliturgie als Lektor einer Lesung teil. Die sehr gute Beziehung der Diözese zur Israelitischen Kultusgemeinde wurde unterstrichen durch die Teilnahme von IKG-Landespräsident Günter Lieder. Unter den Gästen waren auch zahlreiche weitere Vertreterinnen und Vertreter anderer Religionsgemeinschaften.

Bischof durch Handauflegung und Gebet

Nach der Predigt von Bischof Scheuer folgte der eigentliche Weiheakt des neuen Bischofs. Hermann Glettler versprach, der Kirche durch die Gnade des Heiligen Geistes in seinem Amt zu dienen, das durch Handauflegung und Gebet übertragen wurde. Hauptzelebrant Lackner setzte diese seit den Anfängen der Kirche belegte Geste als erster, danach taten dies auch die anderen Bischöfe. Währenddessen verharrten die Gläubigen in stillem Gebet.

Der Salzburger Erzbischof salbte das Haupt Glettlers und überreichte ihm Evangeliar, Bischofsring, Mitra und Hirtenstab als bischöfliche Insignien. Sie machen den Dienst des Bischofs als Verkündiger, Lehrer und Hirte sichtbar. Stab und Brustkreuz sind nicht neu, sondern wurden von Glettler aus einem kirchlichen Bestand ausgewählt. Sie wurden jedoch vom Grazer Künstler Gustav Troger nachbearbeitet. Die Löcher im aufgebohrten Kreuz sind eine Anspielung auf das durchbohrte Herz Jesu und die Bohrungen im Hirtenstab sollen Durchlässigkeit, Transparenz, aber auch Verwundbarkeit ausdrücken, heißt es dazu im Feierheft.

Zum Abschluss des Weiheaktes umarmten alle Bischöfe den Neugeweihten und bekundeten damit seine Aufnahme in das Bischofskollegium. Dem folgte schließlich der Friedensgruß, den Bischof Glettler mit einer Delegation von haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Diözese austauschte. Diese bezeugten damit ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem neuen Bischof.

Kollekte für Obdachlose 

Die Kollekte bei der Bischofsweihe kam auf Wunsch von Bischof Glettler der Krankenpflege Obdachloser und dem Integrationshaus der Caritas zugute. Zuvor hatten MinistrantInnen, Mitglieder einer Tiroler Familie sowie VertreterInnen der afrikanischen Gemeinde die Gaben zum Altar gebracht. 

Nach Innsbruck waren auch über 500 Gäste aus der Steiermark, mit Bischof Krautwaschl und Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer an der Spitze, gekommen. Allein sechs Busse kamen aus der Pfarre St. Andrä in Graz, wo Glettler lange als Pfarrer wirkte, und aus seiner Heimatgemeinde Übelbach mit der Musikkapelle des Ortes. Im Anschluss an die Weiheliturgie waren alle TeilnehmerInnen zu einer Agape in der Olympiahalle eingeladen. Danach verlegte sich das Geschehen in die Innsbrucker Innenstadt, wo am Domplatz ein landesüblicher Empfang stattfand. Dem folgte um 19 Uhr eine feierliche Vesper, die der neue Bischof erstmals von seiner Kathedra in der Domkirche aus leitete.

"Etwas mehr Lärm in der Kirche"

Seine Abschlussansprache begann Bischof Hermann Glettler mit großem Dank an Gott für sein Leben, für Familie, Freunde, Lehrer und Weggefährten. Die anwesenden Jugendlichen forderte er auf, "etwas mehr Lärm in der Kirche" zu machen. Sie mögen, wie es Papst Franziskus sagt, „das bequeme Sofa des Wohlstands zu verlassen, um euch in die Welt einzumischen“. Als Bischof möchte er daher "einer Ortskirche vorangehen, die nicht im Selbstmitleid, nicht in der Erschöpfung und nicht in der Diskussion um interne Fragen erstarrt, sondern den Willen hat, sich auf den Weg zu machen", so Glettler.



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