Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
Schulen, Kindergärten, Bildungshäuser und vieles mehr: Kirche ist ein wesentlicher Bildungsanbieter. mehr Infos

"Wir müssen den Weltfrauentag für die Kirche reklamieren", forderte Martina Bär, Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Graz. Die Anliegen des internationalen Weltfrauentags am 8. März, wie Gleichstellung von Männern und Frauen, Chancengleichheit oder der Kampf gegen Gewalt, seien auch für die Kirche anwendbar. "Es genügt nicht an einem Tag im Jahre Rosen zu verteilen, es braucht vielmehr eine Debatte über kirchliche wie gesellschaftliche Geschlechterkonstrukte". Feministische oder queere Theologie hätten lange als "no go" gegolten, inklusive Abwehrhaltung, einem negativen Image von Feminismus sowie Feministinnen und einer "Einstufung als links". "Heute ist es ein wissenschaftlich ernst genommenes Thema", so die Theologin.
In der katholischen Kirche würde zwar seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und besonders seit dem Pontifikat von Papst Franziskus die Gleichwertigkeit von Frau und Mann betont, nicht aber deren Gleichberechtigung in Ämterfragen, erläuterte Bär. Bei der Frage nach dem "heißen Eisen" Frauenpriestertum und -diakonat wies sie auf die europäische Tradition des modernen Verfassungsstaates hin, in dessen Entwicklung auch die Benachteiligung aufgrund des Geschlechts aufgehoben und die Gleichberechtigung von Frauen gefordert und gefördert worden sei. "Die Kirche orientiert sich nicht an einem modernen Staat, was zu Missverständnissen und Unverständnis bei Frauen führt", erklärte die Leiterin des Fachbereichs Fundamentaltheologie der Uni Graz.
Zur Frage, ob man nach der Weltbischofssynode im Herbst Frauen zu Diakoninnen oder Priesterinnen weihen kann, meinte Bär: "Es wird sicher eine Debatte geben, aber ich erwarte keine Entscheidung". Und weiter: "Wahrscheinlich muss noch mehr Druck vonseiten der Frauen ausgeübt werden, bevor sich etwas ändert." Frauenpriestertum und -diakonat seien aber nicht nur eine Sache von westeuropäischen Frauen, meinte die Theologin, die auf eine globale kirchliche Perspektive hinwies. So sei es nicht überall selbstverständlich, dass Frauen und Männer Kirche aktiv und entscheidend mitgestalten dürfen", so das Fazit der Theologin.
Quelle: Kathpress
1977 erkannte die UN-Generalversammlung den 8. März offiziell als Internationalen Frauentag an. Er entstand als Initiative sozialistischer Organisationen vor dem Ersten Weltkrieg im Kampf um das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen. Der erste Frauentag fand am 19. März 1911 statt. 1921 wurde sein Datum durch einen Beschluss der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen in Moskau endgültig auf den 8. März gelegt.
Der Fakultätsschwerpunkt "Frauen- und Geschlechterforschung" wurde im Juni 1994 errichtet und feiert heuer sein dreißigjähriges Bestehen. Gründungsmitglied ist die emeritierte Professorin für Alttestamentliche Bibelwissenschaften an der Universität Graz, Irmtraud Fischer. Anlässlich dieses Jubiläums sind einige Veranstaltungen geplant. Der Auftakt bildet die Ringvorlesung zum Thema "Sex, Gender und Religion" in diesem Sommersemester.
Theologische Frauen- und Geschlechterforschung
Ringvorlesung Gender, Sex und Religion
Renate Kordon und Tamara Friebel: SISTERS OF THE LABYRINTH
Am Donnerstag, 7. März, von 17 bis 21 Uhr lesen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Kunst im Graz Museum (Sackstraße 18) für sie programmatische Texte. Sie treten mit dieser Veranstaltung für die Gleichbehandlung aller Geschlechter ein und setzen ein Zeichen gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, hieß es. Organisiert wird die "Genderlesung" von der Bibelwissenschaftlerin Irmtraud Fischer. Sie fußt auf einer Kooperation des "Cluster Gender" der Universität Graz und der Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung.