Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Pfarrer Bernhard Preiß (Pfarrer in den Pfarren St. Margarethen und Kirchberg an der Raab) hat Bernhard Strehl zu einem Vortrag in die Hügellandhalle in St. Margarethen an der Raab eingeladen.
Der Referent soll zum Thema "Klima verstehen. Warum wandelt sich das Klima" referieren, so die Kleine Zeitung am 5. September 2023. Strehl stellt die Klimaerwärmung insofern in Frage, als er vom Herannahen einer neuen Eiszeit spricht. Dies ist wie auch weitere als Fakten präsentierte Inhalte eine irreführende Falschinformation, die sachlich im Widerspruch zum gesicherten Wissensstand der naturwissenschaftlichen Klimaforschung steht.
Gleichzeitig gilt: während Irreführung auf der Sachebene die Hörenden fehlinformiert, ist es auf der Meinungebene umso wichtiger, Vielfalt zu achten und zu hören, denn zu vielen Themen gibt es unterschiedliche Meinungen. In der Konzilskonstitution Gaudium et spes Nr. 43 steht: " Oftmals wird gerade eine christliche Schau der Dinge ihnen [den Laien] eine bestimmte Lösung in einer konkreten Situation nahelegen. Aber andere Christen werden vielleicht, wie es häufiger, und zwar legitim, der Fall ist, bei gleicher Gewissenhaftigkeit in der gleichen Frage zu einem anderen Urteil kommen."
Die Diözesanleitung verweist auf die von Papst Franziskus verfasste Enzyklika "Laudato si", die sich mit den Themen Umwelt, Schöpfung, Ökologie und die damit zusammenhängenden sozialen Fragen beschäftigt. Papst Franziskus spricht in "Laudato si" von einer einzigen, umfassenden sozio-ökologischen Krise: Umweltschutz, Armutsbekämpfung und der Einsatz für Menschenwürde gehörten untrennbar zusammen. Ein wirklich ökologischer Lösungsansatz sei immer auch ein sozialer Ansatz, "der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde". Nicht zuletzt, weil von der Öko-Krise die Armen am schlimmsten betroffen seien. Die Lösung könne deshalb für den Papst nur in einer "ganzheitlichen Ökologie" oder "Human-Ökologie" liegen.
Da das Thema Klimawandel und die daraus resultierenden, sozialen Probleme so wichtig sind, hat Papst Franziskus angekündigt, Laudato si' bis Herbst 2023 zu aktualisieren.
Klar sei, dass ein Pfarrer als öffentliche Person schwerlich als rein privat zu einer öffentlichen Veranstaltung einladen könne, selbst wenn ein Pfarrer als Vertreter der Kirche vor Ort prinzipiell eigenständig agieren kann. Die Diözese Graz-Seckau distanziert sich jedenfalls ganz deutlich von jeglicher Irreführung auf der Sachebene zum Wissenstand der Klimaforschung sowie von jeglichem rechten Gedankengut, das im Umfeld von Bernhard Strehl auch eine Rolle spielt. Mit Pfarrer Preiß ist die Diözesanleitung jedenfalls im Gespräch.