Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Vom ersten Septembersonntag bis zum 4. Oktober, dem Fest des Heiligen Franziskus und offiziellen Ende der fünfwöchigen "Schöpfungszeit", finden österreichweit themenbezogene Veranstaltungen und Gottesdienste statt. Dazu gehören etwa ökumenische Schöpfungsgottesdienste und Gebete, Wanderungen und Pilgerreisen oder die Aktion "Wir RADLn in die Kirche".
Eine ungewöhnliche Aktion setzen die katholische und evangelische Kirche Kärnten mit einem "Gletscherbegräbnis", das am 5. September um 11 Uhr am Großglockner bzw. der Pasterze begangen wird. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Sport soll dabei auf die Gletscherschmelze und allgemeine Auswirkungen der Klimakrise aufmerksam gemacht werden.
In der Steiermark rufen Religions for Future zur gemeinsamen Teilnahme am Klimastreik am 15. September ab 12 Uhr in Graz (Start am Europaplatz) auf. Am 14. September veranstalten Katholisches Bildungswerk, Bildungshaus Mariatrost und die Stadtkirche Graz einen Klima-Stadtrundgang, bei dem die urbanen Risiken des Klimawandels genauer unter die Lupe genommen und Lösungsansätze erörtert werden.
Die Umweltbeauftragten der österreichischen Diözesen wollen in der ökumenischen Schöpfungszeit einen Kontrast setzen zur Tendenz, dass viele immer sofort wissen, "was am Vorschlag des anderen schlecht, verkehrt oder falsch ist", wie deren Vorsitzender Markus Gerhartinger betont. Gutes und Nachahmenswertes wollen die Umweltbeauftragten auch mit der Verleihung des kirchlichen Umweltpreises vor den Vorhang holen. Unter dem Titel "Lebendiges Miteinander in nachhaltigen kirchlichen Gebäuden" werden Projekte gesucht, die sowohl für ein nach Umweltauflagen gestaltetes Gebäude als auch für ein ökologisch und sozial nachhaltiges Nutzungskonzept sorgen. Einreichungen sind bis 4. Oktober unter www.schoepfung.at/umweltpreis möglich.
Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) plädierte im Vorfeld der kirchlichen Schöpfungszeit für einen raschen transformativen Umbau von Gesellschaft und Wirtschaft in Richtung Klimaneutralität und Dekarbonisierung. "Immer wieder muss bewusst gemacht werden, dass ein entschlossenes und rasches Handeln der Regierungen gefordert ist", betonte die Spitze der Katholischen Aktion, Präsident Ferdinand Kaineder und die beiden Vizepräsidentinnen Katharina Renner und Brigitte Knell in einer Aussendung.
"In dieser Situation ist eine zielgerichtete neue Verbündung aller Kräfte, eine verstärkte Kooperation unterschiedlicher Akteure notwendig, um die bestehenden Hürden, Schwierigkeiten und Blockaden für diesen tiefgreifenden strukturellen Wandel zu überwinden und den nötigen Umbau rascher und ambitionierter voranzubringen", betonte die Führung der KAÖ. Die Kirche müsse "genau diese Herausforderung in der Schöpfungszeit in die Mitte zu stellen" und "im Alltagsvollzug" den sozial-ökologisch-spirituellen Ansatz der Enzyklika 'Laudato si' von Papst Franziskus "als durchgehenden Maßstab anzulegen".
Neues "Laudato si" für 4. Oktober angekündigt
Papst Franziskus hat außerdem ein neues päpstliches Schreiben zur globalen Umweltkrise angekündigt. Am 4. Oktober werde ein "Ermahnungsschreiben" veröffentlicht, das ein zweites "Laudato si" sein werde. Darin hatte der Papst 2015 den Kampf gegen die Erderwärmung und die Umweltkrise zum Gegenstand eines weltkirchlichen Lehrschreibens gemacht. In der Generalaudienz am 30. August rief Franziskus dazu auf, sich "an die Seite der Opfer der Umwelt- und Klima-Ungerechtigkeiten zu stellen" und den "törichten Krieg gegen die gemeinsame Umwelt zu beenden, der ein schrecklicher Weltkrieg ist."
Seit 2015 ist der ökumenisch begangene "Schöpfungstag" ein Fixtermin im katholischen Jahreskreis. Bereits 1989 hatte der damalige Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios I., "die ganze orthodoxe und christliche Welt" eingeladen, am 1. September "zum Schöpfer der Welt zu beten".
Diese Initiative wurde 1992 von der gesamten orthodoxen Kirche begrüßt und übernommen, katholische und evangelische Ortskirchen folgten. In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr kirchliche Organisationen und Persönlichkeiten dafür stark gemacht, nachkommenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.
Kathpress-Themenpaket zur Schöpfungszeit

Klimastreik mit "Religions for Future"
15. September ab 12 Uhr in Graz, Treffpunkt Europaplatz
"Auf den Spuren des Klimas durch Graz wandeln"
Ein Klima-Stadtrundgang in der Schöpfungszeit
14. September ab 17.00 Uhr
Mehr Infos und Anmeldung
Botschaft von Papst Franziskus zum Weltgebetstag der Schöpfung