Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Die Caritas hat anlässlich des am Donnerstag von der Regierung präsentierten Integrationsberichts Verbesserungen für ukrainische Vertriebene gefordert. "Da eine baldige Rückkehr in die Ukraine unwahrscheinlich ist, müssen wir den Menschen aus der Ukraine hier bei uns in Österreich eine langfristige Perspektive ermöglichen", so Caritas-Präsident Michael Landau in einer Aussendung am Donnerstag. Während nach wie vor der Wunsch besteht, eines Tages in die Ukraine zurückkehren zu können, fühle sich bereits mehr als die Hälfte der ukrainischen Vertriebenen aber auch Österreich zugehörig, so Landau.
Für ukrainische Vertriebene endet der Aufenthaltstitel im März 2024. Wie es danach weitergeht, sei aber unklar. Eine Entscheidung auf EU-Ebene, den Schutz um ein weiteres Jahr bis März 2025 zu verlängern, sollte so rasch wie möglich erfolgen, forderte Landau. Aber selbst wenn es dazu kommt, sei das nur eine mittelfristige Lösung.
Denn: Ohne eine langfristige Planungsperspektive würden sich eine Reihe von strukturellen Schwierigkeiten ergeben, warnte der Caritas-Präsident: "Wenn alles in der Luft hängt und niemand, weiß, wie es weitergehen soll, hat das vielfältige Auswirkungen. Vermieter zögern beispielsweise bei neuen Mietverträgen, Arbeitgeber wissen nicht, wie lang ihre Angestellten noch einen rechtmäßigen Aufenthaltstitel haben werden. Außerdem dauert es, die deutsche Sprache zu erlernen, Ausbildungen erstrecken sich oft über mehrere Jahre, und Nostrifizierungsprozesse (Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen) brauchen ebenfalls eine gewisse Zeit." Nicht nur die betroffenen Menschen, auch die Länder und Gemeinden benötigten rasche Sicherheit.
Im Integrationsbericht 2023 würden viele richtige Ansätze und Hebel benannt, die für eine gelingende Integration notwendig seien, so Erich Hohl, Integrationsbeauftragter der Diözese Graz-Seckau. „Ob Österreich in den letzten Jahren allerdings schon ein ausreichend stabiles Fundament geschaffen hat, um die Integration Zuwanderer bestmöglich voranzubringen, kann kritisch angefragt werden“, meint der Integrationsspezialist.
In der Umsetzung von Integrationsmaßnahmen sei tatsächlich manches gelungen, aber noch viel zu tun. Der Politik müsse es ein noch stärkeres Anliegen sein, eine positive Grundstimmung für Zugewanderte zu erzeugen, denn Integrationsschritte brauchen sowohl staatliche als auch gesellschaftliche Abstützung, wenn sie Lebensperspektiven eröffnen wollen. „Wichtig ist, dass Integrationsmaßnahmen vom ersten Tag an gesetzt werden und zugewanderten Menschen entsprechend ihren Fähigkeiten größtmögliche Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht wird“, so Erich Hohl.
Größte Gruppe der 1,7 Mio. in Österreich lebenden Ausländern waren mit Stichtag 1. Jänner deutsche Staatsbürger (225.000), gefolgt von 147.500 rumänischen sowie 121.900 serbischen und 119.700 türkischen Staatsbürgern. Auf den Rängen fünf bis zehn finden sich die Herkunftsländer Kroatien, Ungarn, Bosnien und Herzegowina, Syrien, die Ukraine und Polen. Die stärksten Zuwächse seit 2015 in absoluten Zahlen gab es bei Rumänen (plus 74.100), Ukrainern (plus 71.00), Syrern (plus 70.900) und Deutschen (plus 54.500).