Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Am 24. April – genau zwei Monate nach Kriegsausbruch in der Ukraine – hat die orthodoxe Welt Ostern gefeiert. Die Hoffnung, dass zumindest an den Osterfeiertagen die Waffen schweigen, hat sich nicht erfüllt – die Angriffe in der Ukraine wurden sogar verschärft. Auch an diesem Hochfest der russisch-orthodoxen Kirche hat der Moskauer Patriarch Kyrill keine klaren Worte der Verurteilung des Krieges gefunden, sondern – im Gegenteil – mit Präsident Putin nach dem Ostergottesdienst Geschenke ausgetauscht.
„Die landesweit in Russland ausgestrahlten Bilder zeugen von Heuchelei und lassen uns fassungslos zurück“, sagt Markus Meister, Geschäftsführer von Welthaus Graz der Diözese Graz-Seckau. „Stunden, nachdem Odessa bombardiert wurde, steht der Aggressor Wladimir Putin mit der Osterkerze, die eigentlich Leben und Frieden symbolisiert, in der ersten Reihe in der Erlöserkathedrale in Moskau. Eine Kirchenführung, die diesen Aggressionskrieg nicht klar verurteilt, kann nicht als Repräsentant von christlichen Werten gesehen werden“, meint Meister.
„Als Christinnen und Christen sind wir zutiefst entsetzt, dass im Europa des 21. Jahrhunderts ein Land, das sich als christlich bezeichnet, einen Aggressionskrieg gegen ein Nachbarland, das ein Bruder im Glauben ist, entfacht. Wir sind zutiefst enttäuscht, dass die Kirchenleitung des Moskauer Patriarchates diesen Krieg unterstützt und ihren Einfluss auf die russische Staatsführung nicht im Sinne der Friedensstiftung nützt“, sagt Meister.
„Gerade in einer Zeit, wo viele Geflüchtete in der Steiermark in christlicher Verbundenheit aufgenommen werden und hier eine neue Bleibe finden, sind wir es ihnen schuldig, die Geschehnisse nicht unwidersprochen zu lassen“, meint Christian Leibnitz, Grazer Stadtpfarrpropst und Vorsitzender des Ökumenischen Forums der christlichen Kirchen in der Steiermark.
Für Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl kann es nur eine Lösung geben: Nie wieder Krieg, wie das schon Papst Johannes Paul II. stetig wiederholt hat. „Es gibt nur eine Zukunftsperspektive für uns Menschen: Lassen wir uns ein aufeinander und setzen wir auf Dialog statt auf Streit oder gar Krieg. Wie wird Vladimir Putin einmal vor unseren Herrn hintreten mit all dem Leid, das er versursacht hat?“
Das Welthaus und das Ökumenische Forum Steiermark drängen darauf, dass sich die christlichen Kirchen neben den Hilfeleistungen für geflüchtete Menschen verstärkt und unablässig gegen den Krieg und im ökumenischen Miteinander in Wort und Tat für den Frieden einsetzen.
Welthaus ist seit 1970 die entwicklungspolitische Einrichtung der Katholischen Kirche Steiermark. Die zentrale Aufgabe von Welthaus ist der Einsatz für Menschenwürde und Gerechtigkeit weltweit. Projekt- und Bildungsarbeit kooperieren im Welthaus eng miteinander.