Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Am Festtag steht vor allem die Zukunft der Kirche im Vordergrund. Gemeinsam mit Vertretern der Evangelischen Jugend Steiermark werden in einer Ideenwerkstatt neue Versionen von Kirche diskutiert. Superintendentialkurator Michael Axmann erläutert die Beweggründe: „Ein Jubiläum bietet Anlass zurückzuschauen. Noch wichtiger erscheint uns aber der Blick in die Zukunft. Viele wichtige Themen beschäftigen uns. Angesichts neuer gesellschaftlicher Herausforderungen stellt sich die Frage, was unsere Mitglieder sich von uns erwarten. Was ist ihre Vorstellung einer attraktiven evangelischen Kirche? Zudem geht es aber auch um Verschlankung kirchlicher Strukturen, um mehr Ressourcen für den Kernauftrag unserer Kirche zur Verfügung zu haben.“
Die Wiener Superintendenz wurde 1947 in vier neue Superintendenzen aufgeteilt. Daraus gingen die evangelischen Diözesen Wien, Niederösterreich, Kärnten und Steiermark hervor. Zuvor wurde die Steiermark 100 Jahre als Seniorat von Wien aus geleitet. Die neue eigenständige Superintendenz sollte ab dem 1.1.1947 mit Sitz in Graz weitergeführt werden. Bereits Ende April 1946 wurde Pfarrer Leopold Achberger aus Gröbming von den evangelischen Pfarrgemeinden zum ersten Superintendenten gewählt. Bei der Gründungssitzung der Diözese im März 1947 wurde sein weltliches Gegenüber, Hans Walter, zum Superintendentialkurator gewählt.
Die Entstehung der evangelischen Diözese Steiermark begann mit einem kirchenrechtlichen Krimi. Der erste Superintendent, Leopold Achberger aus Gröbming, sollte neben seiner Funktion auch das Amt eines Pfarrers an der Grazer Heilandskirche ausüben. Die Grazer Pfarrgemeinde lehnte das ab, da Achberger nicht von der Gemeinde selbst gewählt worden war. Die Amtsstelle für den Superintendenten wurde daher kurzerhand an die Grazer Kreuzkirche verlegt. Dort war allerdings die Dienstwohnung nicht frei. Also kehrte er im Juli 1947 nach Gröbming zurück und legte sein Amt als Superintendent nieder.
Daraufhin rief die steirische Superintendentialversammlung am 9. September den Notstand aus, beharrte auf der Wahl Achbergers und verlegte den Amtssitz nach Gröbming. Erst vier Jahre später konnte mit Hilfe des damaligen Landeshauptmanns, Josef Krainer sen., ein entsprechender Amtssitz mit Dienstwohnung in Graz gefunden werden. 1956 zog man schließlich in die Grazer Mozartgasse, wo der Amtssitz bis 2006 blieb. Achberger blieb bis zu seiner Pensionierung 1969 - neben seinem Amt als Superintendent - der Kreuzkirche in Graz als Pfarrer zugeteilt.
Weitere Höhepunkte im Jubiläumsjahr sind der Evangelische Kirchentag (Gustav-Adolf-Fest) am 12. Juni in Bad Radkersburg, der grenzübergreifend auch in Murska Sobota stattfindet und live im slowenischen Fernsehen übertragen wird und ein Festakt am Reformationstag, dem 31. Oktober, mit Altbischof Michael Bünker als Festredner in der Grazer Heilandskirche.
Ab April gibt es eine Veranstaltungsreihe zum Jubiläum „Reden über Glauben“. Acht prominente Persönlichkeiten werden steiermarkweit im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes über ihren Zugang zum Glauben sprechen.