Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Für die am 9. Oktober beginnende zweijährige Weltsynode der Katholischen Kirche hat der Vatikan am Dienstag zwei wichtige Vorbereitungsdokumente veröffentlicht. Sie sollen in der ersten Phase des Projekts den Ortskirchen als Impulse und Leitfaden dienen. Mit dem weltweiten Prozess will der Papst die Katholische Kirche synodaler machen: Einzelne, Gruppen und Verantwortliche sollen stärker aufeinander hören und mehr sollen Menschen beteiligt werden. Nur so könne sich die Kirche Herausforderungen stellen und die christliche Botschaft angemessener bezeugen.
Das vom Generalsekretariat der Bischofssynode veröffentlichte Vorbereitungsdokument trägt den Titel "Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung". Es skizziert den Kontext, in dem die Weltsynode stattfindet: Covid-19-Pandemie, soziale Ungleichheit, Missbrauchsskandale in der Kirche, Klimawandel, Migration. Zugleich beschreibt es den Stil des synodalen Prozesses. Statt um parlamentsartige Abstimmungen gehe es um sorgfältiges Aufeinander-Hören, mutige Visionen, Gebet, Besinnung, Austausch. Ziel sei, in der jeweiligen Situation den Willen Gottes zu erkennen. Als Appell zum "gemeinsamen Gehen" folge der Weg der Synodalität dem vom Zweiten Vatikanischen Konzil vorgeschlagenen "aggiornamento".
Sinn des Weges sei vor allem, "das Antlitz und die Gestalt einer synodalen Kirche zu entdecken, in der jeder etwas zu lernen hat: das gläubige Volk, das Bischofskollegium, der Bischof von Rom - jeder im Hinhören auf die anderen und alle im Hören auf den Heiligen Geist". Insbesondere dürften die Bischöfe auf dem synodalen Weg keine Angst haben, "der ihnen anvertrauten Herde zuzuhören", heißt es im Vorbereitungsdokument.
Begonnen wird damit ab 17. Oktober in den Teilkirchen und Diözesen der Weltkirche. Das Vorbereitungsdokument diene als Instrument, um die erste "Phase des Zuhörens und der Konsultation des Volkes Gottes in den Teilkirchen" im Zeitraum von Oktober 2021 bis April 2022 zu fördern. Auf maximal zehn Seiten sollen die Diözesen die Ergebnisse der Überlegungen zusammenfassen und an das Synodensekretariat senden.
"Wir erinnern daran, dass es nicht Zweck dieser Synode und daher auch nicht der Konsultation ist, Dokumente zu produzieren, sondern 'Träume aufkeimen zu lassen, Prophetien und Visionen zu wecken, Hoffnungen erblühen zu lassen, Vertrauen zu wecken, Wunden zu verbinden, Beziehungen zu knüpfen, eine Morgenröte der Hoffnung aufleben zu lassen, voneinander zu lernen und eine positive Vorstellungswelt zu schaffen, die den Verstand erleuchtet, das Herz erwärmt, neue Kraft zum Anpacken gibt'", heißt es abschließend in dem 25-seitigen Vorbereitungsdokument.
Eine möglichst breite Beteiligung an der Weltsynode wünscht sich auch Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. "Im Sinne von Papst Franziskus hoffe ich, dass möglichst viele Menschen sich dem Weg anschließen, den wir zusammen gehen wollen: Auf Gott und Sein Wort hören, sich beteiligen um zu unterscheiden und dadurch den Weg der Kirche in unserer Welt mitgestalten", erklärte Krautwaschl, der auch zuständiger Referatsbischof der Bischofskonferenz für das Laienapostolat ist.
Eine "wahrlich synodale Kirche" stärke die Gemeinschaft und sei "ein wichtiger Beitrag für die gemeinsame Entwicklung einer besseren, gerechteren Welt", betonte der Bischof. Mit der Veröffentlichung des Vorbereitungsdokumentes zur synodalen Kirche werde deutlich, dass alle an diesem Prozess teilnehmen sollen, so Krautwaschl: "Niemand ist ausgeschlossen."
Am 17. Oktober 2021 startet die Bischofssynode in der Diözese Graz-Seckau. Bischof Wilhelm Krautwaschl feiert den Eröffnungsgottesdienst am um 17:00 Uhr auf der Murinsel Graz. Dieser Gottesdienst kann auch live im Internet mitgefeiert werden. In den Pfarren kann in den Gottesdiensten über die Bischofssynode informiert und können Fürbitten dafür gesprochen werden.
Im Anschluss startet die öffentliche Online-Befragung, zu der alle Steier:innen eingeladen sind. Sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen/Gremien (z.B. Pfarrgemeinderat, Jugendgruppe) können ihre Meinung, Rückmeldung, Kritik zu den Themenbereichen eingeben. Diese werden gesammelt, aufbereitet und in einer vorsynodalen Versammlung der gesamten Diözese bearbeitet und als Empfehlungen an Bischof Wilhelm Krautwaschl übergeben.
Mehr Infos zum synodalen Prozess in unserer Diözese
Nach einer ersten gut halbjährigen Phase auf Ebene der Ortskirchen folgt 2022/2023 ein weiterer synodaler Prozess auf Kontinentalebene, in Europa über den Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Dieser wiederum mündet in eine Versammlung der Bischofssynode selbst im Oktober 2023 in Rom. Die jeweiligen Zwischenergebnisse werden von Bischofskonferenzen und Synodensekretariat ausgewertet und zusammengefasst, um der nächsten Runde als Arbeitsgrundlage zu dienen.
Ab 2024 sollen die Ergebnisse der Bischofssynode weltweit vor Ort implementiert werden. Ziel ist es, bei allem eine möglichst große Zahl auch sehr unterschiedlicher Mitglieder der Kirche zu beteiligen.