Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Papst Franziskus ruft zu einem Gebetstag aller Religionen gegen die Coronavirus-Pandemie am 14. Mai auf. An diesem Tag sollen die Angehörige aller Weltreligionen zusammen beten, fasten und sich "Werke der Nächstenliebe" widmen, appelliert der Papst. "Weil das Gebet ein universeller Wert ist, habe ich den Vorschlag des 'Hohen Komitees der Geschwisterlichkeit' aufgegriffen", so der Papst. Das Komitee hat Anfang Mai zu einem internationalen und interreligiösen Gebet gegen die Corona-Krise eingeladen.
Der 14. Mai soll im Zeichen des Gebets, des Fastens und der Werke der Barmherzigkeit begangen werden. Menschen aus den jüdischen, christlichen und islamischen Traditionen mögen auf je ihre eigene Weise Gott anflehen, die Welt zu schützen, der Menschheitsfamilie Gesundheit und Wohlergehen, Sicherheit und Stabilität zu schenken und alle menschlichen medizinischen, sozialen und wirtschaftlichen Bemühungen zur Überwindung dieser vieldimensionalen Krise inspirieren.
In der Diözese Graz-Seckau lädt Bischof Wilhelm Krautwaschl zum verbindenden Gebet an diesem Tag ein. Die Menschen sind aufgerufen, eine für sich passende Gebetsform auszuwählen und das folgende Gebet zu sprechen.
Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der vielfältigen Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle Erkrankten, die Leidenden, besonders die Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern.
Guter Gott, wir beten für alle, die von großer Sorge und von Angst überwältigt sind; und wir bringen alle zu DIR, die sich einsam fühlen und die niemanden umarmen können.
Berühre DU ihre Herzen mit Deiner Sanftheit und Güte.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit und ein gutes Maß für richtige Entscheidungen.
Inspiriere die medizinischen Forscherinnen und Forscher zu hilfreichen Entdeckungen, zukunftsweisenden Erkenntnissen und verantwortungsvollen Ergebnissen.
Schenke allen, die in ihrer Arbeit derzeit extremen Belastungen ausgesetzt sind, Ausdauer, Besonnenheit und auch eine gute Portion Humor.
Wir bitten um Kraft und Hoffnung für alle, die durch die ganze Entwicklung in große wirtschaftliche Schwierigkeiten und existentielle Nöte geraten sind.
Wir danken Dir,
dass die medizinischen Einrichtungen unseres Landes den aktuellen Anforderungen bislang gut gerecht werden konnten,
dass wir schon schwierige Phasen der Krise überstanden haben,
dass wir mit Hoffnung in die Zukunft blicken dürfen
und in diesen Zeiten durch den Abstand zum gewohnten Alltag auch einiges an Neuorientierung für unser weiteres Leben lernen können.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass diese Pandemie weltweit weiter abschwillt
und dass wir bald wieder zu echter Normalität zurückfinden können,
in der wir einander wieder ohne Maske begegnen
und Dich gemeinsam loben und empfangen dürfen.
Wir wollen dankbar sein für jeden Tag in Gesundheit und
nie vergessen, dass das Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Lass uns fortan vor allem auch jene nicht vergessen, die im Schatten dieser Krise selbst fast in Vergessenheit geraten sind – die Armen, die Außenseiter, die Kranken, deren Behandlung vorübergehend aufgeschoben wurde, alle Bedrohten und Verfolgten.
Vertiefe in unserem Herzen und unserem Gedächtnis alles, was wir an Wahrheit, Korrektur und Orientierung in dieser Zeit neu gefunden haben, und lass die Verbundenheit aller Menschen und Völker durch diese Erfahrungen wachsen und zunehmend spürbar werden, unterwegs zu einem neuen Himmel und einer neuen Erde.
Du allein bist Ursprung und Ziel von allem, Du allein bist ewig, immer liebend.
Dein Heiliger Geist bewahre unsere Herzen in der Dankbarkeit.
Getragen von einem tiefen Frieden werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht unsere Herzen bereit, offen und aufmerksam füreinander.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!
Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unserer Erde, bittet für uns!
Amen.
Gebet von Bischof Hermann Glettler,
überarbeitet und ergänzt von Waltraud Hamah Said und Markus Ladstätter
Der Weltgebets- und Fasttag, der gemeinsam von Papst Franziskus und Vertretern der Weltreligionen gegen die Corona-Pandemie ausgerufen wurde, ist eine wichtige Station auf unserem gemeinsamen Weg: Im Gebet bringen wir unsere Fragen und Anliegen vor - über Krankheit, Leid, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit oder den Tod. Und zugleich spüren wir Erleichterung, merken wir, wie wichtig und hilfreich es ist, im eigenen Umfeld wie auch weltweit die Augen nicht zu verschließen und so tätig zu sein, wie uns das möglich ist.
Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl
Das Gebet ist ein Bestandteil unseres Lebens und somit unser tägliches Gespräch mit Gott. Jeden Tag beginne und beende ich meinen Tag mit Ihm. Dies ist meine Flucht vor der Einsamkeit. Während der Nacht leise und intensiv zu beten, ist etwas Besonderes und Wertvolles im Islam. Unser Schöpfer erfreut sich jedes Mal aufs Neue, wenn wir unsere Bittgebete aussprechen. Umso mehr, wenn wir sie an andere richten. "Ich will dem Ruf des Rufendem antworten, sobald er Mich ruft. Doch auch sie sollen auf Meinen Ruf hören und an Mich glauben." (Koran Kapitel 2/Vers 186). "Und bete für sie, denn dein Gebet verschafft ihnen Beruhigung. Und Allah ist Allhörrend, Allwissend.“ (Koran Kapitel 9/Vers 103). Ich möchte diese Momente und den Weltgebetstag ausnutzen, um in den Corona-Zeiten an all meine Mitmenschen und alle da draußen zu denken! Das Leben wird nicht nur für sich selbst gelebt, sondern mit anderen und für andere gelebt. Möge dein Gebet einander glücklich machen und diese Welt verbessern und uns näher bringen. Und deshalb höre nicht auf zu beten. Bete mit uns!
Ibrahim Cikaric, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Steiermark