Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Das Leben von Bischof Egon Kapellari ist gekennzeichnet von Begegnungen. Von unzähligen Begegnungen genau genommen, was bei der 90er-Feier im Grazer Priesterseminar zu erleben war. Viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter waren eingeladen, noch mehr sind gekommen, um dem ältesten Bischof Österreichs zum Geburtstag zu gratulieren. Und es gab besondere Geschenke: Eine Sonderausgabe des Magazins „Denken und Glauben“, die sich dem Werk des brillanten Theologen widmet. Und eine päpstliche Gratulationsurkunde, überreicht von Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Auxiliarbischof Johannes Freitag.
In seiner kurzen und wie gewohnt geistreichen Ansprache betonte Bischof Egon die Dankbarkeit für das Treffen vieler Menschen im Lauf eines erfüllten Lebens. Viele freundschaftliche Beziehungen haben sich entwickelt in Gesellschaft, Medienwelt und Politik. Waltraud Klasnic, Franz Voves, Hermann Schützenhöfer und Jörg Haider nannte der Bischof, der vor Graz-Seckau Diözesanbischof in Kärnten war. „Ich bin zur Hälfte Kärntner, zur Hälfte Steirer“, so der Autor von 22 Büchern. Sein letztes, 23. Werk über die „anthropologische Dimension des Humors“ sei beinahe fertig und solle nach seinem Ableben veröffentlicht werden.
Die Bedeutung der Begegnungen griff Lukas Weißensteiner auf, Jungspriester und Zelebrant der Festmesse in der Kapelle des Priesterseminars; er wurde von Bischof Egon gefirmt. „Begegnungen lassen uns vom Ich zum Du und vom Du zum Wir kommen“, zitierte er Bischof Egon. Letztendlich sei jede Begegnung immer auch ein Treffen mit dem auferstandenen Christus. Begegnungen mit der Großmutter hätten den Gauben des jungen Egon Kapellari eröffnet, Begegnungen mit dem Religionslehrer hätten diesen Weg geschärft, über den der Vater „not amused“ gewesen sei. Ja, der Humor kam nicht zu kurz bei der Geburtstagsfeier, über der einmal mehr ein Leitwort von Bischof Egon schwebte: „Verstehen Sie mich nicht zu schnell.“ Jede Begegnung mit Bischof Egon wirkt nach, auch heute noch. Dafür und für die umsichtige Sorge um die anvertrauten Menschen dürfen wir dankbar sein, so Lukas Weißensteiner.
Quelle: Red, Kathpress
Geboren wurde Egon Kapellari am 12. Jänner 1936 in Leoben/Steiermark. Nach der Matura 1953 am Gymnasium Leoben studierte er Theologie und Rechtswissenschaften in Graz. 1961 wurde Kapellari zum Priester geweiht. Von 1962 bis 1964 war er Kaplan in der Grazer Pfarre Kalvarienberg. Von 1964 bis 1981 war er Hochschulseelsorger in Graz und Leiter des Afro-Asiatischen Instituts (AAI); seit 1970 war er außerdem Mitglied des Leitungskollegiums im Grazer Priesterseminar.
Am 7. Dezember 1981 ernannte Papst Johannes Paul II. (1978-2005) Kapellari zum Bischof der Diözese Gurk. Die Leitung der Kärntner Diözese übernahm er am 3. Jänner 1982, am 24. Jänner empfing er die Bischofsweihe im Dom zu Klagenfurt. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet: "Omnia vestra, vos autem Christi" (Alles ist Euer. Ihr aber gehört Christus, 1 Kor 3,23).
2001 wurde Kapellari nach dem Rücktritt von Bischof Johann Weber zum neuen Bischof von Graz-Seckau - der flächenmäßig größten Diözese des Landes - ernannt. Dieses Amt hatte er bis zu seiner Emeritierung 2015 inne. Höhepunkte seiner Amtsperiode in der Steiermark waren der "Mitteleuropäische Katholikentag", bei dem er als "Europabischof" am 22. Mai 2004 rund 100.000 Pilger in Mariazell begrüßen konnte, sowie 2007 der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Österreich aus Anlass des 850-Jahr-Jubiläums von Mariazell.