Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Wie kann vor dem Hintergrund antidemokratischer Entwicklungen ein sinnerfülltes Leben in der Gemeinschaft geführt werden? Damit beschäftigte sich der Philosoph und Autor Peter Strasser auf Einladung des Bildungsforums bei den Minoriten und des KULTUM Anfang Oktober und lockte zahlreiche Interessierte ins Minoritenzentrum Graz.
Da die Individualisierung die Beheimatung im Kollektiv nicht ersetzen und auch nicht stillen konnte, könne heute von einer solidarischen Weltgemeinschaft keine Rede mehr sein (homo homini lupus - "der Mensch ist dem Menschen ein Wolf"), so Strasser. „Demokratien leiden heute unter einem ‚Unerfüllbarkeitssyndrom‘“, erklärte Strasser auf dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung seit 1930. Das hierdurch bereits größer gewordene Sinnvakuum werde aktuell von zahlreichen Influencer:innen und populistischen Aktivist:innen schamlos ausgenutzt.
Tun könnten wir dagegen nicht viel, so der Vortragende, er plädierte aber stark für Max Webers „Bohren dicker Bretter“, also sich mit Ausdauer schwierigen Aufgaben zuzuwenden. Fest stehe, dass der Ausweg aus der Gefühlslage, dass angeblich immer etwas fehle, und in einem „Hartherzigkeitsdrang“ resultiere, „auf Basis christlicher Werte mit den Parteien der sogenannten Mitte“ gefunden werden müsse.
Auch gegen die wachsende Tendenz, dass Freude durch Negativmeldungen aufgefressen und der gesellschaftliche Missmut zu einem „Sammelbecken des Grolls“ werde, solle man sich wenden – insbesondere, um der jungen Generation eine Zukunftsperspektive zu geben. Wir dürfen uns nicht mit der fatalen Erwartung abfinden, „dass es einer globalen Apokalypse bedarf, um die Weltgemeinschaft zu mobilisieren“, so die engagierten Worte Peter Strassers.
Im anschließenden intensiven Gespräch mit Kathrin Karloff und den sich aktiv einbringenden Teilnehmer:innen ging Strasser zudem detailliert auf zahlreiche Aspekte diverser Spannungsfelder – Begegnung versus Einsamkeit, Stabilität versus Unsicherheit, Humor versus Aggressivität – ein und betonte den Wert lebendiger, stärkender Diskussionsformate.
Kathrin Karloff / Bearbeitung: Katrin Leinfellner