Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Zugegeben: Sowohl „Mariä Lichtmess“ als auch „Darstellung des Herrn“ sind eher sperrige Bezeichnungen für den Festtag, der am 2. Februar gefeiert wird. Viele Gründe zu feiern fallen an diesem Tag zusammen.
Nach alter jüdischer Tradition (Lev 12,1-8) mussten Eltern nach der Geburt eines Kindes (40 Tage bei einem Buben, 80 bei einem Mädchen) im Tempel von Jerusalem ein Reinigungsopfer darbringen, daher auch die alte Bezeichnung „Reinigung (lat. Purificatio) Mariens“. Nach jüdischem Glauben war ein erstgeborener Sohn Eigentum Gottes und musste durch dieses Opfer in Form eines Schafes oder einer Taube „dargebracht“, also vor Gott „dargestellt“ werden. Der Tag markierte lange das Ende der Weihnachtszeit. Noch heute bleiben in vielen Kirchen und Häusern Krippe und Weihnachtsbaum bis zu diesem Tag stehen. Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils Mitte der 1960er Jahre endet in der ordentlichen Form des römischen Ritus die Weihnachtszeit jedoch bereits am Fest der Taufe des Herrn, dem Sonntag, der dem Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanias) am 6. Januar folgt.
Das „Nunc dimitis“ aus dem Text des Evangeliums, das zum Fest "Darstellung des Herrn" gelesen wird, wurde in der Musikgeschichte auch oft vertont. Hinter dem Text steht der Lobgesang des Simeon, in dem er stellvertretend für das Volk Israel Jesus als Messias begrüßt und identifiziert. Dieses Zeugnis des Simeon wird von Hanna nochmals bestätigt. Sie steht stellvertretend für viele Frauen, welche die jesuanische Bewegung entscheidend mitgeprägt haben. Sowohl Simeon als auch Hanna bezeugen die Botschaft, dass Christus das Licht der Welt ist. Das daran erinnernde Lichtmess-Fest zählt zu den ältesten Festen der christlichen Kirche und geht bis ins 5. Jahrhundert zurück.
Zu Mariä Lichtmess wurde traditionell mit Kerzenweihen und Lichterprozessionen das Ende der Weihnachtszeit, 40 Tage nach Weihnachten gefeiert. An diesem Tag findet die Segnung des Jahresbedarfs an Kerzen für die Kirchen statt. Die brennenden Kerzen zu Lichtmess sind auch heute noch ein Symbol für Jesus als „Licht der Völker“ und „Licht der Welt“. Die geweihten Kerzen sollen Unheil abwenden und ein Jahr voller Helligkeit und Schutz verheißen.
Nach alter Tradition wird auch das Anbrechen der längeren Tage gefeiert: Um Lichtmess findet die Frühmesse meist wieder bei Tageslicht statt, ein altes Sprichwort sagt auch „Lichtmess, bei Tag ess“, d.h. es könne auch wieder bei Tageslicht zu Abend gegessen werden.
Bis 1912 war Mariä Lichtmess auch ein offizieller Feiertag. Besonders wichtig war der Tag für Dienstboten, da sie zu diesem Zeitpunkt häufig den Herrn wechselten. Am 2. Februar erhielten sie ihren Lohn und hatten bis 5. Februar (Hl. Agatha) frei. Es war auch üblich, ihnen ein Paar Schuhe als Lohn zu geben - für die weitere Arbeit oder die Arbeitssuche. Mit Lichtmess begann nach der Winterpause auch wieder die Arbeit der Bauern.
Die Nähe zum Festtag des Hl. Blasius (3. Februar) bedingt, dass am Lichtmesstag in Kirchen auch oft der „Blasiussegen“ mit zwei überkreuzten Kerzen erteilt wird. Der Heilige Blasius ist einer der 14 Nothelfer, der Segen soll vor Halskrankheiten schützen.
Papst Johannes Paul II. erklärte den 2. Februar zum „Tag des geweihten Lebens“. Dabei soll den Gemeinden, besonders den Jugendlichen, die Entscheidung zu einem Leben der Nachfolge Christi vor Augen gestellt werden. In der Diözese Graz-Seckau wird am Samstag, 31. Jänner, um 18.15 Uhr im Grazer Dom eine feierliche Vesper mit Weihbischof Johannes Freitag gefeiert. Im Rahmen des Gottesdienstes wird der Professjubilarinnen und -jubilare gedacht und für sie gedankt.
Am 2. Februar kann man zum Beispiel eine "Kerze gegen Krieg und für eine Zukunft in Frieden" ins Fenster stellen und/oder die eigene Kerze segnen, die einen durchs Jahr begleitet.
Gott, du Licht,
wärmend, tanzend, schön
öffnest du Augen,
lässt du erkennen
erfahren wir dich heilsam.
Segne diese Kerzen, +
unsere persönlichen Kerzen,
mit denen wir etwas verbinden
die in unserem Zuhause einen Platz haben
die wir gerne entzünden,
um verbunden zu sein
im inneren Frieden mit uns selbst
angesteckt an deinen Lebensstrom
verbunden auch mit unseren Lieben,
die schon ganz in deiner Welt leben.
Segne unsere tägliche Sehnsucht
nach deinem Licht
in unserem Leben
und unserer friedlosen Welt.
MPH