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Am 10.1.2017 nahm das Land Steiermark bei einer Trauersitzung im Landtag und bei einem anschließendem Requiem im Grazer Dom Abschied von Landeshauptmann Josef Krainer. - Sonntagsblatt

Ein Lebenswerk an politischer Dynamik

Das Land Steiermark nahm von Josef Krainer beim feierlichen Requiem am 10.1.2017 im Grazer Dom Abschied.

Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl feierte mit Erzbischof Franz Lackner, Erzbischof em. Alois Kothgasser, Bischof em. Johann Weber und Bischof em. Maximilian Aichern das feierliche Requiem für Landeshauptmann a.D. Josef Krainer.

Der Mensch und Gott

In seiner Predigt würdigte Bischof Krautwaschl den am 9. Jänner in Graz-St. Veit zu Grabe getragenen ehemaligen Landeshauptmann für sein „Lebenswerk an politischer Dynamik“. Josef Krainer war „ein Mensch mit starkem und überzeugendem Wesen und einem nachhaltig prägenden politischen Charakter über Grenzen und seine Zeit hinaus“. Bischof Krautwaschl erzählte über die letzte Begegnung gemeinsam mit Landeshauptmann Schützenhöfer am Heiligen Abend. Sie habe in zwei kleinen Gesten, dem Streicheln über das Gesicht und dem Bekreuzigen gezeigt, wie wichtig ihm Gott und der Mensch gewesen sei. Krautwaschl bezeichnete dieses christlich-humanistisches Weltbild, geprägt durch das II. Vatikanische Konzil als „Säule“ für das Leben von Josef Krainer. „Im Menschen sah er jene, die ihm von Gott an die Seite gestellt worden sind. Letztlich besagt der christliche Glaube ja, wir alle sind gleich an Würde geboren und auf ein gemeinsames Ziel hin unterwegs. Das ist ein brückenbauendes Moment bei aller Unterschiedlichkeit und gegensätzlicher Meinung im Alltag und kann dies auch in der Politik sein“, so Krautwaschl. Der Mensch ist der Weg der Kirche, und der Mensch sei daher auch Ziel aller Politik, so der Bischof. Josef Krainers Werk und dieses große Zeugnis werde in diesem Land weiterleuchten, so Bischof Krautwaschl abschließend, er habe sich mit seinem Leben, bildlich gesprochen, in die Zeile der Landeshymne „dieses schöne Land ist der Steirer Land“ eingeschrieben. 

"Er hat das Land beflügelt"

Am Ende des Gottesdienstes ergriff Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer das Wort. Er blickte zurück auf das Begräbnis am Vortag mit hunderten Teilnehmern, den randvoll gefüllten Landtag bei der heutigen Trauersitzung des steirischen Landtags und das feierliche Requiem. „Er hätte sich wohl sehr gefreut“, meinte Landeshauptmann Schützenhöfer, „was sich alles in diesen letzten elf Tagen in unserem Land an Trauerbekundungen getan hat.“ Die Steiermark verliere mit Josef Krainer einer seiner „großen Söhne, eine charismatische Persönlichkeit, einen weltoffen Staatsmann, er hat das Land beflügelt, und er war einer, der das Land geliebt hat und den die Menschen geliebt haben“. Bewusst sage er es im Dom, sagte der Landeshauptmann: „Er war ein treuer Mann der Kirche, ein überzeugter Katholik.“ Und abschließend sagte Landeshauptmann Schützenhöfer: „Josef Krainer lebt in unseren Herzen weiter, als großer Mensch, der in der Steiermark immer verwurzelt bleiben wird.“

Die Messe wurde musikalisch gestaltet vom Grazer Domchor und dem Domorchester unter Leitung von Josef Döller mit dem Mozart Requiem in d-moll, KV 626, an der Orgel war Domorganist Christian Iwan zu hören. 

Zahlreiche Ehrengäste

Neben der großen Familie und vielen Freunden und Weggefährten aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens waren mit weiteren Mitgliedern der Landesregierung gekommen: Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Landeshauptmann-Stellvertreter. Michael Schickhofer, Bundespräsident a.D. Heinz Fischer, Bundesminister Jörg Leichtfried, mit weiteren ehemaligen Mitgliedern der Bundesregierung Bundeskanzler a.D. Wolfgang Schüssel, LH Erwin Pröll, mit ihren Präsidiumskollegen Landtagspräsidentin Bettina Vollath, mit vielen weiteren ehemaligen Landeshauptleuten der Bundesländer die steirischen Landeshauptleute a.D. Franz Voves und Waltraud Klasnic, Bürgermeister Siegfried Nagl, Superintendent Hermann Miklas und Superintendentialkurator Michael Axmann, der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Elie Rosen und Prof. Grigorius Larentzakis als Vertreter der griechisch orthodoxen Kirche, das versammelte Domkapitel, Äbte und Obere der steirischen Orden und Klöster und zahlreiche Bürgermeister steirischer Gemeinden. 





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