Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Beitrag 1 Mittwoch – Draußen & Natur
Diesmal dreht sich in meinen „Gott und die Welt“-Folgen alles um draußen. Draußen, wo jetzt alles entdeckt werden will. Draußen, wo der Frühling sich in sein schönstes Kleid hüllt. Draußen, wo wir Menschen begegnen – Freunde und Fremde. Überall wird gewerkt: Gärten werden aufgeräumt, gezupft, gestaltet, gepflegt und genossen. Wir gehen hinaus, um zu sehen, wie etwas wächst. Und wir entdecken Wunder. Vielleicht sind es „nur“ biologische Vorgänge – aber gleichzeitig sind es unglaubliche Schönheiten. Pflanzen und Bäume hatten schon immer auch eine spirituelle Bedeutung. Vielleicht, weil sie uns ständig umgeben. Weil wir durch sie lernen könnten, wieder mehr zu fühlen. Indigene Völker haben immer schon viel stärker im Einklang mit der Natur gelebt, haben auf Bäume gehört, auf das Flüstern des Windes. Es geht genau darum: Genauer hinzuhören. Uns mitnehmen zu lassen von der Natürlichkeit des Frühlings, vom Wunder des Wandels. Hören wir hin… auf das Flüstern des Windes.
Beitrag 2 – Gärten & Glaube
Gärten spielen auch im christlichen Glauben eine besondere Rolle. Wir kennen den Garten Eden – das Paradies, den Anfang. Und wir kennen den Garten Getsemani. Den Ort, an dem Jesus betet – in Angst, in Zweifel, in der Gewissheit seines Weges. Der Name bedeutet „Ölpresse“. So wie Oliven gepresst werden, erlebt auch Jesus hier innerlich Druck. Angst, Verzweiflung, ein Ringen mit sich selbst. Und trotzdem entscheidet er sich für Vertrauen. Der Garten Eden ist der Ort der Unschuld – doch der Mensch verlässt ihn. In Getsemani kehrt Jesus symbolisch in einen Garten zurück und entscheidet sich bewusst für Gott. Was im Paradies zerbricht, wird hier innerlich geheilt. Gärten sind Orte der Begegnung. Räume des Übergangs. Ein gestalteter Raum zwischen Natur und Bewusstsein – wo sich Menschliches und Göttliches berühren.
Beitrag 3 – Beobachten statt Ablenkung
Vor zwei Wochen ungefähr sah ich ein ganz ungewöhnliches Bild. In einem Park stand ein Jugendlicher – einfach nur da. Ohne Smartphone. Ohne Ablenkung. Er stand auf einer kleinen Brücke und beobachtete das Wasser unter sich. Es ist fast lustig, wie sehr mich dieses Bild irritiert hat. Ein junger Mensch, der einfach nur dasteht und schaut. Fast schon ein seliger Moment. Und irgendwie auch irre, dass es das ist. Für mich war es schön, diesen Moment wahrzunehmen. Und gleichzeitig auch traurig. Weil er einer ist – gegenüber hundert anderen. Ich möchte gar nicht aufzählen, wie viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene man täglich sieht, die auf ihr Smartphone schauen – fast wie auf Droge. Als könnte man ohne nicht mehr leben. Wie eine lebenserhaltende Maßnahme, die sich langsam auf unsere Persönlichkeit auswirkt, auf unsere Einzigartigkeit, auf unsere Fähigkeit, Dinge wirklich zu beobachten. Ich sehne mich danach, mehr Menschen zu sehen, die einfach nur da sind. Die schauen. Die wahrnehmen. Und die spüren, dass das manchmal reicht, um glücklich zu sein. Kein riesiger Dopaminkick – sondern echtes Sein. In einer Realität, die wir echt, wirklich-gestalten und fühlen können -nicht nur vom Smartphone aus.
Beitrag 4 – Der Garten in mir
Heute schließe ich meine Reihe mit einem Lied: „Garden which I go“ von MEGA. Zum Eintauchen, zum Loslassen. So wie ein Garten. Ein Ort, an den ich gehen kann, wenn alles zu viel wird. Hier die deutsche Version des Textes: Wenn dunkle Wolken mich umgeben und meine Seele schwer wird, gibt es einen Ort, der mich zurück zu mir bringt. Wenn alles unsicher ist und ich nur noch Dunkelheit spüre, schließe ich die Augen und gehe in einen Garten in mir. Einen Garten, zu dem ich gehen kann. Und vielleicht ist genau das die Einladung: Das wir Gärten und Orte der echten Begegnung draußen suchen und gleichzeitig auch den eigenen Platz. Unseren Garten Eden, in uns und für uns. Einen Ort, an dem wir wieder bei uns ankommen.