Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Papst Franziskus will die Rolle der Bibel im Leben christlicher Gemeinden stärken und führt dazu einen eigenen "Sonntag des Wortes Gottes" ein. Jeweils am dritten Sonntag des kirchlichen Jahreskreises Ende Jänner solle dieses Fest "der Feier, Reflexion und Verbreitung" der Heiligen Schrift dienen, heißt es in einem Papst-Erlass, den der Vatikan am Montag veröffentlichte.
Freude über den vom Papst neu ausgerufenen Bibel-Sonntag herrscht beim Österreichischen Bibelwerk: Der "Sonntag des Wortes Gottes" sei ein lang gehegtes Anliegen des Bibelwerkes, das man immer wieder eingebracht habe, sagte Direktorin Elisabeth Birnbaum am Montag im Interview dem vatikanischen Portal "Vatican News". In Österreich beginne demnächst das zweite der drei bis 2021 von der Bischofskonferenz ausgerufenen Bibeljahre unter dem Motto "BIBEL hören.lesen.leben", erinnerte Birnbaum: "Da ist es für uns natürlich wunderbar, dass gerade jetzt diese Initiative des Papstes kommt."
Auch Inge Lang, die im Pastoralamt der Diözese Graz-Seckau die Bibeljahre betreut, sieht in der Einführung des Bibelsonntags einen wichtigen Anstoß, sich die Bibel vertrauter zu machen: "Die Bibel erzählt in bewegender Weise von der Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Wie jede Beziehung muss auch diese vor allem im Hören auf das Wort Gottes gepflegt werden, damit sie lebendig bleibt. Die Initiative des Papstes ist ein weiterer Anstoß, zu einer ständigen Vertrautheit mit der Heiligen Schrift zu gelangen. Dies fördert einerseits den ökumenische Dialog, und bereitet andererseits Gläubige darauf vor, authentische Verkünder des Wortes zu sein."
Den Termin für diesen neuen, gemeinsamen katholischen Gedenktag habe er in bewusste Nähe zur Woche der Einheit der Christen gelegt, schreibt Franziskus. Zudem solle der Tag die Verbindung zu den Juden stärken, verbinde doch die Heilige Schrift Juden und Christen sowie die Christgläubigen aller Konfessionen, heißt es in dem Motu Proprio "Aperuit illis". Der Titel stammt aus einem Satz am Ende des Lukas-Evangeliums: "Er öffnete ihren Sinn für das Verständnis der Schriften."
Der erste Wort-Gottes-Sonntag fällt kommendes Jahr auf den 26. Jänner. Vom 18. bis 25. Jänner wird weltweit die Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen. Der 17. Jänner wird in der katholischen Kirche in Österreich, Italien, Polen und den Niederlanden als "Tag des Judentums" begangen. "Die Feier des Sonntags des Wortes Gottes ist von ökumenischer Bedeutung, denn die Heilige Schrift zeigt denen, die auf sie hören, den Weg, der beschritten werden muss, um zu einer authentischen und soliden Einheit zu gelangen", hält der Papst im aktuellen Motu Proprio fest.
Der neue "Wort-Gottes-Sonntag" Ende Jänner soll auch eine Gelegenheit sein, Gemeindedienste wie die des Lektors zu stärken. Prediger sollten sich neu der Bedeutung der Predigt vergewissern: den Sinn der Heiligen Schrift allen verständlich zu erschließen. Schließlich könne, so der Papst, der neue "Sonntag des Wortes Gottes" genutzt werden, Laien in den Gemeinden ähnlich wie als Kommunionhelfer auch zu Diensten des Wortes Gottes auszubilden. Diese etwa könnten Bibellesungen anleiten oder auch die Heilige Schrift verteilen.
kathpress
Bereits 2017 hatte Franziskus den "Welttag der Armen" festgelegt, der Ende November begangen wird. 2014 bereits rief er den 1. September zum "Gebetstag für die Schöpfung" aus; dabei orientierte er sich am Vorbild der orthodoxen Kirchen.