Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Die Lange Nacht der Kirchen kann einmal mehr auf eine beeindruckende Bilanz verweisen: 25.000 BesucherInnen nahmen heuer an rund 500 Stunden Programm an 100 Veranstaltungsorten in der Steiermark teil.
Das außergewöhnliche Programm, das die Grenzen zwischen Innen und Außen aufgebrochen und neue Perspektiven auf christliche Kirchen in der Steiermark ermöglicht hat, hatte für die BesucherInnen zahlreiche Premieren parat: So gab es etwa bei einem Blumenstand am Jakominiplatz Einblicke in die Gefängnisseelsorge (Gefängnisseelsorge & Blumenfrau). Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der evangelischen Kirche und der katholischen Stadtpfarrkirche spielten heuer erstmals StraßenmusikerInnen nicht vor, sondern in der Kirche (Magdis Nacht). Eine Exklusiv-Führung für Gehörlose führte in Stadtpfarrkirche, Domherrenkapelle und Mausoleum und fand im Gespräch mit der gehörlosen Künstlerin Fatima Hamidi im Pfarrsaal der Stadtpfarre einen gelungenen Abschluss (Zeichen setzen).
Getreu dem österreichweiten Motto „Dann singt ihr Lieder wie in der Nacht, in der man sich heiligt für das Fest.“ (Jes 30,29) drehten sich in der Langen Nacht der Kirchen in der Diözese Graz-Seckau zahlreiche Programmpunkte um das Thema Musik. Gelegenheiten zum Mitsingen gab es viele: vom Gregorianischen Choral in der Welschen Kirche über Heilsames Singen in der Barmherzigenkirche und Jodeln in der Stiegenkirche bis zu „Tanzen und Springen“ mit Domkapellmeister Josef M. Doeller im Priesterseminar Garten beim Taubenkogel, wo der steirische Barockkomponist Johann Joseph Fux einst wohnte.
Gut besucht waren auch die steiermarkweit angebotenen Nachtwanderungen. In Graz gab es zwölf Touren mit begrenzten gratis Zählkarten. Eine Tour „Mit leichtem Gepäck“ führte durch nachhaltige Orte, wie dem Projekt „tag.werk“ der Caritas, dem Franziskanerkloster oder dem Geschäft „Dekagramm“. Eine ArchitekT(o)ur führte zu modernen Kirchenbauten unter Begleitung von Architekten, Franz Küberl besuchte bei seiner Tour „Sprachen des Helfens“ das Aloisianum oder das Ressidorf, die Kapellentour machte sich auf die Suche nach verborgenen Kapellen in der Stadt Graz, wie der Burgkapelle, die sonst nicht zugänglich ist.
Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl: „Die Lange Nacht der Kirchen überrascht jedes Jahr aufs Neue mit ihrem bunten, vielfältigen Programm. Kirchen, Klöster und viele andere kirchlichen Einrichtungen öffnen ihre Tore zum Kennenlernen kirchlicher Kultur und zur Stärkung des Glaubens. Diese Nacht steht in der Steiermark unter anderem auch beispielhaft dafür, wie Ökumene hier gelebt wird. Ja, ich freue mich, dass dieses Angebot der ‚Langen Nacht der Kirchen‘, das heuer schon zum 13. Mal stattfindet, stets so gut angenommen wird. Und ich bin dankbar für die zahlreichen interessanten Begegnungen und Gespräche in dieser Nacht. Den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich in der Vorbereitung und Durchführung der Langen Nacht der Kirchen engagieren, sage ich ein herzliches Vergelt's Gott!“
Stadtpfarrprobst Christian Leibnitz, Vorsitzender des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark: „Toll, wie in einer Nacht die ganze Fülle kirchlichen Lebens geradezu ‚explodiert‘ und hunderte ehrenamtliche Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche über das ganze Land in ökumenischer Verbundenheit so viele Lichter des Glaubens aufleuchten lassen. Sie sind wahre kirchliche Sternschnuppen, die nicht verglühen. Musik, Kunst, Gebet, Gottesdienst, Vorträge, Lesungen, kulinarische Leckerbissen, Touren, Wanderungen und Wallfahrten, alles in einer Nacht zu erleben. Das ist offene Kirche in Vielfalt!“
Superintendent Wolfgang Rehner: „Kirche von außen erleben wir zum einen an ungewöhnlichen Andersorten, an denen heute besondere Begegnungen stattfanden. Kirche ist im Wesentlichen Begegnung. Begegnung von Angesicht zu Angesicht in Gottes Gegenwart. Kirche ist in der Langen Nacht natürlich auch von innen zu erleben: So waren etwa StraßenmusikerInnen, die unter der Woche vor den Kirchen musizieren, eingeladen, in der Stadtpfarrkirche zu spielen. Neben dem Gesang und dem besonderen Ort war es wieder das besondere menschliche Gesicht und die Begegnung, die diese Stunde zum besonderen Erlebnis werden ließ.“
Gertraud Schaller-Pressler, Leiterin der Langen Nacht der Kirchen in der Steiermark: „Es ist schön, dass die Lange Nacht der Kirchen auch im 13. Jahr so erfrischend und – gewürzt mit vielen neuen Ideen – gelungen ist! 25.000 BesucherInnen machten sich auf, um zu den vielen offenen Kirchen auszuschwärmen, um diese Sakralräume und deren so besondere Atmosphäre zu erleben. Ein Blick in die vielen glücklichen Gesichter sagt mehr als tausend Worte.“
Fotoserie zur Langen Nacht der Kirchen
Die nächste Lange Nacht der Kirchen findet am Freitag, 5. Juni 2020, statt.