Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Einsamkeit ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema, doch sie kann jeden treffen. Einsame Menschen kommen sich verlassen und ausgeschlossen vor, fühlen sich unverstanden und nicht liebenswert. In der Folge ziehen sie sich noch mehr zurück – ein Teufelskreis beginnt. Mangelnde Verbundenheit, Bindung und Zuwendung machen auf lange Sicht psychisch und physisch krank. „Betroffene weisen ein erhöhtes Risiko für Depressionen, Angststörungen und Suizidgedanken auf. Sie fühlen sich von Stresssituationen und Krisen stärker bedroht. Das Gefühl der Hilflosigkeit nehmen sie intensiver wahr, weil erfreuliche und entlastende Erlebnisse in der Einsamkeit seltener sind. Das führt unter anderem zu einer pessimistischeren Grundhaltung sich selbst und der Welt gegenüber“, weiß Daniela Bauer, Leiterin der TelefonSeelsorge – Notruf 142 in der Steiermark. Wird der Leidensdruck zu groß, stellt sich die Frage, wofür es sich überhaupt noch zu leben lohnt. Dabei wollen Menschen mit Suizidgedanken meist nicht sterben, sondern nicht so weiterleben wie bisher.
Über die Einsamkeit bzw. den Wunsch nach Zugehörigkeit nachzudenken und offen für ein Gespräch zu sein, ist ein erster wichtiger Schritt. Die Beratungsangebote der TelefonSeelsorge sind genau dafür da – niederschwellig, vertraulich und kostenlos. Die Mitarbeiter:innen der TelefonSeelsorge sind am Telefon unter der Notrufnummer 142 rund um die Uhr und im Chat täglich von 16.00 bis 23.00 Uhr erreichbar. Der vertrauliche Rahmen ermöglicht es Betroffenen, über ihre Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit zu reden Auch Suizidgedanken können offen und direkt thematisiert werden. „Unsere Mitarbeiter:innen nehmen sich Zeit, hören aufmerksam zu, zeigen Verständnis für die schwierige Situation und halten die Verzweiflung mit aus. Ziel ist es, in eine hoch angespannte Situation etwas Abstand, Ruhe und Klarheit zu bringen“, betont Daniela Bauer.
Suizidabsichten sind immer ernst zu nehmen: „Dieser Hilferuf sollte keinesfalls überhört werden! Suizidale Absichten oder auch ein Suizidversuch stellen keinen unwiderruflichen Entschluss dar. Hilfe ist möglich!“ Suizid sei weder ein einfaches noch ein angenehmes Gesprächsthema. Doch schon eine einfühlsame Frage nach der aktuellen Befindlichkeit und die Bereitschaft zuzuhören könnten helfen und Hoffnung geben.
Vorschläge der TelefonSeelsorge, wie Betroffene einen Weg aus der Einsamkeit hin zu mehr Verbundenheit finden können:
Die Telefonseelsorge versteht sich als niederschwellige Einrichtung für Menschen, die sich etwas von der Seele reden wollen. Sie ist unter der Notrufnummer 142 (ohne Vorwahl) rund um die Uhr erreichbar und kann auch über die Onlineberatung kontaktiert werden.
Telefonseelsorger:innen sind offen für die unterschiedlichsten Themen und Lebenssituationen, von den konkreten Herausforderungen im Alltag bis zu akuten Krisen.
2024 startet ein neuer Ausbildungslehrgang der Telefonseelsorge. Am 19. September 2023, findet von 17.30 – 19 Uhr dazu ein Online-Infoabend statt.