Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Noch vor Ende der aktuellen Arbeitsperiode hat sich der Diözesanrat der Diözese Graz-Seckau in der 10. Vollversammlung am 22. April 2023 aufgelöst. Die vorgezogene Neuaufstellung des Gremiums hat primär den Grund, dass der erweiterte Diözesanrat an den Themen der ersten Diözesankonferenz der Katholischen Kirche Steiermark arbeiten kann. Der neue, dann rund 80 (bisher knapp 50) Mitgliedern bestehende Diözesanrat nimmt mit der konstituierenden Sitzung am 17. Juni die Arbeit auf. Die Arbeitsperiode beträgt fünf Jahre. Der Diözesanrat ist ein Beratungsgremium des Diözesanbischofs und vertritt Gremien und Laien in der Diözese. Er soll pastorale und strategische Fragestellungen aufbereiten, die sich aus den Herausforderungen in den Pfarren ergeben. Dem neuen Diözesanrat werden Vertreterinnen und Vertretern aus allen Seelsorgeräumen, aus Klerus und Orden, den katholischen Bildungsinstitutionen, dem pastoralen Dienst und der Diözesanleitung angehören.
Diese Diözesankonferenz wird im Jänner und April 2025 stattfinden, die bisherige Kirchenentwicklung kritisch beleuchten und Trends für die nächsten Jahre aufgreifen, die für die Zukunft der Kirche wichtig sind. „„Ausgehend von Gelingendem, von ersten Früchten unserer Reformbemühungen in unserer Diözese, wollen wir diese Spuren verfolgen und noch konkreter beschreiben, wie sich Kirche heute in der Steiermark offen und veränderungsbereit - und doch dem Evangelium treu - darstellen kann. Dazu braucht es mutige Entscheidungen, Kreativität und Vertrauen in Gottes Geist“, sagt Marlies Prettenthaler-Heckel, Fachreferentin für Verkündigung und Glaube und zuständig für theologische Begleitung des Diözesanrates.
In der letzten Vollversammlung wurde eine Zwischenbilanz zur Kirchenentwicklung in der Steiermark gezogen. Inzwischen sind alle 50 Seelsorgeräume per Dekret bestätigt, berichtete Manuela Reicht, Leiterin des Prozessbereichs für Steuerung und Qualität. RegionalkoordinatorInnen fördern das Miteinander unter den Seelsorgeräumen, viele Seelsorgeräume haben bereits Pastoralpläne freigegeben oder eingereicht. In einigen Bereichen bestehe noch Handlungsbedarf: Man brauche neue Rituale für kirchenferne Menschen, es gebe noch keinen neuen kirchlichen Erfahrungsort und bei den Berufungen habe Corona gebremst. Außerdem ortet man ein Problem mit dem Loslassen von Inhalten, die angesichts knapper werdender Budgets nicht mehr zu den Kernaufgaben von Kirche zählen.
Der bisherige Diözesanrat endete mit einem spirituellen Dialog angelehnt an Ignatius von Loyola. Dieser besteht aus drei Phasen: 1. Ergründen dessen, was gelungen ist und Freude gemacht hat, ohne Wortmeldungen anderer zu kommentieren. 2. Reaktion auf das Gehörte – was muss hierzu persönlich ergänzt werden? 3. Was ist letztendlich wichtig für die Zukunft?
Demnach soll der Diözesanrat in Zukunft wesentlich mehr auf einen praktischen Nutzen für die Pfarren und Seelsorgeräume ausgerichtet sein. Ein Mandat im Gremium sei eine Ehre und daraus erwachse eine Verpflichtung, teilzunehmen und die Zukunft der Diözese mitzugestalten. Fruchtbar sei das Gremium dann, wenn es ein wertschätzendes Dialogforum sei, eine Kreativwerkstatt, an der alle Generationen beteiligt sind und nicht nur eine Informationsplattform.