Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Aus dem traditionellerweise im Advent stattfindenden Gesprächs des Dr.-Karl-Kummer-Instituts wurde aufgrund der Corona-Pandemie ein Ostergespräch, das am Sonntag, dem 24. April 2022 im gut gefüllten Kleinen Saal der Arbeiterkammer über die Bühne ging. Den Festvortrag zum Thema „Christliche Friedensethik in universaler Perspektive. Wandel und Kontinuität“ hielt Militärbischof Werner Freistetter.
In seinem angesichts des Ukrainekriegs hochaktuellen Vortrag zeigte Bischof Freistetter ausgehend vom Alten und Neuen Testament Entwicklungslinien christlichen Nachdenkens über Krieg und Frieden bis heute auf. Er ging der Frage nach, unter welchen Umständen Gewalt anerkannt werden könnte, um ungerechter Gewalt zu begegnen und betonte den Zusammenhang zwischen Frieden und Gerechtigkeit, konkretisiert in der Idee der Menschenrechte.
Die Idee eines Gemeinwohls der Völker sah er aktuell in der globalen Klimadebatte aufblitzen. „Wir können uns sicher sein, dass wir in der auf tiefen Fundamenten ruhenden katholischen Soziallehre zukunftsweisende Konzepte haben“, betonte Bischof Freistetter und ermutigte dazu, diese weiterzuentwickeln. „Es geht darum, dass wir uns in den mannigfachen Krisen nicht gegeneinander wenden, sondern das Miteinander suchen“, so der Bischof abschließend.
Im Rahmen des Ostergesprächs fand auch die traditionelle Preisverleihung für hervorragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten im Themenbereich des Dr.-Karl-Kummer-Instituts statt. Der seit 1995 verliehene Hans-Vollmann-Preis wurde an Georg Königsberger für seine Dissertation „Sozialversicherungsrechtliche (Neu-)Zuordnung von Tätigkeitsverhältnissen in ASVG und GSVG“ und an Denise Posch für ihre Diplomarbeit „Vordienstzeiten im europäischen Kontext“ überreicht.
Der 2018 gestiftete Dr.-Karl-Kummer-Preis für Familienpolitik wurde heuer an Lena Kainer für ihre Diplomarbeit „Die Entziehung und Einschränkung des Kontaktrechts im Lichte der Rechtsprechung“ sowie Nadine Walcher für ihre Diplomarbeit „Die Obsorge bei Verhinderung eines Elternteils nach § 178 ABGB“ verliehen. Die Laudatio bei der Preisverleihung hielt die Geschäftsführerin des Dr.-Karl-Kummer-Instituts Hedwig Unger.
Seit 1980 veranstaltet das Dr.-Karl-Kummer-Institut für Sozialreform, Sozial- und Wirtschaftspolitik eine feierliche Veranstaltung traditionellerweise am 8. Dezember - heuer erstmals wegen des coronabedingten Entfalls 2020 und der coronabedingten Verschiebung 2021 als Ostergespräch 2022.