Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Die vorsynodale Befragung im Winter 2021/22 war die größte Beteiligungsaktion der Katholischen Kirche seit vielen Jahren. Priester- und Diözesanrat haben am 1. April beschlossen, wie es mit den Ergebnissen weitergehen soll. Demnach stehen für die Diözese Graz-Seckau sechs Schwerpunkte fest, die gleichzeitig als brennende Themen in die österreichische Bischofskonferenz getragen und dort mit den Ergebnissen der anderen Diözesen zusammengeführt werden.
„Wir wollen das synodale, das gemeinsame Voranschreiten zu unserem Prinzip machen und noch mehr auf die Menschen hören“, so die erste Erkenntnis aus der synodalen Befragung, die nun zum Prinzip werden soll. Wenn es um Beschlussfassungen gehe, soll das „Konsentprinzip“ zum Einsatz kommen. Das heißt, dass jede/r einen begründeten, schweren Einwand einbringen kann. Wenn das passiert, muss der zu beschließende Inhalt angepasst werden, bis alle Beteiligten damit zufrieden sind.
Weites will die Katholische Kirche Steiermark Brückenbauer sein zwischen Weltanschauungen, Konfessionen, Kulturen, sexuellen Orientierungen (LGBTQIA+) und versuchen, der verstärkten Reduktion auf den eigenen Standpunkt, der in der Gesellschaft immer mehr wahrnehmbar ist, durch eine Vermittlerrolle entgegenzuwirken. Außerdem soll es darum gehen, die überlasteten Priester, Diakone und in der Seelsorge Tätigen zu entlasten. Leider gebe es wenige Menschen, die in der Seelsorge arbeiten; wer derzeit Theologie studiere, habe quasi eine Jobgarantie – als Priester, als PastoralreferentIn oder in anderen Bereichen der Diözese werden dringend Fachkräfte benötigt, zumal viele Pensionierungen anstehen.
Ein brennendes Thema ist die Gleichstellung von Frauen und Männern. Das Ziel ist, Frauen noch mehr Führungsverantwortung zu geben und neue Leitungsmöglichkeiten im pastoralen und seelsorglichen Bereich schaffen. Auch über die Feier der heiligen Messe (der Liturgie) wird vermehrt nachgedacht, nachdem im Herbst letzten Jahres eine Diskussion darüber entstanden ist, wie man eine zeitgemäße Messe feiern kann. Dazu ist bereits ein Projekt im Gange mit dem Ziel, dass es klare Qualitätskriterien gibt.
Zuletzt will man sich des Vorwurfs annehmen, dass die Kirche ausgrenzt – rund um Covid (und die Impfung), zu LGBTQIA+, bei Geschiedenen, bei der Wahl von Feierorten (was ist wo möglich). Auch hier gehe es darum anschauen, was in der Diözese Graz-Seckau umgesetzt werden kann, sodass sich möglichst alle in der katholischen Kirche daheim und geborgen fühlen.
Ein besonderer Schwerpunkt war die Ukrainehilfe, die von der Caritas der Diözese Graz-Seckau, dem Welthaus der Diözese, den VinziWerken und der Diözese selbst bewerkstelligt wird. Derzeit sind rund 5000 Menschen aus der Ukraine in der Steiermark, heißt es bei der Caritas. Diesen wird ebenso geholfen wie langjährigen Projektpartnern in der Ukraine und in deren Nachbarländern. Die Pfarren helfen bei der Integration und stellen Wohnraum zur Verfügung.
Eine kurze Bilanz zur Wahl der PfarrgemeinderätInnen ergab, dass nach aktuellem Stand rund 3500 Menschen in den Pfarrgemeinderäten aktiv sein werden. Das sind weniger als in der letzten Periode.
Informiert wurde über die großen Bauprojekte: Im Grazer Bischofshof wird derzeit ein Sanierungsstau behoben. Die Fassade ist teilweise bereits in Stand gesetzt, viele weitere Arbeiten vom Keller bis zum Dachgeschoß folgen. Beim Bildungshaus Mariatrost – es wird derzeit zur Betreuung von Flüchtenden genutzt – sucht eine Findungskommission nach einer guten Dauernutzung. Bei den Minoriten sind weitere Bauarbeiten in Warteposition, bis die Unterschrift der Ordensleitung vorliegt.
Zuletzt ging es um die Kampagne „Denk Dich Neu“, bei der es darum geht, jungen Menschen von 18 bis 25 Jahren zu zeigen, wie wertvoll die Kirche ist. Los geht es am 19. April in ganz Österreich mit Festivalseelsorge, einem Coffee-to-go-Bike als mobile Kaffeebar, Gemeinschaftsgärten, einem „iChat“ mit pastoralen MitarbeiterInnen sowie einer „Walk-on-the-water-challenge“; auf Jesus Spuren sozusagen (erstmals Ende Juni am Neusiedler See). Zuletzt ging es darum, wie man im Diözesanrat künftig die Gesellschaft noch besser abbilden und vertreten kann.