Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Die rund 45.000 Frauen und Männer in Österreichs Pfarrgemeinderäten (PGR) wollen durch ihr Engagement in den katholischen Pfarren vor allem "Kirche als Gemeinschaft erfahrbar machen": Das ist bei einem Online-Forum am Dienstagabend zum Ausdruck gekommen, bei dem die Ergebnisse der im vergangenen Herbst durchgeführten Befragung von insgesamt 3.000 Pfarrgemeinderätinnen und -räten präsentiert, diskutiert und vertiefende Rückmeldungen aus der eigenen Erfahrung dazu eingeholt wurden. Rund 150 im PGR Aktive aus allen österreichischen Diözesen beteiligten sich an der Veranstaltung. Auch der Kärntner Bischof Josef Marketz war beim Forum zugegen.
Das Selbstverständnis der Pfarrgemeinderäte sei jenes eines "Arbeitsgremiums", doch werde öfters auch eine Veränderung hin zu einem "Entscheidungs- und Leitungsgremium" gewünscht, fasste die Sprecherin der Österreichischen PGR-Referentinnen und -Referenten, Klaudia Achleitner, die Ergebnisse des Online-Treffens zusammen.
Besonders geschätzt werde am PGR der "kleine Rahmen, wo man sich noch kennt und miteinander in Kontakt kommt". Die Corona-Situation hat das Gemeinschaftsgefühl erschwert, dafür habe die Versiertheit im Umgang mit digitalen Medien stark zugenommen. Die Kandidatensuche für den PGR sei noch nie leicht gewesen, betonte Achleitner mit Blick auf die am 20. März anstehenden Wahlen. Diesmal komme auch die Problematik der aktuellen Debatte um den Umgang mit Missbrauch hinzu, ausgelöst von dem im Jänner von der Erzdiözese München veröffentlichten Gutachten.
Um eine zeitgemäße Sprache machten sich beim Online-Forum mehrere der Versammelten Gedanken: "Die Frage, wie wir über den Glauben reden und ob das, was wir in der Kirche feiern, für junge Menschen und für Menschen außerhalb des 'innersten Kreises' noch verständlich sind, beschäftigt viele", berichtete Achleitner. Damit Menschen "da kann ich Mitgehen" sagen könnten, müsse kirchliches Handeln wieder vermehrt in die Lebenswirklichkeit übersetzt werden.
Quelle: Kathpress
Am 20. März 2022 sind über 4,5 Millionen wahlberechtigte Katholikinnen und Katholiken aufgerufen, eine Funktion in ihrer Pfarrgemeinde zu übernehmen oder wählen zu gehen. Den Pfarrgemeinderäten gehören derzeit 45.000 Frauen und Männer an, davon rund 30.000 als Gewählte, die anderen kraft ihres Amtes oder ihrer Funktion. Die Größe des Pfarrgemeinderates hängt von der Größe der Pfarre ab und liegt zwischen 8 und 30 Mitgliedern. In ihrer heutigen Form gibt es Pfarrgemeinderäte seit den Jahren nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65), wobei in Österreichs die Erzdiözese Salzburg und die Diözese Graz-Seckau 1969 den Anfang machten.
Die Diskussionen beim Forum bezogen sich auf eine Umfrage im September 2021, an der sich 3.000 aktive PGR-Mitglieder beteiligt hatten. Die Suche nach gemeinsamen Wegen sowie Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung zeigten sich dabei als wichtigste Motive für das Engagement im PGR. Je 90 Prozent fanden, der PGR sei "sehr wichtig" für das kirchliche Leben der Pfarrgemeinden, hier werde "für die Kirche am Ort etwas bewegt" und es würden "Richtungsentscheidungen" gefällt. Knapp jeder zweite will die christliche Botschaft spürbar machen und etwas tun, "damit der Glaube lebt", zudem wird als wichtige Aufgabe auch die Umsetzung gemeinsamer Projekte gesehen. Das Ehrenamt werde in der Kirche vor Ort künftig noch wichtiger werden, meinten vier von fünf Befragten.