Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
Schulen, Kindergärten, Bildungshäuser und vieles mehr: Kirche ist ein wesentlicher Bildungsanbieter. mehr Infos

Im Gegensatz zu einer oft suggerierten Meinung ist Kirche nicht der Papst, der Bischof oder der Pfarrer allein: Kirche sind wir alle, die Gemeinschaft der (katholischen) Christinnen und Christen. Wie aber kann Gemeinschaft gelebt werden, wenn das „Gemeinsam-Sein“ im Wortsinn aus pandemischen Gründen nicht möglich ist? Schnell war im ersten Lockdown klar: Um den Nächsten zu schützen, muss Gemeinschaft auch anders funktionieren als im gemeinsamen Gottesdienstbesuch, bei gemeinsamen Chorproben, in der Mini- oder Jungschargruppe, bei der Pfarrgemeinderatssitzung. Einerseits auf vielen kreativen analogen, andererseits auch auf digitalen Wegen.
Als erste Reaktion auf das Nicht-zusammen-sein-Können wurden mehr Gottesdienste als sonst üblich über Websites und Social Media gestreamt. Aber auch andere Formate und Kanäle wurden genutzt, über die diese „Sehnsucht nach Gemeinschaft“ zumindest ein wenig gemildert werden konnte: gemeinsam gestaltete Gottesdienstfeiern und Andachten über Auf dem Weg zur Gemeinschaft 3.0 Kirche online Zoom, Bibelrunden über MS Teams, virtuelle Chöre und nicht zuletzt intensiver Austausch über soziale Medien. „Du bist nicht allein“ – das Motto, das die Diözese zum 800-Jahr-Jubiläum 2018 geprägt hat, wurde auf viele erdenkliche Weisen gelebt.
Freilich: Es gibt auch Kritik an digitalen Feierformaten. Viele Katholikinnen und Katholiken halten nur das Zusammensein im körperlichen Sinn für „echte“ Gemeinschaft, auch Papst Franziskus sprach von einer „Gefahr“, wenn religiöse Kommunikation nur über Medien stattfinde.
Viele Ideen aus dieser Zeit werden weiterleben und weiterwachsen, auch wenn man sich wieder „in echt“ treffen kann (und soll). Der digitale Kirchenraum ist eine bewusste Erweiterung des realen Kirchenraums und kein bloßer Ersatz desselben. Man kann sich durchaus kritisch fragen: Warum ist uns das nicht früher eingefallen?
Eine besonders positive Erfahrung: Vielen wurde durch diese Erweiterung bewusst, wie groß unsere Gemeinschaft eigentlich ist! Es ist möglich, zusammen mit Freundinnen und Freunden aus unserer Partnerdiözese in Brasilien zu feiern, mit Menschen, die krank sind oder in Pflegeheimen leben. Über einen einfachen Mausklick können auch jene „vorbeischauen“, die wenig oder keinen Kontakt zur Kirche haben und von dieser bereichernden Gemeinschaft „kosten“ wollen. Fühlen Sie sich eingeladen!
Katrin Leinfellner
Erschienen in inpuncto auftanken (Herbst 2021)
Gesammelte Online-Angebote der Katholischen Kirche Steiermark