Die Diözese Graz-Seckau, 1218 gegründet, umfasst 388 Pfarren. Diözesanbischof ist seit 2015 Wilhelm Krautwaschl. Mehr zur Diözese
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„Für uns war immer klar: die Caritas bleibt da mit ihrer Hilfe und bleibt nah bei den Menschen. Nothilfe kann nicht in den Lockdown gehen“. Caritasdirektor Herbert Beiglböck hat am Freitag in der Caritaszentrale Paulinum in Graz den Wirkungsbericht für das von der Corona-Pandemie geprägte Jahr 2020 präsentiert. Während das Land „heruntergefahren“ wurde, hat die Caritas der Diözese Graz-Seckau ihre Hilfsangebote sogar erweitert und regional ausgebaut. Dies sei nur möglich gewesen dank der zahlreichen Spenderinnen und Spender und der Freiwilligen. „Viele waren selbst von der Krise getroffen und haben dennoch die Caritas unterstützt“, betonte Kuratoriumsvorsitzende Kristina Edlinger-Ploder, „das ist ein großartiges Zeichen von Solidarität“.
63.000 Essensausgaben im Marienstüberl, 2.929 Nächtigungen allein in der Winternotschlafstelle, 6.127 Beratungen zur Wohnungssicherung, 37 Prozent mehr als im Vorjahr, dazu eine Zunahme bei den Beratungen zur Existenzsicherung um 20 Prozent: die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. „Die Krise hat Menschen, die ihr Leben ohne finanziellen Spielraum gestalten müssen, aber auch Selbstständige und kleine Unternehmen massiv getroffen“, berichtete Beiglböck. Mit neuen Angeboten wie zusätzlichen Anlaufstellen der Beratungsstelle zur Existenzsicherung steiermarkweit oder der Online-Beratung habe die Caritas gut erreichbare notwendige Unterstützung sichergestellt.
Dabei sei die Caritas selbst in allen ihren vielfältigen Tätigkeitsfeldern von der Pflege über die Schulen und die Nothilfe bis hin zu den Beschäftigungsprojekten selbst von allen Maßnahmen betroffen gewesen. „Unsere Größe und Vielfalt war aber gleichzeitig ein Vorteil, weil wir dank der Flexibilität und dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander aushelfen und einander in Krisensituationen stützen konnten“, verwies Edlinger-Ploder verwies auf die zahlreichen Freiwilligen, die sich in neuen Projekten wie dem TeamNächstenliebe oder in der Lebensmittelausgabe engagierten.
Der Caritasdirektor sieht auf die Gesellschaft große Herausforderungen zukommen: Familien, die auf längere Sicht mit niedrigeren Einkommen zurechtkommen müssen, Menschen, die sich verschuldet haben, Langzeitarbeitslose. Beiglböck verwies auf die Milliardenhilfe für Unternehmen: „Wenn an Konzerne und Unternehmen 800.000 Euro an Subventionen rasch und unbürokratisch ausbezahlt werden können, muss das auch bei Sozialleistungen von 800 Euro möglich sein.“
Der Caritas-Direktor fordert zudem ausreichend leistbaren Wohnraum und den Zugang dazu. „Wir brauchen rasch effiziente Hilfen, um den Menschen wieder auf die Beine zu helfen. Wir riskieren sonst, dass Betroffene sich zurückziehen. Wir riskieren auch eine tiefe und nachhaltige Spaltung der Gesellschaft“, hielt er fest. Zudem sei während der Pandemie die große Bedeutung der Pflege erkennbar geworden: „Wir brauchen hier bessere Zugänge zur Ausbildung, auch für Menschen, die aus anderen Bereichen umsteigen wollen.“ (Quelle: Caritas der Diözese Graz-Seckau)
Das Budget der Caritas Steiermark betrug 2020 rund 101,7 Millionen Euro. Dabei kamen fast 10 Millionen Euro aus Spenden (Sach- und Geldspenden), knapp 71 Millionen waren Entgelte für Dienstleistungen. Dazu kamen Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand sowie kirchliche Beiträge in Gesamthöhe von rund 17 Millionen Euro. In den vier Bereichen (Bildung und Interkultur, Betreuung und Pflege, Hilfe für Menschen in Not sowie Beschäftigung und Sachspenden) waren insgesamt mehr als 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Mehr als 1.500 Männer, Frauen und Jugendliche engagierten sich ehrenamtlich.
Der Wirkungsbericht 2020 der Caritas Steiermark ist hier zu finden: www.caritas-wiewirwirken.at